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Ostprignitz-Ruppin Tante Emma ist in Kunow ein Mann
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tante Emma ist in Kunow ein Mann
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00:17 21.05.2016
Heike Granzow ist Angestellte auf Abruf bei Wolfgang Wichert in Kunow und Kuchenbäckerin. Quelle: Sandra Bels
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Kunow

Klärchen hat kein Erbarmen mit Wolfgang Wichert. Sie gibt alles an diesem Samstagvormittag. Dem Kunower laufen die Schweißperlen über das Gesicht. Es nützt nichts: der Buschbackofen muss heiß sein, wenn der Kuchen hinein kommt. Der Backofen ist seine Sache.

In der Küche der Pension „Zur Quelle“ in Kunow führt Wicherts Lebensgefährtin Susanne Jürgens das Zepter. Mitarbeiterin Heike Granzow und Susanne Jürgens haben den Hefeteig für die Kuchenbleche schon geknetet. Jetzt muss er nur noch gehen. Am Nachmittag kommen Streuselkuchen und Bienenstich bei einem Beerdigungs-Kaffeetrinken auf den Tisch. Es gibt auch schönere Anlässe, zu denen man sich bei Wichert in Kunow trifft, wie Geburtstage oder Hochzeiten. Seine Pension ist weit mehr als nur das. Sie ist Gaststätte, Tante-Emma-Laden und Anlaufpunkt für die Menschen im Ort.

Dienstleister seit 1992 in Kunow

Wicherts Geschichte in Kunow beginnt 1992. „Damals eröffnete ich eine Versandhaus-Agentur“, erzählt der Kunower. Auch Lotto konnte man bei ihm spielen. Fünf Jahre später folgte die Gaststätte „Zur Quelle“. „In Richtung Krams findet man die Quelle der Beke, daher kommt der Name“, so Wichert. Er ist eigentlich gelernter Rundfunk- und Fernsehtechniker. Arbeitete zu DDR-Zeiten im Dienstleistungskombinat und nach der Wende bei einer Privatfirma in Kyritz bis 1992. Haus und Grundstück in der Thomas-Müntzer-Straße 46 von Kunow hatte er bereits zu DDR-Zeiten gekauft. Es war früher eine Fleischerei.

Der Hof entwickelte sich nach 1992 immer mehr zum Zentrum für Dienstleistungen in Kunow. Er baute die kleine Pension aus. ­Wichert vermietet vier modern ausgestattete Zimmer. Insgesamt stehen sieben Betten zur Verfügung. Erst kürzlich waren Wicherts Stammgäste aus Sachsen wieder da. „Es sind Eisenbahnfans“, erzählt er. Sie schauen sich immer in der Region um und besuchen stets das Kleinbahnmuseum in Lindenberg.

Wichert hat nicht nur sie als Besucher. Viele seiner Stammgäste kommen aus ganz Deutschland, aber auch aus Polen, Lettland oder Schweden. Aus Österreich, Spanien und der Schweiz reisen meist Bauarbeiter an, die in der Region zu tun haben. „Sie alle schätzen die familiäre Atmosphäre bei uns“, sagt der Gastwirt.

Den kleinen Laden betreut Wichert allein

Der 65-Jährige hat eine Angestellte. Heike Granzow ist nicht täglich da, kommt aber, wenn sie gebraucht wird. Den kleinen Laden, die Einkaufsquelle, betreut Wichert allein. „Die ersten Kunden kommen morgens gegen 8 Uhr“, sagt er. Sie kaufen die Zeitung. Meist sind es ältere Leute, die zum Frühstück ihre Lektüre brauchen. Den Tag über bleibt es im Laden meist ruhig. Zwischen 17 und 18 Uhr kommt wieder Leben auf den Hof. „Manche Kunden holen schnell noch etwas zum Abendbrot“, sagt Wichert. Andere kommen auf ein Bier und ein Schnäpschen vorbei und auf ein Schwätzchen. „Das ist so eine Art Kneipenersatz“, sagt der Kunower. Ein regelmäßiger Gaststättenbetrieb würde sich für ihn aber nicht lohnen. Er ist auch so wochentags für die Leute da und öffnet am Samstag bis mittags. Kommt jemand außerhalb dieser Zeiten und Wichert ist mit seiner Lebensgefährtin zu Hause, wird er nicht abgewiesen.

Susanne Jürgens ist eine waschechte Rostockerin. Sie lebt seit acht Jahren in Kunow. Dass sie im Familienunternehmen mitarbeitet, war für sie selbstverständlich. Die gelernte Rinderzüchterin, später mit Meistertitel, wuchs in Laage auf. Ihr Weg nach Kunow führte über Grimmen, wo sie in der Geflügelzucht tätig war und später in einer Käserei. Ein Job in einer Fleischerei, Computerlehrgänge und eine Ausbildung zur Floristin folgten, bevor sie 2007 Wolfgang Wichert kennenlernte und nach Kunow umzog. Ihr erwachsener Sohn blieb an der Küste, lebt heute in der Nähe von Greifswald.

Das Anheizen des Backofens dauert zwei Stunden

Bis vor drei Jahren lud Wolfgang Wichert immer im September zum Fest an seinem Buschbackofen im Garten ein. Er bedauert es, dass das auch wegen seiner Gesundheit heute nicht mehr so möglich ist. Den Backofen hatte ihm ein Nachbar gebaut. Der Ofen ist drei Meter lang. In einem Schuppen im Garten sammelt Wichert Buschwerk zur Befeuerung. Etliche Kunower Weihnachtsbäume finden sich darunter. Das Anheizen dauert etwa zwei Stunden. Dann muss der Ofen ruhen und Wichert wischt ihn mit einem selbst gebauten ­Gerät sauber, damit keine Asche an den Kuchen gelangt. ­Anschließend kann gebacken werden. „So schnell wie das geht, können die Frauen den Teig nicht ausrollen und belegen“, sagt Wichert mit einem Schmunzeln. Für ihn war der Bau des Backofens eine gute Entscheidung. Nicht nur Kuchen bekommen darin ihre ganz besondere Note. Auch Brot und Braten wie vom Wildschein oder Spanferkel gelingen darin.

Wichert ist im Ort aber nicht nur als Dienstleister bekannt. Einen Namen machte er sich auch bei der Feuerwehr des Dorfes. Seit 1968 ist er dort Mitglied. Mehr als ein ­Vierteljahrhundert war er zunächst als Wirkungsbereichsleiter und später dann als Amts- und Gemeindebrandmeister tätig. Die Begeisterung für die Feuerwehr hat er auf Sohn Roberto übertragen, der in Gumtow lebt und dort ebenfalls in der Wehr wirkt. Außerdem ist er Jugendwart der Gemeinde Gumtow. Sohn René blieb ebenfalls in der Prignitz und lebt heute in Perleberg.

Von Sandra Bels

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