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Tatort Herzsprung: Tricks und Maschen

Polizei informiert über Sicherheit im Alltag Tatort Herzsprung: Tricks und Maschen

Sie sind manchmal aggressiv, manchmal geschickt und manchmal zunächst auch sehr freundlich: Ganoven kennen viele Tricks, um an das Geld fremder Leute zu kommen. Oft sind gerade Senioren die Opfer. Dem steuert die Polizei entgegen – wie jetzt mit einer Informationsveranstaltung in Herzsprung.

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Auch Einbrüche waren ein Thema in der Runde.

Quelle: dpa

Herzsprung. „Könnten Sie mir bitte diesen Schein wechseln?“, fragt Holger Mende eine nette Herzsprungerin. Während sie ihre Tasche hervorzieht, das Portemonnaie herausholt, öffnet und nachschaut, was sich da machen lässt, greift der Mann beherzt zu und läuft mit der Geldbörse davon. Wer das auf der Straße erlebt, sieht sein Eigentum – Geld, EC-Karte und andere persönliche Dinge – meist nie wieder. In diesem Fall war das zum Glück anders. Denn Holger Mende ist Polizist, und die Szene spielte sich im Dorfgemeinschaftshaus in Herzsprung ab, als Beispiel dafür, wie schnell etwas passieren kann. Der örtliche Verein „Jung und Alt“ hatte für Mittwochnachmittag zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Es ging darum, wie sich gerade ältere Menschen vor Trickdieben, Einbrechern und sonstigen Ganoven schützen können.

Polizist Holger Mende rät zur Vorsicht

Polizist Holger Mende rät zur Vorsicht.

Quelle: Björn Wagener

Die sind äußerst einfallsreich, wenn es darum geht, an das Geld fremder Leute zu kommen. Deshalb gelte: Niemals Fremde ins Haus oder die Wohnung lassen oder sich von solchen auf offener Straße ansprechen und zu etwas überreden lassen, was mit Geld zu tun hat. Holger Mende beleuchtete die verschiedensten Maschen – der Streifzug durch die Tricks führte vom klassischen Enkeltrick über fingierte Abfragen von Bankdaten oder dubiosen Anlagemöglichkeiten, die manchmal schon am falschen Deutsch zu erkennen sind („Es geht sich um deutsche Aktien“), bis hin zu Gewinnspielversprechen. Was auch immer der Unbekannte will: Wer mit unterdrückter Rufnummernanzeige anruft, dem sollte man nicht gleich seinen Namen nennen. Ein schlichtes „Hallo“ genüge, rät Mende und legt den Senioren ans Herz: „Seien Sie rigoros und fest in der Stimme“, wenn Verträge angeboten, Gewinne versprochen oder sonstwie zu vermuten ist, dass es sich um einen Betrug handeln könnte. Man könne sich unter Umständen auch mit einer Notlüge behelfen: „Moment, ich hole meinen Sohn, der ist bei der Polizei.“ Darüber hinaus gab es noch viele weitere Tipps: Die Tür immer abschließen, niemals nur zuziehen, denn dann lasse sie sich verhältnismäßig leicht öffnen. Weitaus häufiger als durch die Tür kämen Einbrecher aber durch Fenster oder Terrassentüren, weshalb diese ebenfalls nicht offen bleiben sollten, wenn man nur mal schnell zum Nachbarn rüber will. Mitunter helfen auch Hinweisschilder wie „Wachsamer Nachbar“ oder „Hier wache ich“.

Autoknacker nutzen gern Beerdigungen

Beim Einkaufen sollte niemals das Portemonnaie in eine Tasche gesteckt und dann an den Einkaufswagen gehängt werden. Brusttaschen seien eine sichere Alternative. Wer verreist, sollte nicht nur auf sein Gepäck und seine Wertgegenstände achten, sondern auch darauf verzichten, seine private Adresse am Koffer anzubringen. Denn das könnte wie eine Einladung auf Einbrecher wirken. Bei Beerdigungen sei es zudem besser, nicht den Hauptparkplatz am Friedhof zu nutzen, sondern Seitenstraßen, denn es komme oft vor, dass Diebe während der Trauerfeier die Autos der Teilnehmer aufbrechen. Holger Mende ermutigte die Gäste dazu, nicht zu zögern, im Zweifel den Polizeiruf 110 zu wählen.

Rund 20 Senioren nahmen an der Info-Runde am Mittwoch teil, die trotz des ernsten Hintergrundes auch Spaß machte. Denn Holger Mende schlug immer auch einen unterhaltsamen Ton an und kam mit den Gästen ins Gespräch.

Von Björn Wagener

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