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Ostprignitz-Ruppin Temnitzer wollen weitere Windräder stoppen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Temnitzer wollen weitere Windräder stoppen
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12:53 12.05.2014
Etwa 50 Bürger kamen zum Protest nach Wildberg. Quelle: Reyk Grunow
Wildberg

Im Amt Temnitz formiert sich immer mehr Widerstand gegen den Ausbau der Windenergie. Ortsvorsteher Ulrich Jaap will sich die riesigen Windräder gar nicht vorstellen, die noch in der Nähe von Wildberg geplant sind. Über 200 Meter hoch sollen sie werden - mehr als dreimal so hoch wie der Turm der Wildberger Kirche. Viele Wildberger schaudert es bei dieser Vorstellung - und nicht nur ihnen.

Überall im Amt Temnitz formiert sich Widerstand gegen den weiteren Ausbau der Windenergie. In dieser Woche soll die Regionale Planungsgemeinschaft in Neuruppin den Plan für neue Windkraftgebiete beraten. Die Temnitzer sind entsetzt von dem Entwurf und wollen ihn auf keinen Fall hinnehmen. Wenn der Windenergieplan "tatsächlich realisiert würde, wären zirka 7,5Prozent der Fläche der Temnitzregion mit Windkraftanlagen besetzt", heißt es auf der Internetseite des Amtes Temnitz. "Wir sind nicht gegen erneuerbare Energien", versichert Thomas Voigt, Bürgermeister von

Temnitztal. Doch die "sinnlose Verspargelung" ihrer Landschaft wollen die Bürger nicht akzeptieren.

In einem offenen Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und die Landesregierung fordern Amtsdirektorin Susanne Dorn und Thomas Voigt für den Amtsausschuss deshalb, "den weiteren hemmungslosen Ausbau der Windenergie zu stoppen". Den Brief haben sie am Freitag verfasst, zwei Tage nach einem Gespräch mit Ansgar Kuschel von der Planungsgemeinschaft. Von Kuschel hatten sich die Temnitzer Entgegenkommen erhofft. Doch das Treffen endete ernüchternd - von Verständnis für den Ärger und die Ängste vieler Menschen in der Temnitzregion ist bei den Planern keine Spur, so der Eindruck.

Etwa 50 Bürger aus Wildberg, Garz, Rohrlack und Ganzer machten ihrem Ärger am Sonnabend auf dem Marktplatz von Wildberg Luft. Mit Bannern und Protestschildern machten sie klar, was immer mehr Bürger in der Region fordern: "Natur pflegen, Windräder absägen", "Unsere Landschaft gehört uns" und "Schluss mit dem Windwahn". Dutzende Anlagen könnten im Amt Temnitz noch entstehen, wenn die Regionalversammlung den Windplan absegnet. Allein zwischen Dabergotz und Protzen seien 50 weitere Windräder geplant, hieß es am Sonnabend. Manche Menschen hören das Summen der Rotoren schon jetzt jeden Tag. Im Zimmer seiner Tochter vibriere sogar das Wasserglas, wenn der Wind ungünstig steht, berichtete Charles Mason-Brown aus Ganzer: "Die Grundstücke haben jetzt schon ein Drittel Wertverlust."

Wozu noch mehr Windräder?, wollte Bernd Werner von der Bürgerinitiative gegen noch mehr Windräder wissen, die sich im März gegründet hatte. Schon jetzt stünden viele Räder still, weil die Leitungen fehlen, um den Strom dorthin zu transportieren, wo er gebraucht wird. Für Investoren lohnen sie sich trotzdem - sie bekommen ihre Zuschüsse selbst dann, wenn sich die Räder nicht drehen, weil die Leitungen überlastet sind.

Die Temnitzer wollen auch morgen protestieren, wenn ab 16Uhr die Planungsgemeinschaft im Oberstufenzentrum in Neuruppin den Windenergieplan berät.

Von Reyk Grunow

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