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Ostprignitz-Ruppin Altvertraut – und aufregend neu
Lokales Ostprignitz-Ruppin Altvertraut – und aufregend neu
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08:54 16.03.2018
Lange Theaternacht 2017: Hauptdarstellerin Daria Monciu erhält für ihre Leistung von Regisseurin Christine Hofer den „Nibelungenring“. Quelle: Regine Buddeke
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Netzeband

In milden Sommernächten, wenn die Stimmen verklungen sind, tanzen die Glühwürmchen zwischen den uralten Bäumen des Netzebander Gutsparkes. Der Park ist verwunschen, die Kulisse magisch. Alljährlich wird sie zum Schauplatz: für Faust und Macbeth, für den buckligen Richard und den wilden Peer Gynt, für Shakespearesche Luftgeister und tragische Helden, für Tod, Teufel und Theatervolk. Magisch zieht Netzeband Jahr für Jahr aufs Neue theaterbegeisterte Menschen an.

Das ist zum einen das Publikum – zum anderen die Spielwütigen: Laien-Darsteller aus der Region, die sich jeden Sommer in Netzeband um die Ohren schlagen und aus ihrer Theaterleidenschaft etwas Wunderbares machen, sich über die Jahre vom Statisten bis zum Hauptdarsteller mausern. Noch ist Stille im Park – der Theatersommer aber ist schon zum Greifen nah.

Lange Nacht des Theaters. Hier wird die beendete Saison gefeiert. Quelle: Regine Buddeke

Schon jetzt steht das Stück der Saison fest. Geiz ist geil? In Netzeband schon. Zum ersten Mal beim Theatersommer kommt Moliére auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Das Stück ist 350 Jahre alt und hat so gut wie gar nichts an Aktualität verloren. Geiz und Verschwendungssucht sind die antagonistischen Triebfedern, die der Komödie Witz und Würze verleihen. Die Hauptfiguren drehen sich narzisstisch um sich selbst.

Mit dem Molière-Stück hält Commedia dell‘arte Einzug in Netzeband

Die Mittel der Commedia dell‘arte, die Moliére als Theaterform berühmt machte, sind wie geschaffen für die Spielart, wie in Netzeband Theater funktioniert: Mit expressiven Masken, die alljährlich neu geschaffen werden. Der weite Theaterraum unter dem Himmel ist zu groß, als dass man die Mimik der Darsteller sehen könnte – die Masken bringen sie mit. Auch die Stimmen, denen die Darsteller später ihren Körper leihen, werden vorab von Profis auf Band gesprochen. Perfekt für die skurrilen Typen aus dem Molière.

Die expressiven Masken sind Markenzeichen des Theatersommers. Quelle: Regine Buddeke

„Wir werden viele Rollen zu besetzen haben – wer will, darf auch spielen“, sagt Christine Hofer. Wenn es mehr Bewerber als Rollen gebe, würden auch Figuren aus anderen Molière-Stücken eingebaut, quasi neue Rollen geschaffen. „Das ist nicht schwer bei Molière“, so Hofer. „Der hat so schräge Figuren erfunden. Was uns gefällt, kommt ins Stück.“

„Unter dem Milchwald“ ist Kult. Mit diesem Stück begann die Geschichte des Theatersommers. Quelle: Regine Buddeke

Auch die Kinder dürfen sich auf eine neue Produktion freuen: Nach dem Erfolg des 2016 von Christine Hofer inszenierten Wolkowschen Kinderbuchklassikers „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ kommt nun dessen Fortsetzung auf die Bühne: mit alten Helden und neuen Bösewichten, die Elli und ihren Gefährten Scheuch, Holzfäller und Löwe so einige Nüsse zum Knacken geben werden. Mit „Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten“ setzt der Theatersommer die Märchenreihe über das Zauberland hinter der Wüste fort. „Für die Holzarmee wollen wir gern die Akustik des Waldes nutzen – so à la Holz auf Holz“, verrät Christine Hofer schon die ersten Regieeinfälle. Wie man sieht, brodelt die Arbeit bereits im richtigen Topf.

Kinder dürfen sich auf die Fortsetzung des „Zauberers der Smaragdenstadt“ freuen

Ein Novum in diesem Jahr: Christine Hofer wird die Regie für beide Stücke übernehmen. Die Brandenburgerin ist seit 2016 im Netzeband-Team dabei und übernahm neben dem „Zauberer der Smaragdenstadt“ 2017 auch große Teile der Peer-Gynt-Inszenierung. Damit hat sie hinreichend bewiesen, dass sie ein gutes Händchen für Bühne und Team hat. Für Kulisse und Masken zeichnet ihr Partner Dirk Seesemann – für den „Geizigen“ wird noch eine Kostümgestalterin oder Schneiderin gesucht.

„Der Zauberer der Smaragdenstadt“ lief 2016/17 über die Bretter. Nun gibt es die Fortsetzung. Quelle: Regine Buddeke

Was auf gar keinen Fall fehlen darf, ist der „Milchwald“. Das selten aufgeführte Stück von Dylan Thomas hat die Legende des Theatersommers Netzeband erst begründet und ist seitdem Kult. Jedes Jahr eröffnet es die Saison mit seinen 53 überlebensgroßen Puppen und der magischen Sprache. Es hieß vergangenes Jahr, der Milchwald würde erst einmal pausieren. Aber er steht – zur Freude vieler Theaterfans – doch wieder auf dem Spielplan. Also alles wie gehabt. Und trotzdem wieder alles aufregend neu.

Von Regine Buddeke

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