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Ostprignitz-Ruppin Tag des offenen Gartens: Besuch bei Baumanns
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tag des offenen Gartens: Besuch bei Baumanns
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00:18 15.06.2017
Viele Besucher erfreuten sich am Garten der Baumanns. Quelle: Jens Wegner
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Wittenberge

Am Sonntag waren wieder die Tore einiger Gärten in der Prignitz geöffnet. 25 Gartenbesitzer luden ein, ihre Gärten zu besuchen und zu bewundern. Die vom Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und dem Tourismusverband Prignitz gemeinschaftlich organisierte Aktion erfreut sich seit Jahren einer ungebrochenen Beliebtheit. Zu den verschiedenen regionaltypischen Gartenanlagen zählen Hof- oder Blumengärten, Bauern- und Landschaftsgärten. Jeweils im Frühling, Sommer und Herbst öffnen Prignitzer Gartenbesitzer ihre Pforten und machen den besonderen Reiz der unterschiedlichen Jahreszeiten erlebbar.

Ingrid Baumann (l.) gibt Gartentipps. Quelle: Jens Wegner

„Ich brauche Licht und Luft”, sagte Ingrid Baumann aus Wittenberge, als sie Besuchern den Beschnitt ihrer Nadelbäume erklärte. Sie ist eine von den – überwiegend aus der Prignitz stammenden – 27 Teilnehmern der Aktion Offene Gärten, die ihr Refugium im Lindenweg 18 für interessierte Besucher öffnete. Ihr Kräutergarten darf wachsen, wie es ihm gefällt. Denn dann, so sagt sie, habe sie auch mal etwas zum Verschenken. Einige Blätter pflückte sie ab, zerrieb sie in der Hand und ließ ihre Gäste an den duftenden Kräutern riechen. In ihrem Garten gibt es, fast ein bisschen versteckt, einen Teichweg, einen Umweg und einen Kannenweg mit liebevoll gestalteten Namensschildern. Letzterer führt zu ihrer Gießkannensammlung von etwa zehn Zinkkannen für den Garten. „Nur eine Rosenkanne fehlt mir noch. Die hat ein längeres Rohr zum Ausgießen, damit man besser an die Rosen rankommt, ohne sich zu stechen. Aber so eine Kanne ist teuer”, meinte sie eher flüsternd. In einer Ecke gibt es eine schattige, kuschlige Sitzgelegenheit. Die Hollywood-Schaukel ist komplett mit Efeu überwachsen. Jahrelang habe sie den Efeu gezogen, berichtete sie, bis es so gewachsen war, wie sie es wollte. Links und rechts gibt es kleine Fenster – Gucklöcher durch das Geäst in den Garten. „Fenster putzen heißt in diesem Fall ein paar Blätter zu entfernen”, sagte sie und „putzte”.

Die Gießkannensammlung. Quelle: Jens Wegner

Es gibt einen natürlichen Teich mit Fischen, Pflanzen und Libellen. Keine Pumpe ist nötig, um den Sauerstoffhaushalt zu regulieren. Das übernimmt die Natur. Alles ist sehr gepflegt und doch lässt sie der Natur ihren Lauf. „Manchmal gehe ich gar nicht in den Garten und manchmal bin ich den ganzen Tag hier. Im Frühjahr wenn die Vegetation zu sprießen beginnt, gibt es viel zu tun. Das Unkraut wächst dann schnell. Jetzt geht es”, beschrieb sie ihren Arbeitsaufwand. Überhaupt mache sie nicht sehr viel, meinte sie. „Ich mag es gern grün und lasse es wachsen.” Den ansehnlichen Ginkobaum hat sie von ihrer Schwiegertochter Ines Baumann bekommen, den sie aus einem Samen zog. Der Baum wurde so geschnitten, dass die Krone einer Kugelform entspricht. Neben vielen bekannten Blumen, Sträuchern und Bäumen beherbergt sie auch viele seltene Arten. „Der Blauglockenbaum, auch Paulownia genannt, ist zum Beispiel was ganz besonderes. Er wächst sehr schnell und sein Holz wird zur Herstellung von Musikinstrumenten verwendet”, erklärt die agile Rentnerin. „Wenn die Sonne im Gegenlicht durch die Blätter scheint, sieht man die feinen Adern”, schwärmt sie. Ein toter Apfelbaum dient als Rankhilfe für eine Kletterrose. Kleine Kunstwerke und Dekoartikel ergänzen das Pflanzenarrangement. „Ich hatte früher einen Mittelweg mit Beeten links und rechts, überwiegend zum Gemüseanbau. Nach der Wende musste man nichts mehr anbauen, weil es alles zu kaufen gab”, berichtete sie aus der Geschichte des Gartens. Die ersten Gemüsebeete wichen einem Teich. Ein kleiner Gemüsegarten blieb aber bis heute übrig. Und noch immer besucht sie gern Gärtnereien, immer auf der Suche nach Pflanzen, die sie interessieren.

Viele Besucher kamen und staunten. Quelle: Jens Wegner

Ihre Gäste wurden am Sonntag reichlich mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen bewirtet. Ihr Mann Hans Baumann schenkte seine – über die Wittenberger Feuerwehr bekannte und beliebte – Baumannsche Erbsensuppe aus.

Von Jens Wegner

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