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Temnitzquell: Angst vor „Monstermühlen“

Windkraft-Volksbegehren im Januar Temnitzquell: Angst vor „Monstermühlen“

Das Volksbegehren für größere Mindestabstände zwischen Windrädern und Wohngebäuden sowie gegen Windanlagen im Wald startet am 7. Januar. Charis Riemer aus Netzeband hat das Begehren mit initiiert. Sie, aber auch Temnitzquells Bürgermeister Johannes Oblaski wollen sich bei der landesweiten Unterschriftensammlung engagieren.

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Die Temnitzqueller wollen Windräder im Wald verhindern.

Quelle: Staindl

Rägelin. Wer nicht hören will, muss fühlen. Diesen Satz wiederholt Johannes Oblaski fast schon mantraartig. „Wir haben so viel versucht, um die Landesregierung von unseren Argumenten zu überzeugen – aber man bügelt einfach alles ab und will uns trotzdem neue Windräder überhelfen“, sagt der Bürgermeister von Temnitzquell. Gerade im Amt Temnitz stoße das in weiten Teilen der Bevölkerung nicht auf Gegenliebe, berichtet Charis Riemer, die in der Gemeinde den Windenergie-Ausschuss leitet. Denn in der Kommune stehen bereits auf 3,8 Prozent der Fläche Windkraftanlagen, während sich die Politiker im Land auf einen Richtwert von lediglich zwei Prozent geeinigt haben. „Wir müssten doch eigentlich einen Orden oder eine Prämie dafür kriegen, dass bei uns so viele Windräder stehen“, sagt Charis Riemer mit ironischem Unterton. Stattdessen aber sollen im Amt Temnitz weitere Anlagen errichtet werden, darunter auch einige im Waldgebiet.

Charis Riemer

Charis Riemer

Quelle: Andreas Vogel

Genau das wollen sich Charis Riemer aus Netzeband und Johannes Oblaski aus Katerbow nicht einfach gefallen lassen. Beide engagieren sich beim landesweiten Volksbegehren, das am 7. Januar startet und sich für Mindestabstände zwischen Windrädern und Wohnhäusern sowie für ein Verbot von Windrädern im Wald stark macht. Riemer gehört zudem zu den zehn Initiatoren des Begehrens, das von der Volksinitiative „Rettet Brandenburg“ mit ihren 96 Bürgerinitiativen gegen den massiven Windkraftausbau auf den Weg gebracht wurde. Sie müssen bis zum 6. Juli insgesamt 80 000 Unterschriften sammeln, damit sich der Landtag wiederholt mit den Forderungen befasst, die er im September abgelehnt hatte.

„Die werden wir locker zusammenkriegen“, sagt Oblaski. Er glaubt, dass anders als beim Windkraft-Volksentscheid, bei dem 30 000 Unterschriften zusammenkamen, diesmal auch die Städter ihre Stimme abgeben. Zwar seien sie nach wie vor von den Anlagen meist verschont, mittlerweile aber auf die Zerstörung der Landschaft in ihren Erholungsorten aufmerksam geworden. Helfen sollen zudem große Aktionen in den Städten. Charis Riemer geht davon aus, dass etwa 20 Prozent der Unterschriften allein aus der Region Ostprignitz-Ruppin und Prignitz stammen werden, in der die neuen Anlagen und ihre hohe Konzentration besonders umstritten sind. Darum werden sich die etwa 50 aktiven Mitglieder des Aktionsbündnisses Gegenwind Prignitz-Ostprignitz-Oberhavel bemühen, die sich regelmäßig treffen.

Auf Wunsch werden Unterlagen auch verschickt

Um den Bürgern die Sache zu erleichtern, bieten die Initiatoren des Volksbegehrens im Netz an, sich die Unterlagen nach Hause zu bestellen. Das erspart denen, die die Forderungen unterstützen, den Gang ins Meldeamt. Das Aktionsbündnis will zudem so viele Bürgermeister wie möglich dafür gewinnen, entsprechende Listen bei Treffen der Gemeindevertretungen oder anderen Aktivitäten in den Orten auszulegen.

Riemer und Oblaski hoffen auf einen Erfolg des Volksbegehrens und ein Umdenken beim Land , damit Menschen, Tiere und Landschaft besser geschützt sind. „Wir haben Angst vor diesen Monstermühlen, die 220 Meter oder höher sind“, sagt Oblaski. „Es kann nicht sein, dass man den ländlichen Raum für den Aufbau von Industrieanlagen missbraucht.“

Von Celina Aniol

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