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Stuttgarter Firma will Windräder errichten

Rheinsberg Stuttgarter Firma will Windräder errichten

Sechs, mehr als 200 Meter hohe Windräder will eine Firma aus Stuttgart ausgerechnet bei Dorf Zechlin bauen. Dabei gibt es in der gesamten Rheinsberger Region kein sogenanntes Windkrafteignungsgebiet. Dennoch wollen Rheinsbergs Stadtverordnete nun über das umstrittene Projekt beraten, bei einer Sondersitzung am 31. August.

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So weit soll es nicht kommen, dass Windräder das Ortsbild von Rheinsberg bestimmen.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Die Pläne zum Bau von sechs Windkraftanlagen bei Dorf Zechlin sorgen für Aufregung. Zum einen, weil jede Anlage mehr als 200 Meter hoch wäre und damit das Landschaftsbild wohl im großen Umkreis verändern würde. Zum anderen gibt es im Bereich der Stadt Rheinsberg und den Ortsteilen gar keine von den Regionalplanern ausgewiesenen Eignungsgebiete für Windräder. Gleichwohl hat eine Tochter des Energieriesen EnBW aus Stuttgart nun den Antrag für sechs Windräder bei Dorf Zechlin gestellt – „sehenden Auges“, wie Ansgar Kuschel, der Leiter der Planungsstelle der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel, am Freitag sagte.

Alisch: Keine Entscheidung aus dem Bauch heraus

Die Behörde wird deshalb den Antrag prüfen. Viel Hoffnung machte Kuschel den Investoren jedoch nicht. „Das Areal ist jetzt kein Eignungsgebiet, und es ist auch im neuen Regionalplan nicht als Eignungsgebiet für Windräder vorgesehen.“ Gleichwohl gibt es für EnBW wohl eine Chance für das Projekt. Denn die Rheinsberger Stadtverordneten sind sich längst nicht mehr einig, ob sie Windkraftanlagen in ihrer Region generell ablehnen sollten. Das hatten die Politiker zwar vor einigen Jahren beschlossen, aber inzwischen hat sich der Wind gedreht: Vertreter von SPD und der Vereinigung BVB-Freie Wähler wollen bei einer Sondersitzung der Stadtverordneten am 31. August sowohl die Planer der Anlagen als auch Gegner zu Wort kommen lassen, um sich ein Bild von dem Projekt zu machen. „Eine Entscheidung allein aus dem Bauch heraus wäre falsch“, sagte Rheinsbergs Ortsvorsteher Sven Alisch (SPD). Schließlich würden die Windräder in einer Senke errichtet, so dass sie sich womöglich in die Landschaft einbetten lassen könnten. Ob das bei einer Gesamthöhe von 213 Metern wirklich möglich ist, darf bezweifelt werden.

Bürgermeister: Wir brauchen den Strom da nicht

Wohl auch deshalb hält die CDU an ihrer strikten Ablehnung für Windräder in der Rheinsberger Region fest. Bürgermeister Jan-Pieter Rau (CDU) sieht ebenfalls keinen Grund, diese Haltung jetzt plötzlich aufzugeben. „Wir wollen dort keine Windräder in die Kulturlandschaft setzen. Wir brauchen den Strom da nicht“, sagte Rau. Der Ortsbeirat von Dorf Zechlin will sich indes erst am Sonntagabend mit dem Projekt befassen.

Aber egal, wie die Voten in Dorf Zechlin und in Rheinsberg ausfallen: Die Genehmigungsbehörde für das Projekt ist das Landesumweltamt. Dieses wird entscheiden, ob die sechs Windräder bei Dorf Zechlin errichtet werden dürfen. Wann das passieren wird, ist völlig offen. EnBW hatte zwar gehofft, die Anlagen bereits im November 2018 in Betrieb nehmen zu können. Aber von diesem Zeitplan ist das Unternehmen, das dem Land Baden-Württemberg gehört, inzwischen selbst wieder abgerückt. Vielmehr wird dort nun davon ausgegangen, die sechs Windräder vielleicht 2019 errichten zu können.

Von Andreas Vogel

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