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Tanztage auf dem Schulplatz eröffnet

Neuruppin Tanztage auf dem Schulplatz eröffnet

Tanzen als Teil der Landschaft: Die Kanadierin Caroline Laurin-Beaucage eröffnete am Dienstag in Neuruppin die Potsdamer Tanztage. Wind, Geräusche, Zuschauer und Umgebung gaben den Ton an, zu dem sie ihre Performance auf dem Schulplatz zeigte.

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Tanzen, was man fühlt: Das Leitmotiv der Tanzperformance von der Künstlerin Caroline Laurin-Beaucage ist die Bewegung ihrer Hände.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Auf dem Schulplatz vor dem Alten Gymnasium ist ein Metallgestell aufgebaut – im Markttreiben könnte es auch zu einem der Stände gehören. Doch in dem kubusförmigen Konstrukt bewegt sich zu einer inneren Musik Caroline Laurin-Beaucage. Fließende Bewegungen, die ihren Körper über die quadratische Fläche wirbeln, gehen über in minimalistische Gebärden. Was sie bewegt, hört nur sie – ihr Körper und die Umgebung geben den Rhythmus vor. Für ihre Performance „Habiter son memoire“ (dt. „Sein Gedächtnis leben“) braucht die Kanadierin keine Musik.

„Der Ort bringt schon genug Laute und Geräusche mit – den Wind, das Wasserspiel, die Kirchenglocken, das Gemurmel der Menschen auf dem Markt“, erklärt die Tänzerin. „Mein Körper folgt diesem Rhythmus, er wird von den äußeren Einflüssen und den Erinnerungen an bisherige Bewegungen meines Körpers geleitet.“

Hochkonzentriert

Hochkonzentriert: Vier Stunden lang ließ sich die Künstlerin von inneren und äußeren Impulsen leiten.

Quelle: Peter Geisler

Mit Caroline Laurin-Beaucages Tanzperformance fand der Auftakt der Potsdamer Tanztage erstmals seit 26 Jahren nicht in der Landeshauptstadt, sondern in Neuruppin statt. Vier Stunden lang bewegte sich die Künstlerin in ihrem Würfel, der den Blick durch ein durchsichtiges Haus symbolisiert. Draußen zu tanzen sei viel unmittelbarer als in einem Saal, findet sie. „Es bedeutet Freiheit und Leichtigkeit und ermöglicht eine weite Sicht“, sagt Laurin-Beaucage. „Es bereichert mich, und ich füge mich in meiner Performance als natürlicher Teil in die bestehende Landschaft mit ein.“

Dabei greift sie deren direkte Wirkung auf, übernimmt deren Dynamik und verbindet sie mit vertrauten Zuständen des Körpers. „Die Haltung und die Bewegungen von Menschen verraten viel darüber, wie sie leben“, sagte Laurin-Beaucage. „Wörter können das nicht ausdrücken.“ Während sie sich in ihrer Körperwelt bewegte, zeigte ein Display ihre Körpertemperatur, verbrauchte Kalorien, den Herzschlag und die Anzahl ihrer Schritte an. „Meine Energie ist sehr wetterabhängig“, erklärte sie – bei Kälte seien die Bewegungen schneller als bei Wärme. Die Künstlerin aus Montréal präsentierte ihr 2016 entwickeltes Stück zum ersten Mal in Deutschland und damit auch in Europa. Während der Potsdamer Tanztage ist „Habiter son memoire“ noch sechs Mal an verschiedenen Orten in Brandenburg zu sehen. „Es ist jedes Mal anders“, sagt die Kanadierin, „und immer kommt etwas neues zum Gedächtnis hinzu.“

Von Christina Koormann

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