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Ostprignitz-Ruppin Termin für Centerkauf-Schließung bekannt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Termin für Centerkauf-Schließung bekannt
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19:28 05.02.2015
Christa Ziegenbein, Ellen Millies und Ilka Eisermann haben Protestplakate gegen die Centerkauf-Ladenaufgabe zum 30. April in Freyenstein gemalt Quelle: Gerd-Peter Diederich
Freyenstein

Die Schließung des Centerkaufs in Freyenstein scheint beschlossene Sache. Auf Nachfrage bestätigt Inhaber Wolfgang Kyek gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung: „Ja, so siehts aus, wahrscheinlich schließe ich am 30. April endgültig. Das Kundenaufkommen steht in keinem akzeptablen Verhältnis mehr zu den Kosten.“

Am Donnerstag haben sich die drei Seniorinnen Ilka Eisermann, Ellen Millies und Christa Ziegenbein ans Malen großer Protestplakate gegen diese Ladenschließung gemacht. Keine dieser Frauen gibt dafür dem Betreiber eine Alleinschuld. Im Gegenteil sehen sie bei den eigenen Leuten eine Ursache, dass dieser Lebensmittel- und Treffpunkt im Ort nicht wirtschaftlich über die Runden kommen kann. „Immer diese Sucht nach billig, billiger, am billigsten. Dafür wird sonst wo hin gefahren und vergessen, dass auch die Fahrerei selbst Geld kostet, dass man lieber hier beim Einkaufen mit drauf geben kann“, ärgert sich Ellen Millies. Christa Ziegenbein hofft auf ein Umdenken bei den Freyensteinern. Der Laden am Marktplatz müsse erhalten bleiben. „Viele Senioren sind nicht mehr mobil. Mancher hat auch keine Kinder, die hier wohnen und den Einkauf in der Stadt Wittstock mit übernehmen könnten“, sagt Christa Ziegenbein. Sie befürchtet nun, dass nach der Centerkauf-Schließung weitere Kleinunternehmer in Freyenstein in diesen Sog hineingeraten könnten und ebenfalls schließen. „Wenn dieser Markt zu macht, wird sich das auf den Schlächter, auf die Frisörin, sogar auf die Sparkassenfiliale auswirken. Deshalb muss der Laden in Freyenstein erhalten bleiben. Wir wollen keine Nur-Schlaf-Stadt werden“, sagt Christa Ziegenbein.

Die drei Seniorinnen haben sich einen Spruch für ihren Protest ausgedacht: „Schloss und Archo-Park machen nicht satt“, skandieren sie beim Plakatmalen. „Das richtet sich nicht gegen diese Investitionen. Aber hier geht es um unser tägliches Brot“, fügt  Ellen Millies hinzu. Niemand sei  gegen die großen Attraktionen.

In die ehemalige Alte Schule sind die Menschen von Freyenstein am nächsten Montag zur Einwohnerversammlung eingeladen. Ab 19 Uhr wird über die Schließung des Centerkaufes gesprochen. Wolfgang Kyek wird nicht daran teilnehmen. Die Initiatorinnen des Protestes hoffen, dass sich endlich mehr Menschen dafür einsetzen, dass aus Freyenstein keine langweilige Schlafstadt ohne Versorgung wird. Im Seniorentreff jedenfalls gab es schon Zusagen, gegen die Schließung zu protestieren. „Wenn wir jetzt nichts gegen die Ladenschließung unternehmen, wird das für Freyenstein noch ganz böse enden“, appelliert Christa Ziegenbein dafür, jetzt für den Einkaufsmarkt-Erhalt zu kämpfen.

Wer den Schließungstermin aber in Umlauf gebracht hat, das war gestern nicht herauszufinden. In der Gebäude- und Wohnungsverwaltung Wittstock (GWV), die das Haus mit dem Einkaufsmarkt im Auftrag der Stadt Wittstock nur verwaltet, ist von dieser Geschäftsaufgabe nichts bekannt. „Nein, schriftlich haben wir keine Kündigung des Mieters“, wundert sich Volkmar Reichelt von der GWV. Er hatte gestern noch mit dem Inhaber telefoniert, die Geschäftsaufgabe spielte dabei keine Rolle.

Dass es Probleme wegen der zu hohen Betriebskosten gibt, die durch die schlechte Bausubstanz am Markt in Freyenstein nicht beeinflussbar sind, war Gegenstand eines Gesprächs des Geschäftsführers der GWV mit dem Centerkauf-Geschäftsführer im vergangenen Jahr. Auch da hatte der Betreiber über eine Geschäftsaufgabe laut nachgedacht, weil zu wenige Freyensteiner in Freyenstein einkaufen und die Ladenkosten zu hoch sind. Die Betriebskosten lassen sich jedoch nur durch Investitionen in die Sanierung senken, wozu sich die Stadt Wittstock als Eigentümer bislang jedoch noch nicht durchgerungen hat.

Von Gerd-Peter Diederich

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