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Ostprignitz-Ruppin Theater in Neuruppin: Julia liebt Julia
Lokales Ostprignitz-Ruppin Theater in Neuruppin: Julia liebt Julia
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19:51 11.10.2015
Noch ist die Stimmung gut: Olli (Lena Belz, l.) und Mercutio (Laura Henriette Plath). Quelle: Frauke Herweg
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Neuruppin

Julia liebt Julia. Und selbst die Vertrauten von Julia Capulet sind entsetzt. „Meine beste Freundin ist eine Scheiß-Lesbe“, brüllt Mo. Auch Pepe ist angewidert. Die Liebe der beiden Julias kann nur eine einmalige Verirrung sein – da sind Mo und Pepe sich ganz sicher. „Du hast ja nicht mal mit einem anderen Mann gepennt. Woher weißt du, dass du Muschis lieber hast als Schwänze?“

Mit „Von Rosen und Eiterprimeln“ – ihrer Adaption von Shakespeares „Romeo und Julia“ – feierte die Jugendtheatergruppe „Saynever“ der Neuruppiner Jugendkunstschule am Wochenende Premiere. Eineinhalb Jahre hatten die zehn jungen Frauen an dem Stoff gearbeitet. Heraus kam ein Stück, das von Liebe und Hass, Freundschaft, Homophobie und Geschlechterrollen erzählt. „Ist sie eine Frau?“ Und „was braucht eine Frau?“, fragen die Darstellerinnen gleich zu Beginn von „Von Rosen und Eiterprimeln“. Die Tragödie, man befürchtet es gleich zu Beginn des Stückes, nimmt ihren erwarteten Lauf.

Die Wucht homophober Vorurteile ist gewaltig

Wer männliche Rollen in „Von Rosen und Eiterprimeln“ sucht, sucht vergebens. Die Jugendtheatergruppe unter der Regie von Ulrike Lange und Natalie Baldin setzt konsequent auf ein rein weibliches Darstellerteam, um die Geschlechterstereotypien im 21. Jahrhundert zu hinterfragen. Der Hass zwischen den verfeindeten Familien Capulet und Montague scheint die Liebe zwischen beiden Julias unmöglich zu machen. Die Wucht homophober Vorurteile nicht minder. Derart unter Druck gesetzt, will Julia Capulet schließlich kein Mädchen mehr sein. „Du sollst mein Feind sein?“, fragt sie Julia Montague nach einem ersten Kuss auf dem Maskenball. „Es ist der Name, der mein Feind ist. Dein Geschlecht. Nicht du. Du bist ja nur du. Du selbst.“

Olli und Mercutio, die Vertrauten von Julia Montague, scheinen zu ihr zu stehen. „Schnapp dir die Braut, Julia!“, ruft Mercutio noch im Sterben. Eine wunderbare Reminiszenz an Nina Hagens Lied „Rangehn“ und dessen Zeile „Wenn du scharf bist, musst du rangehn“. Den Rest der Tragödie erzählen „Saynever“ recht klassisch. Der Brief, der Julia Montague zu dem Treffen mit der nur scheinbar toten Julia Capulet dirigieren soll, erreicht seine Adressatin nicht, weil die Botin dem weiblichen Liebespaar die Hilfe verweigert. Wie in der berühmtesten Liebesgeschichte der Weltliteratur auch treibt ein grausames Missverständnis die beiden Liebenden schließlich in den Tod – großartig gespielt von Larissa Trippel (Julia Montague) und Paula Wagner (Julia Capulet).

Von Frauke Herweg

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