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Ostprignitz-Ruppin Tackmann beklagt „wachsende Intoleranz“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tackmann beklagt „wachsende Intoleranz“
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00:18 14.07.2017
Kirsten Tackmann (56) sitzt seit 2005 für die Region im Bundestag. Im September will die Tierärztin erneut dort einziehen. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Der Bund soll sich mehr für die Stärkung des Schienenverkehrs auf dem Land einsetzen. Das hat gestern die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) aus Tornow bei Wusterhausen (Dosse) zum Auftakt ihrer alljährlichen Sommertour durch die Region gefordert. Es sei zwar schön, dass derzeit keine weiteren Strecken abbestellt werden. Doch reiche der Status Quo nicht aus. „Von Bund und Land muss mehr für die ländlichen Regionen getan werden“, sagte Tackmann.

Die 56-Jährige weiß, wovon sie spricht. Lebt die Politikerin doch in Tornow, einem Örtchen mit gerade einmal 60 Einwohnern. „Die Schiene muss die Grundversorgung für den öffentlichen Personennahverkehr sein“, betonte Tackmann. Zugleich kritisierte sie, dass die Rentenanpassung in Ost- und Westdeutschland erst für 2024 vorgesehen ist. „Das kommt zu spät.“ Seit Juli erhalten die Rentner in Ostdeutschland im Schnitt 95,7 Prozent des Rentenwertes, der in Westdeutschland gezahlt wird. Laut dem aktuellen Entwurf des sogenannten Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes sollen die Renten in Ost- und Westdeutschland bis Juli 2024 in sieben Schritten angeglichen werden.

Tackmann: Sommertour ist wie Zeugnisausgabe

Tackmann versteht ihre Sommertour, die im August nahtlos in den Bundestagswahlkampf übergehen wird, „wie eine Zeugnisausgabe“. Das Volk sei der Souverän, und dem Votum des Volkes müssten sich Abgeordneten stellen, auch wenn die Zensuren manchem Politiker mitunter ungerecht erscheinen, so Tackmann. Sie will bei ihrer Tour für eine solidarische Gesellschaft werben. „Jeder sollte sich nach seinen Möglichkeiten in die Gesellschaft einbringen können.“ Stattdessen werde in einem so reichen Land wie Deutschland die soziale Ungerechtigkeit immer größer. „Das darf nicht sein“, sagte Tackmann. Sie verwies darauf, dass nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung die Gefahr der Altersarmut in den ostdeutschen Bundesländern deutlich steigen und damit das Risiko in den westdeutschen Bundesländern übertreffen wird.

Beunruhigt ist die Politikerin zudem darüber, dass aus ihrer Sicht das „autoritäre Politikverständnis“ zunimmt und das Misstrauen vieler Menschen untereinander wieder auf dem Vormarsch ist. Die Alternative für Deutschland (AfD) sei dabei nur ein kleiner Teil des Problems, sagte Tackmann.

Misstrauen vieler Menschen untereinander nimmt zu

Sie hat bei ihren Gesprächen auf den Marktplätzen in Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und im Havelland eine „wachsende Intoleranz“ festgestellt. Die Tierärztin sprach sich gestern zudem für eine andere Bodenpolitik aus. Es müsse verhindert werden, dass Investoren Flächen in Größenordnungen aufkauften und die Landwirte in der Region das Nachsehen hätten. Doch selbst nach der Pleite des Biogas-Riesen KTG Energie habe sich nichts geändert. Das Unternehmen sei „einfach von der nächsten Heuschrecke übernommen“ worden, so Tackmann. Sie sprach sich zudem für Obergrenzen beim Bau von Ställen für Hühner, Puten und Schweine aus.

Den Bund in der Pflicht sieht Tackmann beim Schutz von Herdentieren vor Wölfen. Es sei falsch, dieses Thema den Ländern zu überlassen, die damit unterschiedlich umgehen. „Der Wolf hält sich doch auch nicht an Ländergrenzen.“

Von Andreas Vogel

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