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Teure Überraschung von der Gema

Zempow Teure Überraschung von der Gema

115 Euro, das hört sich zunächst nach keinem Vermögen an – gemessen an der Kulturpauschale, die Zempow jedes Jahr von der Stadt Wittstock erhält, ist das jedoch viel Geld. Den Betrag fordert die Musikrechteverwaltungsgesellschaft Gema für die musikalische Untermalung des letzten Weihnachtsmarkts – ein Detail, das bei keiner Veranstaltung vergessen werden darf.

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Bei der Staffelstabübergabe für den Weihnachtsmarkt 2015 ahnte Zempows Ortsvorsteher Frank Mögelin (2.v.r.) nicht, was auf den kleinen Ort noch zukommen wird – die Gema fordert Geld.

Quelle: Privat

Zempow. Nach der Freude über den gelungenen Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr folgt nun für Zempow die Ernüchterung – die Musikrechteverwertungsgesellschaft Gema fordert 115 Euro für die musikalische Untermalung der öffentlichen Veranstaltung. „Das ist bald ein Viertel unserer jährlichen Kulturpauschale“, monierte Zempows Ortsvorsteher Frank Mögelin auf der Ortsbeiratssitzung am Montagabend. Dabei war sich der Beirat noch nicht einmal sicher, ob damals überhaupt Musik gespielt wurde. „In der Kirche wurde gesungen“, erinnerte sich Ortsbeirat Ulrich Schnauder. Womöglich sei hier und da an den Ständen auch etwas vom CD-Spieler zu hören gewesen.

Für das Singen bei Gottesdiensten allein müssten die Zempower kein Geld entrichten, wie Gema-Sprecherin Gaby Schilcher in München informiert. Dafür habe die Gesellschaft Pauschalverträge mit den Kirchen abgeschlossen. Wohl aber fielen Gebühren an, wenn öffentlich über Lautsprecher oder eine Bühne Musik unter die Leute gebracht würde. Die Höhe der Gebühren berechne sich dann nach der Größe der Veranstaltungsfläche. In manchen Fällen müsse auch nichts gezahlt werden, das hänge dann von den Urheberrechten des dargebrachten Liedgutes ab.

Nicht jeder Song muss bezahlt werden

„Wenn ein Chor ’Stille Nacht, heilige Nach’ singt, ist das kein Problem“, erklärt Schilcher und verweist darauf, dass der Urheber schon mehr als 70 Jahre verstorben ist. Anders sei es, wenn das Lied von einem noch lebenden Interpreten von einem Tonträger zu hören wäre oder Nutzungsrechte noch bei der Gema liegen würden. „Das kann man aber im Vorfeld mit uns abklären“, empfiehlt die Sprecherin. Kulant würde sich die Gesellschaft auch zeigen, wenn Veranstalter noch nie mit der Gema zu tun gehabt und dadurch erstmalig vergessen hätten, die Veranstaltung bei dieser anzumelden. „Dann verzichten wir oft auf eine Entschädigungszahlung“, sagt Schilcher.

Die Gema

1933 wurde die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) offiziell unter diesem Namen gegründet.

Als Verwertungsgesellschaft nimmt sie die Nutzungsrechte aus dem Urheberrecht der in ihr organisierten Künstler und Verleger wahr.

3300 Mitglieder , 6400 Mitgliedschaftsanwärter und 55 000 Urheber ohne Mitgliedsstatus gehören der Gema an.

Hinweis: Weitere Informationen zur Gema und zu geschütztem Liedgut hier.

Diese würde dann noch einmal so hoch ausfallen, wie die Anmeldegebühr – sie soll die Urheber entschädigen und den Kostenaufwand der Gema für die Recherche ausgleichen.

Im Zweifelsfall seien die Veranstalter immer in der Beweispflicht. Im Fall von Zempow war die Rechnung mit etwas Verspätung eingetroffen, daher folgte nun im Sommer die böse Überraschung für Mögelin.

Noch böser hatte es Freyenstein im vergangenen Jahr getroffen. Die Anmeldungen für das Stadtfest hatten die Freyensteiner wie auch die Zempower vertrauensvoll in die Hände der Wittstocker Stadtverwaltung gelegt, wie Ortsvorsteher Manfred Engel berichtet. Allerdings sei dieses Mal die Anmeldung bei der Gema wohl nicht erfolgt – der Ortsteil musste die Gebühren plus Entschädigung von seiner Kulturpauschale nachzahlen. „Das waren an die 650 Euro“, erinnert sich Engel. Aus dem Wittstocker Rathaus heißt es dazu, dass die Veranstaltung vom Förderverein Freyenstein statt vom Ortsbeirat beantragt worden wäre. „Dann ist es keine kommunale Veranstaltung mehr“, betont Stadtsprecher Jean Dibbert. In der Folge hätte sich der Verein selbst um die Formalitäten kümmern müssen.

Die Erfahrung hat die Freyensteiner nun besonders sensibilisiert. „In diesem Jahr haben wir penibel darauf geachtet, dass die Gema zu ihrem Geld kommt“, sagt Engel.

Von Christian Bark

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