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Ostprignitz-Ruppin Süßes im Brandenburg-Preußen-Museum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Süßes im Brandenburg-Preußen-Museum
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12:59 26.02.2018
Süßes Preußen: nach dem Vortrag über das Familienunternehmen Walter Confiserie durften die Gäste im Brandenburg Preußen Museum Wustrau die Leckereien auch vernaschen. Quelle: Regine Buddeke
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Wustrau

Tüten mit süßem Inhalt wandern durch den Saal. Aber Naschen ist erst später erlaubt, wenn der Vortrag „Das süße Preußen“ endet. Peter Mühlstädt, Geschäftsführer des Berliner Traditionsunternehmens Walter Confiserie, spricht über die Geschichte zweier alter preußischer Familienunternehmen: Jaedicke Baumkuchen, gegründet 1785 und Walter Pralinen, das 1904 gegründet wurde. Rund 80 Gäste sind in Brandenburg-Preußen-Museum Wustrau gekommen, um zu lauschen und am Ende eine Kostprobe zu ergattern.

„Es ist keine Verkaufsveranstaltung“, stellt Mühlstädt vorneweg. Dennoch habe man neben dem Nasch-Tisch im Foyer noch einen mit Baumkuchen und Christstollen aufgebaut, die gekauft werden können. „Weihnachten ist zwar vorbei, aber der Stollen ist noch gut“, scherzt Mühlstädt. Der Erlös komme dem Museum zugute, so der Referent, der auf Wunsch von Museumsvorstand Andreas Bödecker eingeladen wurde.

Peter Mühlstädt, Geschäftsführer des Berliner Traditionsunternehmens Walter Confiserie. Quelle: Regine Buddeke

„Wer kennt die Marke Walter?“, fragt der Geschäftsführer. Nur einige Hände recken sich schüchtern in die Höhe. Mühlstädt tut das seinige, an diesem Zustand etwas zu ändern. Er spricht über das Berliner Stammhaus am Tempelhofer Damm, erklärt, warum und seit wann Walter die Baumkuchen der Firma Jaedicke vertreibt, die nun wieder in Berlin ansässig ist. „60 Jahre Bayern und Baden Württemberg haben gereicht“, erzählt er über die Odyssee des Unternehmens.

Er spricht über die Konkurrenz der Berliner Süßwarenhersteller – etwa die in der Mohrenstraße agierende Sarotti-Fabrik. „Es ist nicht erwiesen, aber vorstellbar, dass der Sarotti-Mohr vom Straßennamen inspiriert wurde“, so Mühlstädt über das Firmenlogo. Er hat eine alte Werbung von Walter dabei, die er an die Wand beamt. „Damals waren unsere Plakate noch handgemalt“, sagt er. „Die haben wir alle fotografiert und wollen sie jetzt wieder verwenden“, erklärt er.

Detail aus einem Werbeplakat von 1975. Quelle: Regine Buddeke

Auch ein uraltes Rezeptbuch hat er mitgebracht und reicht es durch die Reihen. Wie viele Originalrezepte es gebe, wird gefragt. Es sei nur ein Buch von sechs, so der Referent. Insgesamt habe Walter rund 800 Rezepte im Portfolio.

Die Zuhörer haben viele dezidierte Fragen zu Marzipanrohmasse, Rüben- und Rohrzucker, Kakaobohnen und Lieferanten, dem Aufwand der Schokoladenherstellung. Marzipan besteh nur aus Mandeln, Zucker und Wasser, ist zu erfahren. Sobald noch andere Inhaltsstoffe dazukommen, muss man es Persipan nennen. Etwa, wenn statt der Mandeln Pfirsich- oder Aprikosenkerne verwendet werden. „Wenn man aus Freude am halben Preis chinesische Bergmandeln kauft, entpuppen sich diese nur zu oft als Aprikosenkerne“, so Mühlstädt. Unternehmensphilosophie sei jedoch: Qualität – nicht Menge. „Und die fängt bei der Auswahl der Rohstoffe an.“

Nach dem Vortrag durfte verkostet werden

Gibt es einen Werksverkauf? Noch nicht – aber bald, verspricht der Geschäftsführer. Und verrät noch eine Anekdote über das uralte Traditionsrezeptbuch von Baumkuchen-Jaedicke. „Wir haben das übernommen – und zwar mitsamt dem versteckten kapitalen Schreibfehler“, erklärt er. So sei beim ersten „Nachbau“ mit dem hundertfachen Salzgehalt gebacken worden.

Ein Fauxpas, der den Gästen in Wustrau nicht droht. Was sie am Ende auf den Tischen zum Naschen erwartet, ist süß und ausgewogen. Allerdings ist Geduld gefragt: Der Weg vom Vortragsraum über die Treppe bis hin zur Candy-Bar ist dicht gedrängt von all den Naschkatzen. Wer den Parcours geschafft hat, kann sich bei Saft, Wein und Naschwerk eine süße Sonntagnachmittag-Pause gönnen.

Von Regine Buddeke

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