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Supermarkt-Räuber bleiben auf freiem Fuß

Überfall in Kyritz – Prozess vertagt Supermarkt-Räuber bleiben auf freiem Fuß

Mehrfache Einbrüche, schwerer Raub: Marcus P. und Dennis R. aus Kyritz müssen sich derzeit vor Gericht verantworten. Sie sollen den Edeka-Markt im Ort überfallen haben, nutzen sogar eine Waffe. Doch die Verhandlung wurde nun kurzerhand abgebrochen und die Männer konnten auf freiem Fuß wieder nach Hause gehen.

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Vor dem Amtsgericht in Neuruppin begann am Dienstag der Prozess gegen das mutmaßliche Räuberduo aus Kyritz.

Quelle: Peter Geisler

Kyritz. Erst erschienen die beiden Angeklagten mit Verspätung, dann scheiterte die angestrebte Verständigung über eine Strafobergrenze und zum Schluss wurde die Verhandlung abgebrochen und vertagt. Kurzum: Es war der Wurm drin. Vor dem großen Gerichtssaal des Neuruppiner Amtsgerichtes warteten am Dienstag viele Zeugen vergebens: Sie konnten unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen. Am Dienstag sollte gegen die Kyritzer Marcus P. und Dennis R. verhandelt werden.

Das war geschehen

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schweren Raub und zweifachen Einbruchsdiebstahl vor. Die Männer sollen am 15. Januar dieses Jahres gegen 17.40 Uhr den Edeka-Markt an der Kyritzer Friedensstraße betreten haben, maskiert mit Gummimasken und einer ungeladenen Schreckschusspistole. Einer der Angeklagten forderte die Geschäftsführerin auf, die Kasse zu öffnen, was diese auch tat. Die Täter bedienten sich. Als sich der Kunde B. der Kasse näherte, soll sich ein Angeklagter mit der Waffe zu ihm gedreht und „Verpiss dich!“ gesagt haben. Dann ergriffen die Räuber die Flucht. Dabei verloren sie das Magazin der Pistole und Geld. Rund 500 Euro erbeuteten sie.

Zudem sollen die beiden 28 und 37 Jahre alten Männer am 9. und am 19. Januar 2014 jeweils mit einem etwa 35 Kilogramm schweren Gullydeckel das Schaufenster der Lidl-Filiale an der Perleberger Straße eingeworfen, dort die Zigarettenanlage aufgebrochen und Zigaretten im Wert von über 1600 Euro und Energydrinks für mehr als 85 Euro mitgenommen haben. So lautet die Anklage.

Vorschlag des Gerichtes nicht akzeptiert

Das Interesse an einer Verfahrensverkürzung bestand auf allen Seiten. Doch der Vorschlag des Gerichts stieß bei der Verteidigung nicht auf Gegenliebe. Für umfassende und glaubhafte Geständnisse sagte das Gericht folgende Höchststrafen zu: für Marcus P. eine zweijährige Freiheitsstrafe, für Dennis R. anderthalb Jahre. Bei beiden musste noch ein vorangegangenes Urteil einbezogen werden. Dazu hätten sie sich nach umfangreicher Beratung entschlossen, sagte der Vorsitzende Richter Gerhard Pries. „Das ist ein Vorschlag, den wir gut vertreten können.“ Das sah die Verteidigung anders: „Es tut mir schrecklich leid, aber wir können diesen Vorschlag nicht akzeptieren“, sagte der Verteidiger Wolfgang Wiedemann. Offensichtlich gingen Gericht und Verteidigung von unterschiedlichen Sichtweisen aus.

Verteidigung will Bewährungsstrafe

„Wir sind mit dem Ziel einer Bewährungsstrafe in das Gespräch gegangen“, sagte der Verteidiger Ernst Medecke. Doch dazu wollte sich das Gericht noch nicht endgültig positionieren. „Darüber müssen wir gesondert beraten“, sagte Richter Pries. Er stellte aber klar, dass das Gericht das Verfahren zum Überfall auf den Edeka-Markt nicht, wie von der Verteidigung vorgeschlagen, einstellen werde. Diese hatte sich verwundert darüber gezeigt, dass es „bei den dürftigen Ermittlungsergebnissen überhaupt zu einer Anklage gekommen ist“. Handfeste Beweise für eine Schuld der Angeklagten gebe es nicht. „Ich kann meinem Mandanten nicht raten, etwas zu gestehen, was er nicht gemacht hat“, sagte Verteidiger Wiedemann. Er und sein Kollege sahen sich nicht in der Lage, weiter zu verhandeln. Der Vorschlag des Gerichtes habe sie überrascht. „Wir brauchen längere Zeit, um alles mit unseren Mandanten zu erörtern und ihr Vertrauen in das Gericht wiederherzustellen“, sagte Verteidiger Medecke. Am Dienstag, 15. Dezember, soll es weitergehen.

Von Dagmar Simons

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