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Teures Problem am Freizeitzentrum in Grabow

Heiligengrabe in Zugzwang Teures Problem am Freizeitzentrum in Grabow

Das Dach des Vereins- und Kulturzentrums in Grabow ist erst zwölf Jahre alt und muss schon komplett erneuert werden. Probleme an der Traufe deuteten sich Ende 2014 an. Laut Bauamtsleiterin Andrea Asse habe sich die Situation seitdem „extrem verschlechtert“. Die Gemeinde muss 96 000 Euro außer der Reihe im Haushalt einstellen. Die Sporthalle ist gesperrt.

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Das Hauptdach des Vereins-, Freizeit- und Kulturzentrums in Grabow ist erst zwölf Jahre alt und muss schon wieder erneuert werden.

Quelle: Björn Wagener

Grabow. Das Hauptdach des Vereins-, Freizeit- und Kulturzentrums in Grabow muss komplett erneuert werden. Denn es ist großflächig undicht. Um den Schaden zu beheben, müssen nun 96 000 Euro außer der Reihe investiert werden, im Amtsdeutsch nennt sich das eine überplanmäßige Ausgabe. Dieser stimmten die Heiligengraber Gemeindevertreter auf einer Sondersitzung am Dienstagabend zu. Finanziert werde das Ganze über Mehrerträge aus dem Gemeindeteil der Umsatz- und Einkommenssteuer sowie Einsparungen bei der Unterhaltung der Straßenbeleuchtung. Das teilte Kämmerer Heiko Rähse mit. Die Bauleistungen wurden ebenfalls am Mittwochabend vergeben, so dass die Arbeiten kurzfristig beginnen können. Sie sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Das Dach wurde 2003 gebaut. Laut Bauamtsleiterin Andrea Asse sei die Traufe nicht korrekt hergestellt worden. Die Folge: Eindringendes Wasser habe die Mineralwolle durchsetzt und weitere Schäden verursacht. Das Problem sei der Gemeinde seit Ende 2014 bekannt. Damals habe es jedoch zunächst nur kleine Verfärbungen gegeben. „Das Schadensbild hat sich seitdem aber extrem verschlechtert“, berichtete Andrea Asse. Aus den Verfärbungen seien inzwischen Durchrostungen geworden. Es hätten sich kleine Löcher in den Trapezblechen gebildet.

Die Tore zur Sporthalle sind fest verschlossen, weil es Sicherheitsbedenken gab

Die Tore zur Sporthalle sind fest verschlossen, weil es Sicherheitsbedenken gab.

Quelle: Björn Wagener

Die Gemeinde habe somit vor der Frage gestanden: Hält das Dach noch den kommenden Winter hindurch oder muss sofort gehandelt werden? Deshalb sei im September von einem Statikbüro ein entsprechendes Gutachten erarbeitet worden. Es empfahl, die Sporthalle sicherheitshalber zu schließen, was auch geschah. Das eingedrungene Wasser sorge zudem für zusätzliches Gewicht, das die Dachkon-struktion belastet. Sollte im Winter noch Schnee hinzukommen, könnte es passieren, „dass tragende Bauteile versagen“, berichtete die Amtsleiterin und sprach von „Zugzwang“.

Deshalb stand für die Gemeinde fest, dass sofort gehandelt werden muss. Das wiederum bedeutete, rasch über die Mittelfreigabe zu entscheiden. Aus diesem Grund wurde die Sondersitzung einberufen. Dass die Sanierung fast 100 000 Euro kostet, begründete Andrea Asse unter anderem damit, dass die Gerüstbauarbeiten wegen der Nebendächer schwierig seien und auch der Hallenboden geschützt werden müsse. „Es könnte ja mal ein Hammer herunterfallen.“ Auch die schlichte Größe des Daches habe natürlich Einfluss auf den Preis.

Baufirma haftet nicht mehr

Die Firma, die das Dach vor zwölf Jahren gebaut hat, könne nach zwölf Jahren für die Schäden nicht mehr haftbar gemacht werden, sagte Bürgermeister Holger Kippenhahn. Es sei denn, es wäre ihr Arglist nachzuweisen. Das wäre der Fall, wenn der Mangel Firma und Planern von Anfang an bekannt war, aber verschwiegen wurde. Das wiederum müsste jedoch die Gemeinde nachweisen, was von ihrem Rechtsbeistand allerdings als nahezu aussichtslos eingeschätzt worden sei, sagte Bürgermeister Kippenhahn und fügte an, dass man auch nicht davon ausgehe, dass die Firma arglistig gehandelt habe. Auch über eine Versicherung sei das Ganze kaum abzuwickeln.

Also blieb nur, in den sauren Apfel zu beißen und erneut zu investieren. Schließlich soll die viel genutzte Halle möglichst schnell wieder zur Verfügung stehen.

Von Björn Wagener

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