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Ostprignitz-Ruppin “Tatort“-Kommissar liest im Literaturmuseum
Lokales Ostprignitz-Ruppin “Tatort“-Kommissar liest im Literaturmuseum
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00:17 30.05.2016
Schauspieler und Autor Andreas Hoppe. Quelle: Josephine Mühln
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Rheinsberg

„Ich gebe zu, der Anfang war schwer – um nicht zu sagen, fast nicht durchführbar.“ Zu diesem Schluss kommt Andreas Hoppe in seinem Buch „Allein unter Gurken: Mein abenteuerlicher Versuch, mich regional zu ernähren“. Am Donnerstagabend war der Schauspieler in der Remise des Literaturmuseums Rheinsberg zu Gast und las einige Kapitel aus seinem 2009 veröffentlichten Werk.

Hoppe nahm die Zuhörer mit zu einem Drehtag in Baden-Baden – seit 1996 ermittelt der 55-Jährige als Kommissar Mario Kopper im „Tatort“ des Südwestrundrunks (SWR). Das Catering war üppig: Maultaschen mit Hack, in Soße ertränkte Spätzle, Käseplatte. Und eine einzelne Erdbeere war noch übrig geblieben, von deren Genuss sich Hoppe wohlige Kindheitserinnerungen erhoffte. „Erdbeeren waren immer süß und weich, sie hatten signifikant etwas mit Sommer zu tun“, lautete seine Hoffnung. Diese wurde jedoch bereits beim ersten Biss jäh zerstört. „Das Fruchtfleisch war faserig, von Süße keine Spur. Das war keine Kindheitserinnerung sondern eher die obligatorische Midlife-Crisis.“

Zurück zu den Wurzeln

Der Autor denkt schließlich über die globalisierte Westwelt nach, „die sich mit weit aufgerissenem Maul auf alles stürzt, worauf sie gerade Hunger hat“. Auch das Motto seiner kulinarischen Genüsse habe bisher „Masse statt Klasse“ gelautet – „weil keine Zeit, keine Lust, Leben zu stressig, irgendeine Frau zu stressig“.

Damit sollte fortan Schluss sein. Die neue Leitfrage in Sachen Genuss lautete: Was gibt es zu dieser Jahreszeit hier um die Ecke, ohne dass es mit dem Flugzeug von irgendwoher kommt? Hoppe wollte sich auf seine Wurzeln besinnen. Als kleiner Junge sei er häufig im Schrebergarten seiner Großeltern gewesen. Mit einer Hand voll selbst gepflückter Erdbeeren habe er sich auf den Pflaumenbaum zurückgezogen und seine Beute verputzt. Der Schrebergarten sei seine grüne Insel inmitten von Berlin gewesen, erzählt der 55-Jährige.

Erste Herausforderung beim Italiener

Dorthin wollte er nun zurück – schließlich hatte er auch gerade ein Haus auf dem Land gekauft. Und so wurde das Vorhaben, sich ein Jahr lang ausschließlich von regionalen Produkten zu ernähren, geboren. Eine der ersten Herausforderungen habe beim Italiener gelauert. „Das meiste auf der Speisekarte roch nicht nach 100 Kilometern Entfernung. Auch die Oliven sahen nicht nach Brandenburger Mark aus – also schloss ich die Augen und genoss.“

Auch in den eigenen vier Wänden war die Anfangszeit nicht wesentlich leichter zu bewältigen. Serrano-Schinken, Pampelmuse und Erdbeerjoghurt mussten im Kühlschrank bleiben. Der Joghurt sei zwar aus Deutschland gewesen, habe er dennoch einen Weg von 3.500 Kilometern zurückgelegt, bis er bei Hoppe gelandet war.

Moosbraune Enttäuschung auf dem Teller

So bestand das erste regionale Frühstück aus acht Rühreiern, drei Brötchen mit Butter und Honig, Leitungswasser und Kaffee. Wobei auch dieser für den ersten roten Punkt des Tages gesorgt habe. Er war zwar fair gehandelt, aber nicht regional. Das wäre der Getreidekaffee gewesen, den Hoppe zuerst probiert hatte – und postwendend wieder ausspuckte, wie er erzählte.

Zum Mittag sah es nur unwesentlich besser aus – ein seltsamer Geruch sei aus dem Topf gestiegen, erinnert sich Hoppe. Auf dem Teller landete eine moosbraune Flüssigkeit. Es handelte sich um Grünkohl mit Feldsalat und Champignons, wie der Autor dann aufklärte. „Was hätte ich in diesem Moment für das Catering beim SWR gegeben?“, schloss Hoppe nach anderthalb Stunden Lesung.

Die Remise im Literaturmuseum war mit 152 Gästen bis auf den allerletzten Platz besetzt – allein 131 Karten sind im Vorfeld verkauft worden. „Das war ein wunderschöner Auftakt“, sagte Katrin Wagner im Anschluss. Gemeinsam mit Cornelia Lambriev-Soost hat sie das diesjährige Solanum-Festival in Rheinsberg auf die Beine gestellt. Die Lesung mit Andreas Hoppe bildete den Auftakt.

Info: Das Festival findet noch bis Sonntag, 29. Mai, statt. Das komplette Programm gibt’s unter: www.solanum-festival.de.

Von Josephine Mühln

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