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Ostprignitz-Ruppin Syrer hilft Flüchtlingskindern bei Integration
Lokales Ostprignitz-Ruppin Syrer hilft Flüchtlingskindern bei Integration
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00:18 05.03.2017
Khaled Al Atrash ist in der Kyritzer Carl-Diercke-Schule nicht nur Übersetzer für die Flüchtlingskinder – er versteht auch, was sie bewegt. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Mehr als 20 Flüchtlingskinder gibt es derzeit in der Carl-Diercke-Oberschule in Kyritz. Die Jungen und Mädchen kommen vor allem aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, Tschetschenien und anderen kriegsgeschundenen Ländern. Auf die Klassenstufen 7 bis 10 verteilt, bekommen diese Schüler intensiven Deutschunterricht von Lehrern, nehmen nach einer gewissen Zeit auch schon am normalen Unterricht mit den einheimischen deutschen Schülern teil.

Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede

Sprachliche Defizite und kulturelle Unterschiede erweisen sich manchmal als große Hürden und machen eine Integration in den Schulalltag nicht immer einfach. Den Schülern und Lehrern der Carl-Diercke-Schule zur Seite steht deshalb Khaled Al Atrash aus Syrien, der im Dezember vergangenen Jahres eine Stelle über den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) antrat. Der 39-jährige Bufdi spricht neben Arabisch auch Russisch, Ungarisch und Deutsch.

Deutsch hat Khaled Al Atrash in nicht einmal anderthalb Jahren erstaunlich gut gelernt. Somit kann sich der Syrer mit fast allen Flüchtlingskindern, deren Eltern und den Lehrern verständigen.

Mit in den Unterricht zu gehen und dort bei Bedarf Übersetzter zu sein, ist die Hauptaufgabe des engagierten Bufdis. Die ausländischen Schüler haben somit immer einen Ansprechpartner aus den eigenen Reihen. Wenn es sein muss, spricht der Khaled Al Atrash, selbst Vater dreier Kinder, auch mal ein Machtwort bei den Schülern. „Nicht alle haben begriffen, wie wichtig Schule für sie ist, da unterscheiden sie sich nicht von manch deutschen Schülern“, wie Khaled Al Atrash bereits feststellen musste.

Seine beiden ältesten Söhne, der 16-jährige Ahmad und der zwei Jahre jüngere Omar sind mächtig stolz darauf, dass ihr Vater nun in der Schule arbeitet. „Jedoch passt es ihnen nicht immer in den Kram, dass ich sie nun ständig im Blick habe“, scherzt Khaled Al Atrash.

Die Familie kommt aus einer Kleinstadt bei Damaskus

Vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat lebte Al Atrash mit seiner Familie in einer kleinen Stadt rund 40 Kilometer außerhalb von Damaskus. Harte Arbeit in der Landwirtschaft prägten dort den Alltag. Einige Jahre vorher hatte der Familienvater den Lebensunterhalt als LKW-Fahrer in Ungarn und in der Ukraine bestritten. Dort lernte er die jeweiligen Landessprachen.

2014 flüchtete die Familie vor dem Krieg über die Türkei nach Westeuropa. Ein Jahr später in Deutschland angekommen, verschlug es die Al Atrashs nach Wusterhausen, wo sie zunächst im Übergangswohnheim unterkamen. Während die Eltern bald schon in der Kreisstadt Neuruppin einen Deutschkurs absolvierten, wurden die Kinder in der Schule angemeldet. Der jetzt zehnjährige Karim geht in Neustadt zur Schule, die beiden älteren besuchen die Diercke-Schule und sehen ihren Vater deshalb häufiger in der Schule, als ihnen manchmal lieb ist. Seine Bufdi-Stelle hat Khalid Al Atrash der Schulleiterin Christine Kruschel zu verdanken. Sie hatte die Idee, ihn mit dieser Aufgabe zu vertrauen, als er bei Elterngesprächen übersetzen half. „Die Stadtverwaltung hat diese Stelle geschaffen, darüber bin ich froh“, sagte Christine Kruschel.

Inzwischen wohnen Al Atrashs in einer Wohnung

Inzwischen hat die Familie Al Atrash das Übergangswohnheim in Wusterhausen verlassen können und eine eigene Wohnung im Neustädter Wohngebiet „Vogelsang“ bezogen. „Darüber sind wir sehr froh und von den Nachbarn wurden wir gleich akzeptiert“, sagte Khalid Al Atrash. Durch seinen neuen Job in der Diercke-Schule lernte er nicht nur noch besser Deutsch, sondern auch binnen kürzester Zeit so gut wie alle Ärzte der Region kennen. Er selbst und auch die anderen Familienmitglieder sind zum Glück gesund, sagt Khalid Al Atrash. Jedoch muss der 39-jährigeSyrer oft für seine ausländischen Schützlinge Arzttermine vereinbaren und meist auch mitgehen, um in der Praxis Übersetzer zu sein.

Von André Reichel

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