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Telekom baut Internet in Neuruppin aus

Glasfaserkabel für tausende Haushalte Telekom baut Internet in Neuruppin aus

Tausende Haushalte in Neuruppin sollen bis Ende des Jahres schnelleres Internet bekommen. Die Telekom will das Netz in Neuruppin und Alt Ruppin mit der sogenannten Vectoring-Technik deutlich ausbauen. 13 Kilometer Glasfaserkabel werden dazu verlegt.

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Über neue Glasfaserleitungen lassen sich viel mehr Daten übertragen als über die alten Kupferkabel aus den 90er Jahren.

Quelle: Peter Geisler/Archiv

Neuruppin. Die Telekom will bis Ende des Jahres weite Teile von Neuruppin und Alt Ruppin mit der sogenannten VDSL-Technik ausstatten und damit wesentlich schnellere Internetanschlüsse bereitstellen, als das bei vielen Haushalten bisher über das Telefonnetz möglich ist. Das gab das Unternehmen jetzt offiziell bekannt.

Betroffen von der Modernisierung sind etwa 6600 Haushalte. Sie können voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres mit einer Datenrate von bis zu 100 Megabit pro Sekunde durchs Internet surfen. Das gilt auch für die Neuruppiner Innenstadt, so Telekom-Sprecher Georg von Wagner. Dort war das Telefonnetz vor Jahren schon einmal mit Hilfe von Fördermitteln fürs Internetzeitalter fit gemacht worden. Damals galten allerdings noch wesentlich geringere Datenraten als modern.

Viele Internetnutzer brauchen heute schnellere Anschlüsse

An etlichen Standorten in der Innenstadt bekommen Kunden deshalb auch heute noch über das Telefonnetz Anschlüsse bis 16 Megabit pro Sekunde. Für viele moderne Anwendungen reicht das aber längst nicht mehr aus. „Die Anschlüsse der Bürgerinnen und Bürger an ihren Internetanschluss steige ständig“, sagt Christian Stern, der Regionalmanager der Telekom für den Kreis Ostprignitz-Ruppin.

Mit dem Ausbau des Netzes will die Telekom das Manko jetzt beheben. Um überhaupt schnellere Internetanschlüsse bereitstellen zu können, muss das Unternehmen massiv in sein Netz investieren. Die Telekom setzt dabei auf die sogenannte Vectoring-Technologie, die teilweise umstritten ist.

Alte Kupferkabel lassen kaum hohe Datenraten zu

Die meisten Telefonleitungen in Neuruppin bestehen aus Kupfer­kabeln. Als die Kabel in den 90er Jahren verlegt wurden, waren sie Stand der Technik. Die Kupferleitungen haben aber den Nachteil, dass sich die heute üblichen hohen Datenraten damit nicht übertragen lassen. Viele kleine Kupferadern verlaufen nebeneinander in einem großen Kabel. Die Signale der einzelnen Adern überlagen sich dabei, was oft zu Störungen führt. Die Verbindungen werden durch Übertragungsfehler langsamer.

Um das weitgehend auszugleichen, wird die Telekom rund 13 Kilometer Glasfaserleitungen in Neuruppin und Alt Ruppin neu verlegen lassen. Über die Glasfaserkabel können viel mehr Signale in viel größerer Geschwindigkeit und ohne Störungen übertragen werden. Modernisiert werden die „Hauptleitungen“, von denen die Haus­anschlüsse abzweigen, die in jede Wohnung führen. Diese Haus­anschlüsse wird die Telekom nicht austauschen, dort bleibt es bei Kupferkabeln. Damit die schnelleren Signale aus der Glasfaser ins Kupferkabel kommen, müssen 30 Verteiler neu gebaut oder modernisiert werden.

Vectoring bringt auch Vorteile für die Telekom

Vorteil dieser Lösung: Sie ist vergleichsweise billig für das Unternehmen. Nachteil: Noch schnelleres Internet ist so in Zukunft nur schwierig zu realisieren. Außerdem bekommen vielen Konkurrenten der Telekom keinen direkten Zugang mehr zu den Haushalten ihrer Kunden. Bisher muss die Telekom ihre Verteilerkästen allen zur Verfügung stellen; das ist mit der neuen Technik nicht mehr so einfach möglich. Die Bundesnetzagentur hat für den Umbau trotzdem grünes Licht gegeben – auch wenn die Telekom damit in gewisser Weise ein Monopol bekommt.

Anwenden darf das Unternehmen dieses Verfahren deshalb nur dort, wo es auch andere Anbieter von schnellem Internet mit einem eigenen Leitungsnetz gibt. In Neuruppin sind das zum Beispiel die Firmen RFT Kabel und Kabel Deutschland. Sie betreiben ein separates Glasfasernetz, mit dem sie unter anderem Kabelfernsehen übertragen.

Andere Anbieter bieten noch schnelleres Internet

Über dieses Netz bieten die Unternehmen auch Telefonanschlüsse und schnelles Internet an. Die Firma RFT wirbt mit Datenraten von bis zu 400 Megabit, dem Vierfachen dessen, was die Telekom einrichten will. RFT hat erst vor wenigen Wochen ein eigenes neues Rechenzentrum in Neuruppin in Betrieb genommen und dafür knapp zehn Millionen Euro investiert.

Die Telekom will bis Ende des Jahres die Zahl ihrer VDSL-Anschlüsse bundesweit auf 24 Millionen verdoppeln und dafür rund zwölf Milliarden Euro investieren.

Von Reyk Grunow

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