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Teurer Kreiselbau: Rückendeckung fürs Land

Nach Bürgerbeschwerden in Neuruppin Teurer Kreiselbau: Rückendeckung fürs Land

Für seine heiß diskutierten Pläne zum Umbau eines Kreisverkehrs in Neuruppin bekommt der Landesbetrieb für Straßenwesen jetzt Rückendeckung. Der Bund der Steuerzahler hat das 1,2-Millionen-Euro-Projekt geprüft. Das Ergebnis fällt anders aus, als mancher erwartet hat.

Neuruppin, Neustädter Straße 52.920078801441 12.787871493115
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Henryk Wichmann (2. v.r.) und Andreas Galau (r.) vom Petitionsausschuss des Landtags diskutierten am Dienstag in Neuruppin mit Staatssekretärin Ines Jesse (M.) und Bürgern.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Im Streit über die geplante Umbau des Kreisverkehrs an der Neustädter Straße in Neuruppin bekommt der Landesbetrieb für Straßenwesen von ungeahnter Seite Unterstützung. Bürger hatte der Bund der Steuerzahler eingeschaltet, weil sie die Pläne des Landes für Geldverschwendung halten. Der Landesstraßenbetrieb will den Kreisverkehr abreißen und durch einen neuen, kleineren ersetzen. Der Kreisel soll künftig nur noch 40 Meter Durchmesser statt bisher 70 Meter haben. Mehrere Neuruppiner laufen dagegen Sturm, allen voran Manfred Krell, einst Tiefbauamtsleiter der Stadt.

Er ist sich sicher, dass ein Neubau nicht nötig ist, sondern eine Sanierung der Fahrbahn ausreichen würde; die wäre viel billiger als der für 1,2 Millionen Euro geplante Umbau. Das hatte Krell am Dienstagabend auch lautstark bei einem Vor-Ort-Termin des Petitionsausschusses des Landtages erklärt.

Bund der Steuerzahler hält den geplanten Umbau für sinnvoll

Der Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann (CDU), Chef des Ausschusses, und sein AfD-Kollege Andras Galau hörten sich in Neuruppin das Für und Wider an, ließen sich aber nicht überzeugen, dass das Projekt wirklich nötig ist.

Ganz anders der Bund der Steuerzahler. Dessen Urteil zum Vorhaben des Landes fällt eindeutig aus, sagt Ludwig Zimmermann, der Vorsitzende des Landesverbandes Brandenburg: „Wir haben in diesem Fall nicht zu meckern, und wir haben gerne was zu meckern.“

Der Umbau sei die beste Lösung für den Kreisel, sagt Zimmermann. Nachdem er alles geprüft hat, kommt der Fachmann des Steuerzahlerbundes zum Schluss, dass beim Bau des Kreisel vor Jahren Fehler gemacht wurden, die nur mit einem Neubau zu heilen seien. Auch die Verkleinerung auf 40 Meter sei nachvollziehbar. Zimmermann: „Ich verstehe die ganze Aufregung um diese Sache nicht.“

Der Kreisverkehr B167 /Heinrich-Rau-Straße Neuruppin soll kleiner werden

Der Kreisverkehr B167 /Heinrich-Rau-Straße Neuruppin soll kleiner werden.

Quelle: Peter Geisler

Vorteile für Fußgänger und Radfahrer – Nachteile für Autos

Nach den bisherigen Plänen will der Landesbetrieb noch in diesem Jahr mit dem Umbau beginnen. Die Arbeiten wurden bereits ausgeschrieben, allerdings hat noch keine Firma den Zuschlag bekommen. Grundsätzlich könnte der Umbau verschoben werden, räumte der Chef des Landesbetriebs, Albrecht Klein, am Dienstag im Petitionsausschuss ein. Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse hatte aber Zweifel, was das bringen soll.

Laut Landesstraßenbetrieb soll der Umbau des Kreisels vor allem für Radfahrer und Fußgänger Vorteile bringen. Für Autofahrer bringe der kleine Kreisel dagegen Nachteile, räumte Klein ein. Autos werden schon deshalb ausgebremst, weil der neue Kreisel künftig an allen vier Zufahrten Zebrastreifen haben soll. Die Bevorzugung der „schwächeren Verkehrsteilnehmer“ ist ausdrücklich gewünscht, sagt Staatssekretärin Jesse und verweist auf das Integrierte Verkehrskonzept des Landes. CDU-Mann Henryk Wichmann fragte sich allerdings, ob ausgerechnet an dieser Stelle auf der Umgehungsstraße um die Stadt Autos ausgebremst werden wollten.

Von Reyk Grunow

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