Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Supermarkt-Räuber bleiben auf freiem Fuß
Lokales Ostprignitz-Ruppin Supermarkt-Räuber bleiben auf freiem Fuß
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:39 08.12.2015
Vor dem Amtsgericht in Neuruppin begann am Dienstag der Prozess gegen das mutmaßliche Räuberduo aus Kyritz. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Kyritz

Erst erschienen die beiden Angeklagten mit Verspätung, dann scheiterte die angestrebte Verständigung über eine Strafobergrenze und zum Schluss wurde die Verhandlung abgebrochen und vertagt. Kurzum: Es war der Wurm drin. Vor dem großen Gerichtssaal des Neuruppiner Amtsgerichtes warteten am Dienstag viele Zeugen vergebens: Sie konnten unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen. Am Dienstag sollte gegen die Kyritzer Marcus P. und Dennis R. verhandelt werden.

Das war geschehen

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schweren Raub und zweifachen Einbruchsdiebstahl vor. Die Männer sollen am 15. Januar dieses Jahres gegen 17.40 Uhr den Edeka-Markt an der Kyritzer Friedensstraße betreten haben, maskiert mit Gummimasken und einer ungeladenen Schreckschusspistole. Einer der Angeklagten forderte die Geschäftsführerin auf, die Kasse zu öffnen, was diese auch tat. Die Täter bedienten sich. Als sich der Kunde B. der Kasse näherte, soll sich ein Angeklagter mit der Waffe zu ihm gedreht und „Verpiss dich!“ gesagt haben. Dann ergriffen die Räuber die Flucht. Dabei verloren sie das Magazin der Pistole und Geld. Rund 500 Euro erbeuteten sie.

Zudem sollen die beiden 28 und 37 Jahre alten Männer am 9. und am 19. Januar 2014 jeweils mit einem etwa 35 Kilogramm schweren Gullydeckel das Schaufenster der Lidl-Filiale an der Perleberger Straße eingeworfen, dort die Zigarettenanlage aufgebrochen und Zigaretten im Wert von über 1600 Euro und Energydrinks für mehr als 85 Euro mitgenommen haben. So lautet die Anklage.

Vorschlag des Gerichtes nicht akzeptiert

Das Interesse an einer Verfahrensverkürzung bestand auf allen Seiten. Doch der Vorschlag des Gerichts stieß bei der Verteidigung nicht auf Gegenliebe. Für umfassende und glaubhafte Geständnisse sagte das Gericht folgende Höchststrafen zu: für Marcus P. eine zweijährige Freiheitsstrafe, für Dennis R. anderthalb Jahre. Bei beiden musste noch ein vorangegangenes Urteil einbezogen werden. Dazu hätten sie sich nach umfangreicher Beratung entschlossen, sagte der Vorsitzende Richter Gerhard Pries. „Das ist ein Vorschlag, den wir gut vertreten können.“ Das sah die Verteidigung anders: „Es tut mir schrecklich leid, aber wir können diesen Vorschlag nicht akzeptieren“, sagte der Verteidiger Wolfgang Wiedemann. Offensichtlich gingen Gericht und Verteidigung von unterschiedlichen Sichtweisen aus.

Verteidigung will Bewährungsstrafe

„Wir sind mit dem Ziel einer Bewährungsstrafe in das Gespräch gegangen“, sagte der Verteidiger Ernst Medecke. Doch dazu wollte sich das Gericht noch nicht endgültig positionieren. „Darüber müssen wir gesondert beraten“, sagte Richter Pries. Er stellte aber klar, dass das Gericht das Verfahren zum Überfall auf den Edeka-Markt nicht, wie von der Verteidigung vorgeschlagen, einstellen werde. Diese hatte sich verwundert darüber gezeigt, dass es „bei den dürftigen Ermittlungsergebnissen überhaupt zu einer Anklage gekommen ist“. Handfeste Beweise für eine Schuld der Angeklagten gebe es nicht. „Ich kann meinem Mandanten nicht raten, etwas zu gestehen, was er nicht gemacht hat“, sagte Verteidiger Wiedemann. Er und sein Kollege sahen sich nicht in der Lage, weiter zu verhandeln. Der Vorschlag des Gerichtes habe sie überrascht. „Wir brauchen längere Zeit, um alles mit unseren Mandanten zu erörtern und ihr Vertrauen in das Gericht wiederherzustellen“, sagte Verteidiger Medecke. Am Dienstag, 15. Dezember, soll es weitergehen.

Von Dagmar Simons

Die Initiative „Kyritzer Bürger für Frieden“ will mehr tun, als nur montags Lichter auf dem Marktplatz zu entzünden. In einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel warnen die Initiatoren vor den Folgen des Kriegs in Syrien. Erstmals wurde nun auch in Wusterhausen für Frieden demonstriert.

08.12.2015

Sieben Bürger beziehungsweise Bürgergruppen waren für den Ehrenamtspreis 2015 der Stadt Kyritz nominiert worden. Bei einem feierlichen Empfang am Montagabend im Rathaus erhielt Ursel Kasüschke vom Seniorenbeirat des Altkreises Kyritz die Ehrung.

11.12.2015

Das Netzwerk Gesunde Kinder bietet ab Januar wieder Ausbildungen für freiwillige Paten an, die Familien mit Kleinkindern in den ersten drei Jahren betreuen möchten. Die Ausbildung enthält dieses Mal spezielle Module, die auf den Umgang mit Flüchtlingen vorbereiten sollen und startet zuerst im Januar in Neuruppin und ab Februar auch in Kyritz und Wittstock.

11.12.2015
Anzeige