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Ostprignitz-Ruppin Tag der Begegnung in Klosterheide
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tag der Begegnung in Klosterheide
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00:17 01.06.2016
Schlange am Büfett: die Flüchtlinge haben keine Mühe gescheut und über Stunden lecker gekocht. Quelle: Buddeke
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Klosterheide

„Auch wenn wir oftmals ernst gucken – wir meinen das nicht so. Wir lachen auch gern“, erklärt Lindows Bürgermeisterin Heidrun Otto und eröffnet mit diesen Worten den Tag der Begegnung im Übergangswohnheim Klosterheide. Der Satz bezieht sich auf Fragen, die Asylbewerber sich in Deutschland oft stellen – an einer Wand reihen sich noch etliche mehr davon. Denn die deutsche Kultur und Lebensweise ist für alle Geflüchteten Neuland, in dem sie nach ihrer Ankunft erst einmal orientierungslos umhertappen.

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Tag der Begegnung mit Flüchtlingen und Einheimischen im Übergangswohnheim Klosterheide

Und andersherum ist es ähnlich – auch die Deutschen wissen trotz aller Willkommenskultur recht wenig über die neuen Nachbarn. Um dem etwas gegenzusetzen, haben die vielen fleißigen Helfer der Initiative „Lindow hilft“ gemeinsam mit den Klosterheider Flüchtlingen, die zumeist aus Afghanistan, Syrien, dem Iran, Eritrea und Tschad stammen, einen Tag der Begegnung organisiert. Vorausgegangen war ein internes Fest im Februar, das gut besucht war und ein weiteres – kurdisches – Neujahrsfest. Der Erfolg veranlasste Heimleiter Andreas Kosmalla, der von den Lindower Helfern und Paten immense Unterstützung erhält, den Tag der Begegnung groß aufzuziehen und den Lindowern, Klosterheidern und den Asylbewerbern eine Plattform für Begegnungen einzuräumen – nur durch gegenseitiges Kennenlernen lässt sich die Angst vor dem Fremden ausräumen. Anderthalb Monate haben die Vorbereitungen gedauert. Jedes einzelne Detail wurde genau geplant. „Deswegen haben unsere Vorbereitungssitzungen oft lange gedauert“, so Kosmalla.

„Es ist doch alles nicht so dramatisch, wie viele am Anfang dachten“, resümiert Heidrun Otto das erste halbe Jahr nach Ankunft der Flüchtlinge. Mittlerweile gibt es Patenschaften von Lindowern für Familien. Eine ganze Reihe junger Männer absolvieren derzeit in und um Lindow Praktika in Hotels, Kliniken oder Handwerksbetrieben. „Sobald er eine Arbeitsgenehmigung hat, würde ich ihn gern richtig einstellen“, sagt Elektriker Ronny Krüger über seinen iranischen Praktikanten Asad. Auch die Allianz Lindow-Kurdistan funktioniert prächtig: eine junge Lindowerin mit ihren zwei Kindern hat in Klosterheide ihre Liebe gefunden. Sie alle sind am Sonnabend nach Klosterheide gekommen, um mit den Bewohnern zu feiern.

Als Cindy Voigt, Sekretärin und AG-Leiterin an der Lindower Grundschule, den Hof des Heims betritt, flattern die Kinder auf sie zu – deutsche und ausländische gleichermaßen. Auch Besucher, die nicht zum Helferkreis gehören, zählen zu den Besuchern, um sich ein Bild von den neuen Nachbarn zu machen. Im Hof gibt es Kaffee und Kuchen, wird geplaudert und gelacht. Auf der Wiese vor dem Heim hat die Feuerwehr alle Hände voll zu tun, die Druckspritze nachzufüllen. Kein Kind, dass nicht klatschnass ist – mit Ausnahme vielleicht der Fraktion der rosafarbenen Prinzessinnen. Trocknen können die Kids später beim Puppentheater. Derweil laufen im Tagungsraum des ehemaligen Hotels „Heidegasthof“, in dem die Flüchtlinge leben, Präsentationen über die Länder der Bewohner. Mirza Hosseini demonstriert bei seiner Afghanistan-Fotoschau, wie gut er mittlerweile auch schon schwere deutsche Wörter lesen kann. So weit ist sein Vorgänger aus dem Tschad noch nicht. „Das ist deine Tante“, souffliert die Helferin angesichts des Fotos einer Frau mit Kopftuch. Brav spricht der junge Mann es nach. Freundliches Gelächter bei den nahezu 100 Leuten im Raum. „Nein, du musst ’meine Tante’ sagen“, hilft die Frau weiter.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so voll wird“, freut sich Jana Siewert von „Lindow hilft“, die den von den Helfern und der Bäckerei Rabeneck gestifteten Kuchen kredenzt. Auch Andreas Kosmalla ist froh: nicht nur wegen der vielen Besucher sondern auch ob der guten Zusammenarbeit mit den Behörden und der Spendenbereitschaft im Vorfeld: Der Besitzer des Heidegasthofes Jürgen Krieger etwa hat 300 Euro gespendet.

Am Abend zeigen die Flüchtlinge, was bei ihnen so auf den Tisch kommt. Stundenlang haben sie in der Küche gewirbelt: das Ergebnis ist ein üppiges Büfett, an dem sich eine lange Schlange bildet, die so schnell nicht abreißt – zu köstlich ist die Multi-Kulti-Kost. Damit die nicht ansetzt, darf im Nachgang getanzt werden. Deutsch, orientalisch oder afrikanisch, bleibt jedem selbst überlassen.

Von Regine Buddeke

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