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Ostprignitz-Ruppin Grundschüler säen Bucheckern und Zukunft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Grundschüler säen Bucheckern und Zukunft
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00:31 24.03.2018
Ayla, Nele und Romina (vl.) bildeten ein Saatteam. Reinhard Helm freute sich über die Hilfe der 33 Grundschüler. Quelle: Christamaria Ruch
Heiligengrabe

Harke, Spaten und ein Eimer Bucheckern. Die 33 Mädchen und Jungen aus der 4. und 5. Klasse der Nadelbachgrundschule in Heiligengrabe tauschten am Mittwoch ihre Schulmaterialien gegen Arbeitsgeräte. Denn am Tag des Waldes beteiligten sie sich an der landesweiten Aktion „Wir säen Zukunft.“

Erstmals stand der Tag des Waldes unter diesem Motto. Dabei wirkten landesweit 21 von 30 Oberförstereien mit. Reinhard Helm, Revierleiter Königsberg, betreut seit Juni vergangenen Jahres auch das Revier Heiligengrabe.

Peter Jork, Leiter der Oberförsterei Neustadt (Dosse) Quelle: Christamaria Ruch

„Das ist eine schöne Arbeit für die Kinder, sie säen tatsächlich ihre Zukunft“, so Helm. Am Naturlernpfad „Rote Brücke“ und auf den Flächen vom Kloster Stift zum Heiligengrabe traten die Schüler in Aktion und legten Bucheckern in den Waldboden.

An ihrer Seite hatten sie neben Reinhard Helm auch die Revierleiter Doris Reumuth aus Tramnitz und Michael Noack aus Lüttgen-Dreetz. „Das ist eine sehr schöne Sache im Rahmen der Waldpädagogik“, sagte Peter Jork, Leiter der Oberförsterei Neustadt (Dosse).

Auf einer halben Hektar großen Fläche, also 5000 Quadratmetern, brachten die Kinder die Früchte in die Erde. Für eine Fläche dieser Größe werden 35 Kilogramm Bucheckern benötigt. „Die Rückegassen werden nicht besät, also brauchen wir hier gut 25 Kilogramm“, sagte Reinhard Helm.

Auf der Fläche befinden sich Lärchen als Oberbestand. „Es erfolgt mit den Buchen ein Umbau zum Mischwald“, so Peter Jork. Die Bucheckern stammen aus Meyenburg, einem ausgewählten Herkunftsgebiet. „Es ist nicht erlaubt, im Park die Früchte zu sammeln und dann auszusäen, dafür gibt es immer besondere Gebiete“, sagte Reinhard Helm zu den Gästen. Dazu gehörten auch Mitarbeiter aus der Gemeinde Heiligengrabe.

33 Schüler bilden elf Saatteams

Die 33 Grundschüler arbeiteten in elf Saatteams. Jeweils drei Mädchen und Jungen bildeten eine Gruppe. „Das wurde ausgelost, wer jetzt zusammen arbeitet, uns macht diese Arbeit Spaß“, sagte Ayla aus der 4. Klasse. Ayla hielt den Spaten bereit, Fünftklässlerin Nele die Harke und Romina aus der 4. Klasse die Bucheckern. „Der Rohhumus wird zunächst abgeharkt, dann wird mit dem Spaten ein kleines Loch ausgehoben und dann kommen jeweils drei Bucheckern in die Erde“, sagte Romina.

Reinhard Helm hielt 25 Kilogramm Bucheckern aus Meyenburg für die Aktion bereit. Quelle: Christamaria Ruch

„Plätzeweise werden die Bucheckern eingestuft“, sagte Reinhard Helm in der Fachsprache. Der Abstand zwischen den Saatplätzen umfasst einen großen Schritt, also gut 80 Zentimeter. „Wir hoffen, dass 80 Prozent der Bucheckern keimen“, so Peter Jork.

Dies hängt natürlich vom weiteren Witterungsverlauf ab. Auch wenn am Morgen der Waldboden leicht gefroren war, konnten die Schüler problemlos ihr Werk beginnen. „Das ist ja anders als auf den Wiesen, hier ist es geschützt“, so Reinhard Helm.

Damit die Kinder beobachten können, wie viele der Bucheckern keimen, aufgehen und wachsen, werden alle Abteilungen mit Nummern markiert. Diese stimmen mit der jeweiligen Teamnummer überein. „Sie können dann immer mal wieder hierher kommen, auch mit ihren Eltern und sehen, wie sich alles entwickelt“, sagte Doris Reumuth.

Peter Jork nutzte die Gelegenheit und sprach mit Georg Abel, Büroleiter der Landtagsabgeordneten Ina Muhs (SPD) aus Wittstock. „Bei der nächsten Forstreform 2020 sollen von 30 Oberförstereien 18 übrig bleiben. Von landesweit mehr als 30 Waldpädagogenstellen sind dann nur noch vier übrig“, sagte Jork. Er bat Abel, dies politisch zu verhindern. Tritt dieses Szenario der Stellenkürzungen ein, sind Aktionen wie „Wir säen Zukunft“ nicht mehr möglich.

Von Christamaria Ruch

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