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Telekom verkauft Breitband-Verträge ohne Netz

Wittstock/Dosse Telekom verkauft Breitband-Verträge ohne Netz

Ärger über die Telekom in dem kleinen Ort Christdorf in Ostprignitz-Ruppin. Vor einiger Zeit hieß es, dass das Dorf an das schnelle Internet-Netz angeschlossen werden soll. Einige Bewohner waren begeistert, schlossen Verträge und müssen jetzt feststellen, dass es doch kein Netz gibt. Die Telekom reagiert auf Nachfragen schmallippig.

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Glasfaser-Datenkabel sorgen für schnelles Internet. In Christdorf gibt es aber Probleme.

Quelle: dpa

Christdorf. Jetzt ist es amtlich: In Christdorf bietet die Telekom keine Breitbandanschlüsse an. Das hat Unternehmenssprecher Georg von Wagner auf MAZ-Nachfrage bestätigt. Das heißt, wer dort ins Internet will, muss das über einen anderen Anbieter veranlassen, der dort aktiv ist. Einige Christdorfer dürfte das überraschen, denn sie schlossen bereits Ende 2015 Verträge mit der Telekom ab, in der Hoffnung bald schnelles Internet zur Verfügung zu haben. Doch daraus wurde bis heute nichts.

Es begann vielversprechend

Dabei sah zunächst alles so vielversprechend aus: Telekom-Sprecher Christian Stern hatte am 26. Oktober 2015 bei einer Pressekonferenz im Wittstocker Rathaus angekündigt, dass das Breitbandnetz in Wittstock überbaut und dadurch weiter verbessert worden sei und nannte neun Dörfer oder Gemeindeteile, in denen nun Surfgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde verfügbar seien – darunter auch Christdorf (die MAZ berichtete am 27. Oktober). Kurz darauf seien dort auch Vertreter unterwegs gewesen, die entsprechende Internet-Verträge anboten, berichtet eine Einwohnerin (Name der Redaktion bekannt). Sie habe das Angebot angenommen und wisse auch von einigen weiteren Einwohnern, die das ebenfalls taten. Doch daraufhin sei nichts passiert. „Seit Januar habe ich regelmäßig bei der Telekom angerufen und nachgefragt, was denn nun mit der Freischaltung sei“, erzählt die Christdorferin.

Man fühlt sich veräppelt

Daraufhin sei sie jedes Mal nur vertröstet worden. Inzwischen ist die Vorfreude bereits in Ärger umgeschlagen. „Die ewigen Versprechen ärgern mich. Man fühlt sich irgendwie veräppelt“, sagt sie. Doch sie blieb dran und habe dann schließlich einen Router samt Rechnung zugeschickt bekommen. Doch der nutzte ohne die nötigen technischen Voraussetzungen vor Ort nichts. Sie habe ihn also wieder zurückgeschickt.

Telekom hält sich bedeckt

Die Frage, weshalb die Telekom über den Ausbau informierte und sogar Verträge anbot, obwohl sie gar nicht erfüllt werden können, bleibt ebenso offen, wie die Frage, wann oder ob überhaupt jemals schnelles Internet über die Telekom in Christdorf möglich wird. Auf die detaillierte Anfrage der MAZ kam lediglich der allgemeine Hinweis: „Im Ortsteil Christdorf hat ein anderer Anbieter den Ausbau durchgeführt. Die Deutsche Telekom AG kann hier keine Breitbandanschlüsse bereitstellen.“ Die Christdorferin hat den Vertrag inzwischen storniert.

Von Björn Wagener

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