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Ten Years After rockten in Neuruppin

Woodstock-Legende im Stadtgarten Ten Years After rockten in Neuruppin

Es gibt sie schon so lange, dass der Bandname „Ten Years After“ fast zum Motto wird. In Neuruppin spielte die Woodstock-Legende nicht zum ersten Mal – am Sonnabend brachten die vier Vollprofis einmal mehr den Stadtgarten ins Beben und die 300 Fans zur Verzückung.

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Marcus Bonfanti – der Gitarren-Guru ist auf der Bühne das blanke Dynamit.

Quelle: Fotos (2): Regine Buddeke

Neuruppin. Woodstock lebt: Einmal mehr erbebte das Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten unter den wummernden Bässen und adrenalingepeitschten Gitarrenriffs von Musikern der glanzvollen Musikära der Sechziger. Viele waren schon hier: Canned Heat, Johnny Winter, Mitch Rider, Eric Burdon, Uriah Heep und andere. Auch Ten Years After spielten schon in Neuruppin – und kommen gern wieder. Am Sonnabend kamen 300 Fans, zum Teil von weither, um ihre Idole zu erleben. Von der Urbesetzung sind immerhin noch Drummer Ric Lee und Keyboarder Chick Churchill dabei: zwar angegraut, aber kein Stück leiser als vor fast 50 Jahren, als die Band im Jahre 1967 von Leo Lyons und Alvin Lee gegründet wurde. Für jene gibt es nicht weniger fulminante Nachfolger: Bass-Ikone Colin Hodgkinson beackert die tiefen Töne, während Marcus Bonfanti, Gewinner des British Blues Award, der auch solistisch auftritt, an der Gitarre Beachtliches leistet – ähnliches gilt für seinen Gesang.

Ric Lee ist  einer der beiden noch verbliebenen Gründungsmitglieder

Ric Lee ist einer der beiden noch verbliebenen Gründungsmitglieder.

Quelle: Regine Buddeke

Vorband? Nein, die braucht es nicht. Die vier Vollblut-Profis starten mit „Sugar the Road“ und lassen ihre Fans von der ersten Sekunde an nicht im Zweifel, was die nächsten zwei Stunden passieren wird: krachiger Bluesrock – laut, heiß, gnadenlos. Bonfanti ist wie Dynamit: er hüpft über die Bühne, schleudert seine lange Mähne, dass man sein Gesicht sehr selten sieht und man um seinen Nacken bangt. Mit abgerücktem Gesicht bearbeitet er seine Saiten, zelebriert die Riffs und Slides, als wären es heilige Rituale. Seine Stimme ist tief und stark, bluesig angeraut – sie scheint viel besser zu einem dunklen Zwei-Meter-Hünen von Alabamas Baumwollfeldern zu passen als zu dem schmalen Burschen, der sich schlangengleich mit seiner Gitarre an den Bassisten heranwindet, um mit ihm in beseelten Saiten-Dialog zu treten, der fast wie ein Duell erscheint. Jeder der vier Musiker offenbart sein virtuoses Können in minutenlangen Solo-Passagen: Drummer Chick Churchill hämmert mit flachen Händen auf seine Tasten, als würde er eine Rückenmassage trommeln, Schlagzeuger Ric Lee lässt die Schlegel fliegen: vom Publikum wird das mit frenetischem Beifall belohnt. Überhaupt bekommen die Fans, was sie wollen: Neben den großen Hits wie, „Love Like A Man“, „Good Morning Little Schoolgirl“oder „The Hobbit“ spielen die vier auch selten gespielte Stücke wie „No-where To Run“, „Standing At The Station“ oder „I Say Yeah“ – hier kann das Publikum den Echo-Chor gestalten. „I’d love to change the world“ ist eine wunderbare Ballade, bei „50 000 Miles beneath my Brain“ beginnt mit einem hinreißenden Gitarren-Intro, bei „Working on the Road“ geben die Männer ihrem Blues-Affen tüchtig Zucker. 100 Dezibel, ergibt die Messung per Handy-App – den Fans ist das gerade laut genug. Mit beseelten Gesichtern wiegen und wippen die Männer und Frauen vor der Bühne – kaum einer, der sich den Beats entziehen kann. Nur auf dem Rang braucht es etwas Zeit, bis es auch den Letzten von den Sitzen hebt – im Saal wird ohnehin gestanden. Gut so!

Der Stadtgartem war voll

Der Stadtgartem war voll.

Quelle: Regine Buddeke

„Bei Woodstock war ich zwar erst in Planung – aber die sind richtig geil“, schwärmt Julie aus Berlin, die gern mit Vater Uwe auf Konzerte geht. Der ist sogar aus Hamburg angereist und schlicht hin und weg. „Als Rock-Senior trauert man ja immer den alten Zeiten nach“, sagt er. „Man will eigentlich alles so haben wie damals – und genau das liefern die Jungs. Sie haben immer noch ihren alten Stil.“ Das lieben auch alle anderen und bekommen als Zugabe noch zwei Kultperlen: „I’m Going Home“ und „Choo Choo Mama“.

Von Regine Buddeke

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