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Theater bringt Gefahr für den Martinimarkt

Baupläne in Rostock könnten Folgen für Neuruppin haben Theater bringt Gefahr für den Martinimarkt

Die Pläne der Stadt Rostock für ein neues Theater könnten Folgen für den Martinimarkt in Neuruppin haben. Für viele Schausteller liegt Neuruppin auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt in Rostock. Sie fürchten, dass mit dem Theaterbau dort ihr Standort verlorengeht.

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Die großen Fahrgeschäfte machen den Reiz des Martinimarktes aus – und auch den des Weihnachtsmarktes in Rostock.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die beiden Städte liegen 160 Kilometer voneinander entfernt. Und doch könnten Baupläne der Stadt Rostock Folgen für den Martinimarkt in Neuruppin haben. Konkret sind es die Pläne für ein neues Theater, die ganze Schaustellerfamilien um ihre Existenz bangen lassen. So beliebt der Neuruppiner Rummel bei den Schaustellern ist ‒ für viele Fahrgeschäfte ist die Fontanestadt nur eine Station auf dem Weg zum vielleicht größten Winterfest in Norddeutschland, dem Weihnachtsmarkt in Rostock. "Das gilt vor allem für die großen Attraktionen", sagt Lothar Welte, Sprecher der Martinimarktschausteller.

Welte und seine Kollegen fürchten, dass durch die Pläne für einen Theaterneubau in Rostock die Plätze für die großen Fahrgeschäfte beim Weihnachtsmarkt verloren gehen. Damit wäre Rostock für manchen nicht mehr interessant. Wenn die Publikumslieblinge aber nicht mehr nach Rostock fahren, wird es sehr viel schwieriger, Kettenflieger, Riesenschaukeln oder andere Neuheiten nach Neuruppin zu holen. Für den Martinimarkt ein herber Verlust.

Der traditionelle Neuruppiner Martinimarkt ist am Donnerstag eröffnet worden. Elf Tage lang erwarten mehr als 150 Schausteller, Fahrgeschäfte, Gastronomen und Händler bis zu 200.000 Besucher in der Neuruppiner Innenstadt. Der Martinimarkt zählt damit zu den größten Volksfesten im Land Brandenburg.

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2018 zur 800-Jahr-Feier der Hansestadt will Rostock sein neues Theater eröffnen. Zwei mögliche Standorte sind zurzeit im Gespräch: der Stadthafen und die Fläche an der Fischerbastion, auf der jetzt zum Weihnachtsmarkt die großen Fahrgeschäfte stehen. Noch ist nichts entschieden. Die Hansestadt bereitet gerade einen Gestaltungswettbewerb für das Areal zwischen Innenstadt und Warnowufer vor. Damit sollen auch Ideen für die beiden möglichen Theaterstandorte gefunden werden, heißt es aus dem Rathaus der Hansestadt. Mit Ergebnissen rechnen die Rostocker für Mai. Spätestens im Januar 2016 müsste laut Oberbürgermeister Roland Methling der erste Spatenstich erfolgen, damit das Theater Mitte 2018 eröffnet werden kann.

Für die Schausteller kommt der Platz an der Fischerbastion nicht infrage. "Das wäre fatal", sagt Marlies Urbigkeit. Sie ist Sprecherin des Schaustellerverbandes Mecklenburg-Vorpommern und kommt wie ihr Kollege Welte gern nach Neuruppin ‒ seit mehr als 20Jahren: "Das ist hier ein ganz toller Standort." Aber auch Marlies Urbigkeit weiß, dass sich Neuruppin für viele ihrer Kollegen unter anderem deshalb so lohnt, weil sie im Anschluss weiter nach Rostock fahren. Für ihren Standort dort wollen die Schausteller kämpfen. "Ich glaube, den Politikern ist gar nicht bewusst, welche Folgen ihre Entscheidung haben kann", sagt Lothar Welte

Der Neuruppiner Martinimarkt lockt zwar jedes Jahr mehr als 100000 Besucher ‒ aber nur, wenn die Veranstalter neben Bewährtem auch Neues, möglichst Einmaliges anbieten können. Kirmesfans tauschen sich schon Monate vorher via Internet aus, welcher Rummel der attraktivste ist. Manche fahren hunderte Kilometer weit. Neuruppin hat durchaus Konkurrenz, etwa den Martinimarkt Anfang November in Parchim oder den Allerheiligenmarkt in Soest (Nordrhein-Westfalen) mit rund einer Million Besucher pro Jahr. "Ein Fest wie der Martinimarkt ist kein Selbstläufer", sagt Welte. Da können kleine Veränderungen große Folgen haben.

Von Reyk Grunow

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