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Sturm vor der Ruhe

Totensonntag Sturm vor der Ruhe

Der Ewigkeitssonntag – auch Totensonntag genannt – ist zugleich das Ende des evangelischen Kirchenjahres. Während der Sonntag ein Tag der Ruhe und des Gedenkens ist, herrscht im Vorfeld auf den Friedhöfen Hochbetrieb. So auch auf dem evangelischen Friedhof in Neuruppin. Alles soll dort tipp-topp sein.

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Susann Fedchenheuer, Verwalterin des evangelischen Friedhofs in Neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der November gilt vielerorts als letzter Ruhepol, bevor der vorweihnachtliche Trubel hereinbricht. Diese Zeit des Innehaltens nutzen zahlreiche Menschen, um all jener zu gedenken, die bereits gestorben sind. Vor 14 Tagen erinnerten die Katholiken zu Allerseelen an ihre Gestorbenen, voriges Wochenende wies der Volkstrauertag auf alle im Krieg gefallenen Menschen hin. Am Sonntag endet nun das evangelische Kirchenjahr mit dem Ewigkeitssonntag. Auch hier stehen die Gestorbenen im Mittelpunkt.

Für die Mitarbeiter der Friedhöfe ist zu dieser Jahreszeit deshalb besonders viel los. „Bei uns gibt es eine Urlaubssperre“, sagt Susann Fedchenheuer, Verwalterin des evangelischen Friedhofs in Neuruppin. „Wir geben vor dem Ewigkeitssonntag alle 200 Prozent, um den Friedhof in einen 1A-Zustand zu bringen.“ Die Wege müssten „tippitoppi“ sein, die Rasenflächen würden gemäht und das Laub fortlaufend beseitigt. Zudem gelte es, die Container zu leeren und den Müll zu entsorgen, bei Bedarf sogar noch am Sonnabend. „Neben dem Sonnabend vor Ostersonntag ist dies das einzige Wochenende, an dem auf dem Friedhof gearbeitet wird“, erklärt Fedchenheuer.

Kubikmeterweise Laub von den Bäumen

Gerade die Bäume des weitläufigen Geländes machten viel Arbeit. „Hier stehen 1500 Laubbäume auf 14 Hektar“, sagt Fedchenheuer. Da würden die Blätter kubikmeterweise entsorgt.

Verzichten will die Verwalterin auf die Bäume aber nicht zugunsten von Nadelgewächsen. „Es ist schön, dass wir die Laubbäume hier haben und man so den Wechsel der Jahreszeiten erleben kann“, sagt sie. Der Friedhof sei schließlich nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Park und Erholungsort.

Ein „Vielfaches“ an Besuchern gegenüber „normalen Tagen“ wird am Ewigkeitssonntag erwartet, sagt Fedchenheuer. Sogar die Bewässerungsanlage, die aufgrund der Bodenfroste in der vergangenen Woche bereits abgestellt worden war, wird noch einmal in Betrieb genommen.

Name Totensonntag geht auf Friedrich Wilhelm III. zurück

Der geläufige Titel „Totensonntag“ für den morgigen Tag geht übrigens auf Friedrich Wilhelm III. zurück. Er beschloss 1816, einen Gedenktag für die Gestorbenen ins Leben zu rufen – vermutlich als Reaktion auf die vielen Opfer der Befreiungskriege gegen Napoleon. „Den Ewigkeitssonntag im christlichen Kontext gibt es aber schon viel länger“, erklärt die Neuruppiner Pfarrerin Susanne Graap. Sie wird am Sonntag um 14.30 Uhr eine Andacht in der Kapelle des evangelischen Friedhofs halten. Auch wenn die menschliche Existenz vor Gott mit dem Tod nicht Ende sei, so Graap, lasse der Tod die Angehörigen mit den Gefühlen von Trauer und Schmerz zurück.

„Wenn ein Mensch von uns geht, ist da viel Unverständnis, gerade wenn er sehr jung ist“, sagt die Pfarrerin. Es gehe nicht darum, die Lücke des Verlustes durch Gott zu ersetzen, sondern der Endlichkeit des Menschen auf Erden zu gedenken und sich bewusst zu machen, dass der Mensch „vor Gott einfach immer da ist“, unabhängig von Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.

Von Mischa Karth

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