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Testfeld wird eingerichtet

Wittstock Testfeld wird eingerichtet

Feldversuche sollen der Wissenschaft Aufschluss darüber geben, wie sich Wärme auf die Geologie im Boden auswirkt. Weltweit gibt es nur wenige solcher Testflächen, eine davon schon bald auf dem alten Flugplatzgelände bei Alt Daber.

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Das Testfeld soll etwa in diesem Bereich des ehemaligen Flugplatzes entstehen.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Die Erde könnte künftig als Wärmespeicher eine wesentlich größere Rolle spielen. Die Abwärme aus Industrieanlagen, aber auch die Wärme, die von Städten ohnehin in den Boden abgegeben wird, verpufft noch weitgehend ungenutzt. Dabei könnte sie in sogenannten Grundwasserleitern, also Gesteinsformen, die zur Leitung von Grundwasser geeignet sind, gespeichert und bei Bedarf wieder entnommen werden.

Noch aber fehlt es an praktischer Erfahrung, wenn es darum geht, welche Auswirkungen dieser Prozess auf das Grundwasser, die Geologie und Mikrobiologie des Bodens hat. Ändern soll das ein Testfeld auf dem ehemaligen Flugplatzgelände bei Alt Daber, das voraussichtlich im Sommer 2018 in Betrieb genommen wird. Das Projekt „TestUM-Aquifer“ wird zurzeit von der Universität Kiel in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung eingerichtet. Auf dem etwa 250 Meter langen und 100 Meter breiten Gelände sollen künftig verschiedene Unternehmen wissenschaftliche Untersuchungen und Feldversuche zu dem Thema anstellen können.

Verkürzte Vorstellung aus Besuchermangel

Am Mittwochabend sollte das Projekt im Städtischen Gymnasium in Wittstock eigentlich ausführlich vorgestellt und mit Besuchern diskutiert werden. Doch es kam nur ein einziger Besucher. Deshalb entschied man sich in der Runde, die Sache lediglich in komprimierter Form vorzustellen und Fragen zu beantworten. Schließlich waren mehrere Wissenschaftler extra nach Wittstock gekommen – darunter Götz Hornbruch vom Institut für Geowissenschaften an der Universität Kiel; der wissenschaftliche Projektkoordinator Sebastian Bauer und Hans Herrmann Richnow vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Ganz praktisch sehen die Versuche vor Ort Folgendes vor: Wärme von bis zu 80 Grad Celsius soll über Sonden in eine Tiefe von bis zu 20 Metern eingebracht werden. Außerdem seien Gaseinträge von Luft, Wasserstoff und Methan vorgesehen, sagte Referent Götz Hornbruch. Die Mengen bezeichnete er als „gering“, vergleichbar mit dem Inhalt von 35 Gasflaschen.

„Laborergebnisse dazu liegen bereits vor“, sagt Sebastian Bauer. Sie hätten gezeigt, dass derartige Einträge den Zustand des Untergrundes nicht beeinträchtigten. Der finale Beweis im Feldversuch stehe aber noch aus. Das Testfeld könne auch internationalen Firmen zur Verfügung gestellt werden, die bei der Durchführung von Versuchen deutschen Gesetzen unterlägen.

Voraussichtlich solle es im März 2018 eine weitere Infoveranstaltung dazu geben.

Von Björn Wagener

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