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Ostprignitz-Ruppin Tenor und Bass dringend gesucht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tenor und Bass dringend gesucht
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13:54 22.02.2018
Bei der ersten Probe des Jahres bleiben viele Stühle leer. Rund 20 Sängerinnen kommen zusammen, wenn alle da sind. Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Ein kalter Motor bringt keine Höchstleistung. Auch beim Singen ist das Aufwärmen wichtig. „Ein schönes langes Nooo“, will Chorleiter Dieter Winterle in verschiedenen Tonfolgen als erstes hören. Mit offenem O. „Und N wie Nordpol! Die Lippen sind leicht geöffnet. Sonst kann der Ton nicht raus.“

Aber raus soll er natürlich – muss er sogar. Schließlich haben sich die Sängerinnen des Kyritzer Stadtchors seit ihrem Weihnachtskonzert nicht mehr getroffen. Nun beginnt die 2018er Probenarbeit.

Chorleiter Dieter Winterle erarbeitet mit den Frauen gern Volkslieder, aber auch mal „was flotteres“. Quelle: Alexander Beckmann

An diesem ersten Abend bleiben viele Stühle leer. Nur 13 der sonst gut 20 Frauen konnten kommen. Die Erkältungssaison hat ganze Arbeit geleistet. Der Chorleiter freut sich trotzdem: „Schön, dass Sie alle da sind. Schade, dass die anderen nicht da sind.“

Nach noch ein paar „Dooos“, „Hebos“ und „Hebas“ geht es an ein richtiges Lied: „Schöne Welt, wir loben dich. Das Leben ist doch so schön.“ Drei Altistinnen haben es diesmal besonders schwer, sich gegen zehn Soprane durchzusetzen. Gelegenheit, an Klang, Rhythmik und Ausdruck zu feilen, bietet die Probe natürlich trotzdem. Dieter Winterle lässt kaum eine Ungenauigkeit durchgehen, fordert vollen Einsatz: „Wenn Sie zu wenig Spannung geben, dann bleibt oben zu wenig Ton übrig.“ Oder: „Manchmal muss man ein bisschen mehr investieren und dann kommt auch mehr dabei raus.“ Das ist in der Musik wie im Leben.

Der Chor wurde 1963 in Kyritz gegründet

Für viele der Sängerinnen ist der Übergang vom einen zum anderen sowieso fließend. Einige von ihnen sind schon seit der Gründung im Stadtchor aktiv – und der wird in diesem Jahr immerhin 55 Jahre alt. Helga Gerike gehört zu denen, die sich noch an den ersten Tag erinnern, den 12. November 1963: „Im Rathaus hat uns der Chor vom Institut vorgesungen.“ Gemeint ist das damalige Kyritzer Institut für Lehrbildung. Viele Studenten machten beim Stadtchor mit. Der brachte es in den 70er Jahren auf bis zu 80 Sängerinnen und Sänger.

Das ist lange her. Seit etwa einem Jahr besteht der Chor nur noch aus Frauen, viele von ihnen schon weit im Rentenalter. Doch sie lassen es sich nicht nehmen, aus Kyritz, Neustadt, Dannenwalde, Drewen, Klein Schönhagen und Sieversdorf regelmäßig zu den Proben zu erscheinen.

Es fehlt an Tenören und Bässen

„Wir bitten um Männer“, tönt es in einer Pause aus den Reihen und alle lachen. Doch die Tenöre und Bässe vermisst man im Chor wirklich. Chorleiter Dieter Winterle findet ihn trotzdem in Ordnung, sagt aber auch: „Für gemischten Chor ist es einfacher, Sätze zu finden.“

Schließlich verbinden alle, Leiter und Sängerinnen, einen gewissen Anspruch mit ihrer Musik. Es geht nicht nur ums schlichte Herumträllern. „Wir machen natürlich viele Volkslieder“, sagt Dieter Winterle, „aber auch mit modernen Sätzen. Und ein bisschen was Flotteres.“

„Lollipop“ ist bis heute ein Hit

In diese Kategorie fällt definitiv das nächste Stück des Probenabends. „Lollipop“, so wie es die „Chordettes“ 1958 sangen, ist bis heute ein Hit. Für die Frauen scheint der dreistimmige Satz wie gemacht. Der Spaß ist den Sängerinnen anzumerken. Bloß das „Plopp“ am Ende des Refrains sorgt für Kopfzerbrechen: Wirklich mit dem Finger im Mund? „Eine Hand frei halten!“, empfiehlt Dieter Winterle. „Die saubere vielleicht. Müssen wir das üben? Das geb ich Ihnen als Hausaufgabe mit.“ Alle amüsieren sich und merken doch bald: Das so simpel wirkende Lied hat es vor allem rhythmisch in sich.

Besuch vom Chor aus dem dänischen Odder

Da bleibt viel zu tun. Aber bis zu den nächsten Auftritten ist ja noch etwas Zeit. „Im Sommer“, kündigt der Chorleiter an. „Mehr wird noch nicht verraten. Die Proben haben ja gerade erst angefangen.“ Und im Herbst soll es zum Gegenbesuch nach Dänemark gehen. Vorigen Oktober hatten die Kyritzer schließlich Besuch vom Chor aus Odder.

Bei alldem ist dem Stadtchor jede Verstärkung willkommen – vorzugsweise männliche, aber nicht nur. „Ein bisschen Stimme wäre gut“, ist zu erfahren. „Und der Wille zum Durchhalten.“ Die Tür des Stadtsaals im Mehrgenerationenhaus stehe bei den Proben dienstags ab 19.30 Uhr (außer in den Ferien) auf jeden Fall stets offen.

Von Alexander Beckmann

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