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Theatersommer feiert 20 Jahre

Netzeband Theatersommer feiert 20 Jahre

Vor 20 Jahren war Netzeband ein verschlafenes Dorf kurz nach der Wende. Heute hat es sich einen Namen in der Brandenburger Kulturlandschaft gemacht: mit dem Theatersommer, der vom ganzen Dorf mitgetragen wird. Und der Jahr für Jahr mit spannenden Inszenierungen und der einzigartigen Form des Synchrontheaters Gäste – auch von weither – anzieht.

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Horst und Johanna Wagenfeld (2. und 3. v. l.) erhielten ein Bild des Künstlers Matthias Zágon Hohl-Stein (l.) – als Dankeschön des Fördervereins Temnitzkirche, vertreten durch Frank Matthus (r.) sowie Siegfried Naumann (3. v. r.)

Quelle: Buddeke

Netzeband. „Anfangen, wo es anfängt“, so lautet die erste Zeile aus Dylan Thomas’ „Unter dem Milchwald“ – dem Kultstück des Netzebander Theatersommers. Die Zeile hat Symbolkraft – am Freitag ging es zurück zu jenen Anfängen, als aus dem verschlafenen Temnitzdörfchen das Theaterdorf entstand, das jeden Sommer – seit nunmehr 20 Jahren – Besucher von nah und fern anzieht. Mit immer wieder spannenden Inszenierungen in lauschiger Naturkulisse des Gutsparkes, dank großer Stimmen vom Band, dank expressiver Masken und der einzigartigen Form des Synchrontheaters. Am Freitag feierten das Theaterteam und Netzeband mit einem Festakt das 20-jährige Bestehen des Theatersommers.

Kulturstaatssekretär Martin Gorholt bei seiner Ansprache

Kulturstaatssekretär Martin Gorholt bei seiner Ansprache.

Quelle: Regine Buddeke

Unter den Gästen waren der Kulturstaatssekretär Martin Gorholt, der Vize-Landrat Werner Nüse, die Amtsdirektorin Susanne Dorn und der Bürgermeister Johannes Oblaski. Und als heimliche Hauptpersonen Horst und Johanna Wagenfeld: die Gründer des Theatersommers. Angefangen hat alles damit, dass das Ehepaar Wagenfeld – er Landschaftsplaner, sie PR-Frau – sich in Netzeband verliebten und die marode Kirche kauften, die damals dem Abriss entgegendämmerte. Das Paar wollte etwas Neues anfangen – mit der Kirche und einem Grundstück, dass sie zu den „Märkischen Höfen“ ausbauten.

Andreas Klein (l) und Uschi Schneider lesen aus Christhard Läpples (M) neuem Netzeband-Buch

Andreas Klein (l.) und Uschi Schneider lesen aus Christhard Läpples (M.) neuem Netzeband-Buch.

Quelle: Regine Buddeke

Der Teilzeit-Netzebander Christhard Läpple, Autor, Journalist und Leiter des ZDF-Kulturmagazins „Aspekte“, hat recherchiert und die Geschichte aufgeschrieben – im Februar soll „Soviel Anfang war nie“ erscheinen. Einen Vorgeschmack geben die beiden Netzeband-Schauspieler Uschi Schneider und Andreas Klein, die vorab drei Kapitel aus dem Buch vorlesen: mit wortgewitzten plastischen Bildern lassen sie den Tag auferstehen, wo die Blumenthals – wie sie im Buch heißen – das Dorf und die Kirche erstmals sahen: „eine Sackgasse im Nirgendwo“, die irgendwie „wie ein Stück Nordkorea“ anmutete. Und in der eine Ruine stand, aus der Birken wucherten. Und die für eine symbolische Mark den Besitzer wechselte, weil die Gemeinde den Abriss nicht bezahlen konnte. Sanieren war der erste Schritt – mit Leben füllen der zweite. Die gut 80 Gäste in der Kirche lauschen den Anfängen, als ein weiterer Mann mit Visionen in Netzeband auftaucht: Jürgen Heidenreich, der den „Milchwald“ inszenieren wollte und das Dorf einlud, gemeinsam 53 riesige Puppen zu bauen: aus allem, was Kleidertonne und Sperrmüll hergaben. Und die heute noch das Publikum begeistern. Der Theatersommer war geboren – auch dank der Visionen von Frank Matthus, dem langjährigen künstlerischen Leiter des Theatersommers, der etliche Inszenierungen in Netzeband stemmte, die Texte dafür umschrieb, Schauspieler anwarb und Laien aus der Region, die Jahr für Jahr in die großen Rollen hineinreifen und aus Netzeband nicht mehr wegzudenken sind – legendär sein „Macbeth“ und die Nibelungen-Trilogie.

Gerührt

Gerührt: die Wagenfelds bei der Bildüberreichung.

Quelle: Regine Buddeke

Schon lange leben die Wagenfelds nicht mehr im Dorf – „ihre Saat ist jedoch aufgegangen“, beschreibt es Frank Matthus, der dem Förderverein Temnitzkirche vorsteht. In Würdigung ihrer Pionierarbeit bekommen die Wagenfelds – Horst Wagenfeld ist sichtlich zu Tränen gerührt – ein Netzeband-Bild des Künstlers Matthias Zágon Hohl-Stein überreicht.

Von Regine Buddeke

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