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TIK freut sich auf Lange Nacht der Wirtschaft

Werder TIK freut sich auf Lange Nacht der Wirtschaft

Das Unternehmen Technische Industriekunststoffe (TIK) mit Sitz im Gewerbegebiet Temnitzpark in Werder präsentiert sich in diesem Jahr zum zweiten Mal bei der Neuruppiner Wirtschaftsnacht. Die Besucher können sich auf Führungen durch die Produktionshallen freuen. Außerdem ist an diesem Standort ein zweites Schülerprojekt geplant.

Temnitzpark 52.9143585 12.7130092
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Mitarbeiter Marco Gesswein prüft ein Fertigteil auf seine Maßhaltigkeit.

Quelle: Peter Geisler

Werder. Auf dem Weg in die Produktionshalle der Firma Technische Industriekunststoffe (TIK) erinnert ein Bild aus Kunststoffresten an die zurückliegende Lange Nacht der Wirtschaft, an der das Unternehmen teilgenommen hat. Gestaltet wurde diese Erinnerung damals von der Künstlerin Ursula Zänker. Das Bild bringt auf den Punkt, was in den Hallen zu 90 Prozent verarbeitet wird: Industriekunststoff. „Die restlichen zehn Prozent sind Teile aus Aluminium oder Messing“, sagt Geschäftsführer Georg Tegtmeier. „Weil das Weichmetalle sind, die wir auch mit unseren Werkzeugen bearbeiten können. Bei Stahl hingegen geht das nicht.“

Beim Fräsen wird zusätzlich mit Kühlflüssigkeit gearbeitet

Beim Fräsen wird zusätzlich mit Kühlflüssigkeit gearbeitet.

Quelle: Peter Geisler

Die Firma TIK hat im Mai 2003 mit der Fertigung von Kunststoffformteilen begonnen. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Gewerbegebiet Temnitzpark in Werder. Seit den Anfängen hat das Unternehmen seine Produktionsfläche durch den Bau einer zweiten Produktionshalle verdoppelt. Außerdem verfügt TIK mittlerweile über 16 Drehmaschinen sowie Fräs­bearbeitungszentren für die sogenannte Fünf-Achs-Simultanbearbeitung. Dieses Verfahren ermöglicht die Herstellung von komplexeren Teilen, weil die Maschine beispielsweise auch Querbohrungen vornehmen kann. Das Gegenteil dazu ist die Drei-Achs-Maschine, bei der solche Bohrungen gar nicht oder nur nach mehrmaligem Umspannen der Teile möglich sind.

Größter Produktionsbereich sind Teile für die Verpackungsindustrie

„Das komplette Grundstück hier ist 15 000 Quadratmeter groß, davon sind allerdings nur 2 000 Quadratmeter bebaut“, sagt Geschäftsführer Tegtmeier. „Die neue Halle haben wir 2012 gebaut und bezogen.“ TIK produziert im Zerspanungsverfahren – also mittels Drehen und Fräsen – Kunststoffteile für den Maschinen- und Anlagenbau. Der größte Produktionsbereich seien Teile für die Verpackungsindustrie, gefolgt von der Nahrungsmittelindustrie, sagt Georg Tegtmeier. Dabei würden die computergesteuerten Maschinen bei hoher Präzision mit einer Oberflächengenauigkeit von einem Mikrometer arbeiten. „Das ist noch viermal feiner als ein Haar“, sagt Tegt­meier.

Kleiner Testkopf für einen Hüftgelenkskopf

Kleiner Testkopf für einen Hüftgelenkskopf.

Quelle: Peter Geisler

Produktionsleiter Edwin Kollhoff präsentiert ein Teil, das aussieht wie ein kleiner, grauer Pilz. „Das ist ein Hüftgelenkskopf für Hundehüften“, sagt er. „Er wird vom Arzt testweise eingesetzt, um zu prüfen, welche Größe der tatsächliche Kopf aus Titan später haben muss.“ So ein Teststück werde aus einem speziellen Kunststoff gefertigt, der sehr oberflächengenau verarbeitet werde, so dass sich nichts lösen könne. „Ich würde mir mal die Herstellung solcher Köpfe für Elefantenhüften wünschen“, sagt TIK-Chef Tegt­meier und lacht. Er formt mit den Händen eine große Kugel: „Diese Größe würde sich für uns richtig lohnen.“

Viele Mittelständler als Kunden

Es gebe bei Kunststoff eine immense Bandbreite an Material, das dann ganz verschiedenen Anforderungen entspreche, sagt Tegtmeier weiter. „Stoffe, die große Temperaturen aushalten oder radiologisch bestrahlt werden können, ohne Schaden zu nehmen.“ Das Material werde meist nach Kundenauftrag bestellt. Er lege Wert darauf, dass der Stoff in seiner Qualität immer gleichbleibend und zudem schnell verfügbar sei, erklärt Tegtmeier. Der schwerste Kunststoff, den TIK verarbeite, sei Teflon. „Den kennt man ja auch als Beschichtung“, sagt Kollhoff.

Geschäftsführer Georg Tegtmeier

Geschäftsführer Georg Tegtmeier.

Quelle: Peter Geisler

Das Unternehmen zähle neben großen Firmen wie Bosch und Siemens vor allem Mittelständler zu seinen Kunden, sagt Georg Tegt­meier. Problematisch sei, dass mancher Mitbewerber die Preise versaue, befindet der Geschäftsführer. „Deshalb legen wir umso mehr Wert auf Zuverlässigkeit. Also dass unsere Produkte pünktlich geliefert werden und wir eine möglichst geringe Reklamationsquote haben.“

Suche nach Azubis und Mitarbeitern immer schwieriger

TIK bildet auch aus, zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik – früher Dreher, Fräser oder Zerspaner genannt. Der aktuelle Azubi schließe seine Lehre demnächst ab und auch für den Beginn des neuen Ausbildungsjahres sei wieder jemand gefunden worden, sagt Kollhoff. „Auch wenn es nicht mehr so einfach ist, in der Region Auszubildende zu finden“, ergänzt Tegtmeier. Viele junge Leute bevorzugten andere Berufsfelder. „Die letzten Azubis haben wir immer über Ferienarbeit oder Praktika gefunden“, sagt Kollhoff. Die Lange Nacht der Wirtschaft solle also natürlich auch dazu dienen, das Unternehmen weiter bekannt zu machen. „Wir wollen uns öffnen als Teil der Region“, sagt Tegtmeier.

Zwei der komplizierteren Kunststoffteile, die TIK produziert

Zwei der komplizierteren Kunststoffteile, die TIK produziert.

Quelle: P=eter Geisler

Die Firma TIK beschäftigt an ihrem Standort in Werder 37 Mitarbeiter – ein Drittel davon im Fertigungsbereich. Auszubildende würden generell übernommen. „Wir sind immer auf der Suche nach Mitarbeitern, nach Verfahrens- oder Zerspanungsmechanikern“, sagt Georg Tegtmeier. „Die Region ist eben nicht sehr industriell geprägt, da ist das schwieriger.“ Der Geschäftsführer freut sich auf die Lange Nacht der Wirtschaft: „Beim letzten Mal haben die Besucher viele Fragen gestellt und sich wirklich Zeit genommen, alles anzusehen. Es war sehr lebendig und hat uns Spaß gemacht.“

Von Josephine Mühln

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