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Ostprignitz-Ruppin Temnitz-Amt will Windradbau steuern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Temnitz-Amt will Windradbau steuern
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00:18 15.05.2016
Einige der Windräder bei Walsleben. Quelle: Peter Geisler
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Walsleben

Das Amt Temnitz ist auf dem besten Weg, sich auf eigene Weise gegen den Neubau von zu vielen neuen Windrädern in seiner Region zu schützen. Das soll mit einem Teilflächennutzungsplan gelingen, für den sich am Mittwochabend der Amtsausschuss einhellig in Walsleben ausgesprochen hat. Allerdings gab es zuvor teils heftige Diskussionen. Der Grund: In dem Plan werden zwei sogenannte Suchräume ausgewiesen, die für den Bau neuer Windkraftanlagen geeignet wären – zum einen ein 96 Hektar großes Gebiet westlich von Rägelin, zum anderen eine 77 Hektar große Fläche zwischen Küdow-Lüchfeld und Stöffin.

Mindestabstand soll 1500 Meter betragen

Viele Einwohner sind davon gar nicht begeistert. „Auf 2,8 Prozent der Fläche unseres Amtsgebietes stehen doch schon Windkraftanlagen“, sagte Charis Riemer aus Netzeband. Das müsse reichen. Selbst das Land spreche doch lediglich von einer Fläche von zwei Prozent, die für erneuerbare Energien bereitgestellt werden sollten. Zudem monierte Riemer, dass in dem Plan nur ein Abstand von 1500 Metern zu Gebäuden vorgesehen ist. „Wir haben immer einen Abstand von 2000 Metern gefordert, damit die Menschen weder Schlagschatten noch Infraschall ausgesetzt sind.“ Infraschall hat eine Frequenz, die unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegt. Umstritten ist, ob der durch die Windradrotoren erzeugte Infraschall auf Dauer gesundheitsschädigend für Anwohner ist.

Planer Jörg Lewin ließ sich von den Einwänden nicht beeindrucken. Es müssten Flächen für Windkraft ausgewiesen werden, sonst kassieren Gerichte die Planungen, und die Gemeinden hätten nichts erreicht, sagte der Hamburger. Mit dem Mindestabstand von 1500 Metern zu Gebäuden soll hingegen in einem zweiten Schritt auf die Höhe künftiger Windanlagen hingewirkt werden. „Es gibt keinen Anspruch darauf, 200 oder gar 230 Meter hohe Anlagen zu bauen“, sagte Lewin. Vielmehr könnte bei dem später folgenden Bebauungsplan die Höhe verbindlich mit maximal 150 Metern festgesetzt werden, wenn das auch im Flächennutzungsplan so festgeschrieben sei. „Auch Windräder mit einer Höhe von 150 Metern sind wirtschaftlich“, so der Planer.

Ähnliches Verfahren in der Prignitz

Lewin hat ein ähnliches Verfahren schon vor knapp 20 Jahren in der Gemeinde Groß Pankow in der Prignitz begleitet. Die Gemeinde hatte ebenfalls einen Flächennutzungsplan erarbeitet und vier Bereiche festgelegt, in denen Windräder entstehen dürfen. Der Plan gilt seit 2001. Alle Anträge, an anderer Stelle im Gemeindegebiet Anlagen zu errichten, konnten problemlos abgelehnt werden. Zudem müssen Windräder in Groß Pankow seitdem einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Gebäuden haben. Auch sind keine Anlagen im Wald erlaubt.

Lediglich in einem Punkt hat sich Groß Pankow korrigiert: Seit dem vergangenen Jahr dürfen Windräder maximal 200 Meter hoch sein, nicht mehr 100 Meter. Die kleinen Anlagen liefen zu unruhig, hieß es am Donnerstag aus der Gemeindeverwaltung. Vorteil für die Bürger sei zudem, dass sich mit der größeren Höhe der Windräder deren Anzahl verringere. Denn die großen Anlagen brauchen mehr Platz – und die Fläche ist begrenzt.

Hinweis: Der Teilflächennutzungsplan des Amtes Temnitz wird voraussichtlich ab Juli im Amt für vier Wochen ausgelegt. Jeder Bürger kann Hinweise und Kritiken einbringen. Anschließend werden die Einwände geprüft, bewertet und der Plan nochmals ausgelegt. Erst dann geht das Papier zur Genehmigung an den Kreis.

Von Andreas Vogel

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