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Strubensee hegt sein Kirchlein

Das uralte Schmuckstück im Dorf Strubensee hegt sein Kirchlein

Die Kirche in Strubensee hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel: das kleine Feldsteingebäude mit dem holzverkleideten Turm hat die Jahreszahl 1584 in einem Balken eingeschnitzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört, 1703 wieder aufgebaut – und 1994 umfassend saniert. Die Gemeinde ist mit Spenden nicht geizig, wenn es um ihr Schmuckstück geht.

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Ein Kleinod: das Strubenseer Kirchlein.

Quelle: Peter Geisler

Strubensee. So ganz sicher ist sich die Gemeinde nicht, wie alt ihre Kirche nun genau ist. Innen ist ein „1584“ ins Gebälk geschnitzt, draußen über der niedrigen Pforte steht: Anno Domini 1596. Man kann darüber spekulieren, ob der Bau 1584 begann und erst 12 Jahre später seinen Abschluss fand, Fakt ist jedoch – sie wurde nach dem 30-jährigen Krieg zerstört, 1703 wieder aufgebaut und 1994 restauriert. Die Orgel wurde 2012 eingebaut. „Die originale ist in den Sechziger Jahren bei Nacht und Nebel verschwunden“, erzählt Tony Groche, Strubensees Ortsvorsteher und Vizevorsitzender der Kirchengemeinde, der sich sehr für das Wohl und Wehe des kleinen Kirchleins einsetzt, die im Bereich Vielitzsee zu den ältesten gehört.

„Es war nicht einfach, so eine kleine Orgel aufzutreiben“, erinnert er sich. Berndt Kühnel, ein Orgelbaumeister aus Duderstadt, überließ dem Dorf seine Meisterarbeit. „Mit Einbau hat das Ganze 8000 Euro gekostet. Das war damals eine große Spendenaktion im Dorf“, so Groche, der sich indes auf die Spendenbereitschaft seiner Gemeinde verlassen kann, die zum Sprengel Vielitzsee-Glambeck gehört. Einmal im Monat wird Gottesdienst abgehalten, mindestens ein Frühlings- und ein Herbstkonzert gibt es jedes Jahr im liebevoll restaurierten Innenraum, der mit vielen schönen Details aufwartet.

Details im Innenraum

Details im Innenraum.

Quelle: Peter Geisler

Zur Wende verschwanden auch auf dem umgebenden Kirchhof in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die historischen Gruften. „Eine konnten wir retten“, so Groche, der sich als Steinmetz gut mit altem Stein auskennt. Vor zwei Jahren wurde diese Gruft saniert – der Schlussstein in der Decke trägt die Initialen des Erbauers „I.R.“ und die Jahreszahl 1878. Auch dieses Vorhaben wurde mittels Spendengeldern gestemmt. Wer unter der Sandsteinplatte liegt, die eigens aus dem Elbsandsteingebirge beschafft wurde, darüber kann auch nur spekuliert werden. Es war nur ein Sargfragment vorhanden – aus den Kirchenbüchern habe man keine schlüssigen Beweise mehr ableiten können. „Dummerweise gibt es auch niemanden mehr, der darüber Auskunft geben könnte“, so Groche. Fakt ist, es muss eine wohlhabende Familie aus Strubensee gewesen sein. Infrage kommen vor allem die Familien Gottschalck oder Bier – in beiden Familien hatten sich die Sterbefälle in der fraglichen Zeit gehäuft.

Tony Groche an der Orgel

Tony Groche an der Orgel.

Quelle: Peter Geisler

„Die Gruft lag mir schon immer am Herzen. Es gibt nicht viele in der Region, und deshalb sollten wir sie bewahren“, sagt Tony Groche.

Darüber hinaus fanden sich bei den Arbeiten auch noch diverse andere alte Grabsteine, die Tony Groche erst einmal an der efeubewachsenen, aus Feldsteinen gemauerten Friedhofsmauer postiert hat: auch hier finden sich Namen wie Bier, Schläfke oder Buchholz.

Von Regine Buddeke

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