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Terrorangst: Schule streicht Auslandsreisen

Neuruppiner Schüler bleiben zu Hause Terrorangst: Schule streicht Auslandsreisen

Die Angst um die Sicherheit der Jugendlichen bringt eine Schule aus Neuruppin jetzt dazu, in diesem Jahr alle Fahrten ins Ausland zu streichen. Bis auf Weiteres sind nur noch Reisen innerhalb Deutschlands erlaubt. Auch, weil Eltern das so wollten.

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Nach England sollte ein Fahrt von Neuruppiner Schülern in diesem Jahr gehen. Nach derzeitigem Stand ist die Reise gestrichen.

Quelle: Gabriele Leopold

Neuruppin. Die Terroranschläge im vergangenen Jahr in Frankreich haben jetzt auch Folgen in Neuruppin: Als erste Schule streicht das Neuruppiner Schinkelgymnasium in diesem Jahr alle Fahrten ins Ausland. Das bestätigte Schulleiterin Christine Schippers. „Ich bin als Schulleiterin verantwortlich für die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen“, sagt sie. „Aber die derzeitige Gefährdungslage ist so unübersichtlich, dass ich die Verantwortung nicht übernehmen kann.“

Die gesamte Schulleitung des Schinkelgymnasiums hat sich mit dem Thema befasst und hat entschieden: vorerst nur Reisen innerhalb von Deutschland. Auch die beiden Elternsprecher stehen hinter dieser Entscheidung, sagt Christine Schippers.

Betroffen sind wenigstens drei Fahrten, die in diesem Jahr geplant waren: eine im Mai, zwei im Oktober. Es sollte nach Frankreich, Belgien und England gehen. Auch der Märkische Jugendchor, der zum Gymnasium gehört, muss wohl zu Hause bleiben.

Schulleiterin Christine Schippers

Schulleiterin Christine Schippers.

Quelle: Peter Geisler

Für alle Reisen müsste die Schulleitung jetzt grünes Licht geben, damit die Fahrten gebucht werden könnten – verbindlich. „Erste Eltern haben sich bei uns schon gemeldet und angekündigt, dass ihre Kinder nicht mit auf Auslandsfahrten dürfen“, sagt Schulleiterin Schippers. Was, wenn später weitere Eltern entscheiden, ihre Kinder lieber zu Hause zu behalten?

Nach dem Terroranschlag in Paris Mitte November hatte das Bildungsministerium in Potsdam einen Reisehinweis verschickt. Darin weist das Ministerium auf „das erhöhte Schutzniveau“ für die Region rund um Paris hin und darauf, dass die französische Regierung den Ausnahmezustand verhängt hat. Die Schulen werden aufgefordert, sich auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei Klassenfahrten nach Frankreich einzustellen. Einen generellen Rat, besser nicht mehr nach Frankreich zu fahren, gibt das Ministerium nicht. „Das muss jede Schule in Abstimmung mit der Elternschaft entscheiden“, sagt Ministeriumssprecher Florian Engels: „Da mischen wir uns nicht ein.“ Absagen wie aus Neuruppin sind Engels aus anderen Regionen bisher nicht bekannt.

Der Neuruppiner Stadtverordnete Nico Ruhe (SPD) findet den generellen Verzicht auf Auslandsfahrten fatal. „Damit ist ja ein Ziel der Attentäter erreicht worden: unseren freien Lebensstil einzuschränken“, beklagte er im Sozialausschuss und forderte die Stadtverwaltung auf, noch einmal mit der Schule zu sprechen. „Möglicherweise können wir noch einmal dafür sensibilisieren, dass man sich – verdammt noch mal – nicht einschüchtern lassen darf von solchen Dingen.“

Christine Schippers hat durchaus Verständnis für Ruhles Argumente. „Was man privat macht, ist etwas ganz anderes“, sagt sie. „Ich werde selbst auch weiter ins Ausland fahren.“ Doch als Schulleiterin sehe sie sich gezwungen, anders zu entscheiden.

Von Reyk Grunow

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