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Studenten: Stadt baut keine Wohnheime

Neuruppin Studenten: Stadt baut keine Wohnheime

Soll Neuruppin eigene Wohnheime für die Stundenten der Medizinischen Hochschule bauen? Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) lehnt das ab. Anders als die SPD-Fraktion sieht er keinen Bedarf dafür. Private Investoren haben sich des Problems längst angenommen.

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Ein zweites privates Wohnheim ist an der Neuruppiner Junckerstraße gerade im Bau.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Schon wieder eine Niederlage für die Neuruppiner SPD: Weder die Stadt selbst noch ihre Tochterfirma, die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG), werden sich stärker für den Bau von Studentenwohnungen oder von Wohnheimen einsetzen. Die Stadtverordneten haben einen entsprechenden Antrag der Sozialdemokraten am Montag klar abgelehnt – so wie fast alle Vorschläge und Forderungen der SPD-Fraktion in den vergangenen Monaten.

SPD-Fraktionschef Nico Ruhle hatte vorgeschlagen, die Fontanestadt sollte sich stärker für die Unterbringung von Studenten engagieren. Seit Gründung der Medizinischen Hochschule nimmt die Zahl der Studierenden von Semester zu Semester zu. Zurzeit sind es etwa 170. Der größte Teil von ihnen wohnt in Neuruppin. Doch immer mehr Hochschulstudenten haben auch Probleme, bezahlbare Wohnungen zu finden, fürchtet die SPD. Zumal Stundenten nicht die einzigen sind, die kleine Wohnungen suchen.

Bürgermeister sieht genügend private Angebote für Studenten

Bürgermeister Jens-Peter Golde sieht aber keine Notwendigkeit, dass die Stadt oder die NWG deshalb investieren. Dass die Studenten Wohnraum brauchen, leugnet er nicht. Doch es gebe genügend private Investoren, die sich des Problems bereits annehmen, sagt Golde. Dass auch noch die NWG dafür Geld ausgibt, sei nicht nötig: „Es gibt dafür keinen Bedarf.“

Einer der privaten Investoren ist die Prima-Firmengruppe. Sie betreibt bereits an der Junckerstraße ein Studentenwohnheim mit 13 Plätzen. Gleich nebenan ist ein zweites bereits im Bau. Dort entstehen kleine Wohnungen mit Miniküche und Bad – Platz für 30 Stundenten oder andere Mieter.

Die Nachfrage ist groß, sagt Prima-Geschäftsführer Ronny Rohr: „Zurzeit sind schon etwa 75 Prozent vermietet.“ Dabei wird das Wohnheim erst im nächsten Jahr fertig, voraussichtlich im ersten Quartal.

Firma plant bereits das dritte Wohnheim für 2017

Rohr sieht durchaus einen Bedarf an kleinen Wohnungen. Für das erste Wohnheim gab es drei oder viermal so viele Anfragen, wie Wohnungen zur Verfügung standen. „Er habe natürlich keinen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Hochschule“, sagt der Unternehmer. Aber er geht davon aus, dass auch mit dem zweiten Wohnheim der Bedarf an kleinen und kleinsten Wohnungen noch nicht gedeckt ist.

Denn auch die Prima-Mitarbeiter haben festgestellt, dass nicht nur Stundenten Interesse haben. „Wir haben auch viele Anfragen von Auszubildenden und von Singles, die Mikrowohnungen suchen“, sagt Ronny Rohr. Die Pläne für ein drittes Wohnheim ebenfalls an der Junckerstraße gibt es schon. Im kommenden Jahr soll der Bau beginnen.

Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Hochschule ihre geplante Maximalgröße mit rund 600 Stundenten erreicht. Von denen werden aber nicht alle in Neuruppin studieren, sondern viele auch in Brandenburg (Havel).

Von Reyk Grunow

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