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Ostprignitz-Ruppin Netzwerk will Fachkräfte in die Region holen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Netzwerk will Fachkräfte in die Region holen
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00:33 18.03.2018
Gerade auch die Tourismusbranche in der Region klagt in zunehmendem Maße über fehlende Fachkräfte. Quelle: ZB
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Kyritz

Unternehmen im Nordwesten Brandenburgs wollen bei der Gewinnung von Fachkräften noch enger zusammenarbeiten. Dieser Tage gab der „Stammtisch der Personalverantwortlichen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin“ die Gründung eines „Talentenetzwerkes“ bekannt. Der Stammtisch entstand im vergangenen Jahr auf Initiative der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG), der Gesellschaft für kommunale Dienstleistung Inkom in Neuruppin und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Land Brandenburg (WFBB).

Unternehmen reichen Bewerber weiter

Das „Talentenetzwerk Nordwestbrandenburg“ will es den Unternehmen der Region ermöglichen, Bewerber untereinander auszutauschen. Wenn also auf eine Stellenausschreibung mehrere Bewerbungen eingehen, sollen die, die trotz geeigneter Qualifikation nicht berücksichtigt werden konnten, an andere Unternehmen weitergereicht werden. „Auf diesem Wege versuchen wir, Menschen, die sich für eine Arbeit in unserer Region interessieren, eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu geben und Unternehmen im Netzwerk den Zugang zu möglichst vielen Talenten zu ermöglichen“, so REG-Geschäftsführer Christian Fahner.

Die neue Initiative war Anfang der Woche Thema einer Diskussionsrunde zur Fachkräftesicherung in Kyritz. Dem etwa einem Dutzend Teilnehmer aus der Wirtschaft erklärte REG-Vertreterin Simone Zeil dabei unter anderem: „Wir als REG kümmern uns um das Netzwerk und darum, dass die Bewerber entsprechend weitergeleitet werden.“ Voraussetzung sei selbstverständlich deren Zustimmung.

REG-Chef Fahner stellt klar, dass sich Firmen für das Netzwerk anmelden müssen. „Sobald sich die ersten zehn Mitglieder beteiligen, nimmt das Netzwerk seine Arbeit auf und kann von den Personalverantwortlichen genutzt werden.“

Nachwuchs dringend gesucht

Bei der Runde am Dienstag in Kyritz unter dem Titel „Arbeitswelt im Wandel – Impulse für Arbeits- und Fachkräftesicherung“ spielten noch weitere Aspekte der Mitarbeitergewinnung eine Rolle.

Melanie Schreiber vom Regionalbüro für Fachkräftesicherung der WFBB gab einen Überblick über die aktuelle Situation. Die steigende Zahl älterer Mitarbeiter, Fragen der Unternehmensnachfolge und die Besetzung von Ausbildungsplätzen würden immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. So seien im Bereich der Ernährungswirtschaft 21,46 Prozent der Mitarbeiter älter als 55 Jahre. „Wir kommen an einen Punkt, an dem das zu einem Problem werden könnte“, warnte Melanie Schreiber.

Um neue, jüngere Mitarbeiter auf Dauer anzusprechen, müssten sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber präsentieren. Die Bezahlung sei dabei nicht einmal der ausschlaggebende Faktor.

Wie Arbeitgeber attraktiv werden

„Wertschätzung ist wichtiger als Geld“, sagte Schreiber. Es gehe um Fragen des Führungsstils, des Betriebsklimas, der Aufgabengestaltung. Wichtige Argumente für Arbeitnehmer seien heute die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexible Arbeitszeitgestaltung, Qualifizierungsmöglichkeiten. Chefs sollten mit ihren Beschäftigten reden, ihre Stärken fördern und dazu beispielsweise auch Prämienmodelle nutzen. „Innenwirkung zeigt meistens auch Außenwirkung“, versprach die Fachkräfteexpertin und verwies zugleich auf die wechselnden Ansprüche im Zuge des Generationenwechsels: „Man sollte bei dem Angebot genau überlegen: Wen möchte ich überhaupt ansprechen.“

Darauf, dass noch andere Faktoren das Arbeitskräfteangebot mitbestimmen, verwies die Betreiberin des Kyritzer Hotels „Waldschlösschen“ Yvonne Schwarzer: „Wir müssen dann arbeiten, wenn die Gäste kommen und nicht wenn unsere Mitarbeiterin ihr Kind in der Kita abgeben kann.“

Dass es auf diesem Gebiet noch Defizite gibt, räumte die Wirtschaftförderin der Stadt Kyritz Marlies Ferner ein: „Zukünftig wird eine flexible Kita-Betreuung ganz wichtig sein als Standortfaktor.“

Simone Zeil von der REG fasste zusammen: „Was es hier in der Region braucht, ist, sich mal an einem Tisch zusammenzusetzen und zu klären, was möglich ist.“

Von Alexander Beckmann

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