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Ostprignitz-Ruppin Tiefer Schlamm im Wald
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tiefer Schlamm im Wald
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16:18 03.08.2017
Wasser und Schlamm machen den alten Teetzer Weg derzeit unbenutzbar. Holztransporte haben ihm zusätzlich zugesetzt. Quelle: Andrea Conrad
Stolpe

Der alte Teetzer Weg ist von der Ortslage Stolpe aus momentan überhaupt nicht mehr zu begehen. Andrea Conrad aus Stolpe hat seinen Zustand fotografiert. Sie sagt, dass dieser Zustand nach Holztransporten zustande gekommen ist, die von der Heiligengraber Firma Swiss Krono in Auftrag gegeben wurden. Teilweise seien auch andere Waldwege für Spaziergänger kaum noch begehbar, da die Fahrspuren der LKWs mittlerweile bis zu 50 Zentimeter tief sind, so Andrea Conrad. Der Regen der vergangenen Wochen habe sein Übriges getan. Von den Fahrern der Transporte habe sie erfahren, dass das Holz zu Swiss Krono nach Heiligengrabe gebracht wird. Die Einwohnerin von Stolpe findet, dass das Unternehmen sich für die Wiederherstellung der jeweils benutzten Waldwege verantwortlich fühlen sollte.

Die Lkws haben die Waldwege tief zerfurcht

„Es ist richtig, dass wir in dem Bereich Holz geschlagen haben und jetzt von beauftragten Unternehmen abtransportieren lassen“, sagt Iwona Ramelow, Leiterin des Holzeinkaufs bei Swiss Krono in Heiligengrabe. Sie sagt aber auch, dass die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind und vermutet, dass deshalb auch noch nichts an den Waldwegen gemacht wurde. „Wir haben mit dem privaten Waldbesitzer dort schon öfter zusammen gearbeitet und meist hat er die Wege nach Abschluss der Arbeiten wieder herstellen lassen“, sagt Iwona Ramelow. In der Vergangenheit habe es noch nie Beschwerden gegeben. Den schlechten Zustand der Wege schreibt sie aber auch der Witterung zu. Das viele Regenwasser habe den Wegen zusätzlich zugesetzt. „Aber irgendwann müssen wir das Holz aus dem Wald holen, sonst wird es schwarz oder von Käfern besetzt“, so Iwona Ramelow. Sie versteht die Pilzsucher und Waldspaziergänger, die jetzt in dem Bereich nicht so richtig zum Zuge kommen, appelliert aber auch für Verständnis für das Unternehmen.

Das Holz muss aber jetzt aus dem Wald geholt werden

Das Problem besteht derzeit nicht nur im Bereich Stolpe. Der Leiter der Oberförsterei Neustadt, Peter Jork, sagt, dass es allgegenwärtig ist bei diesem Wetter. Für den Landeswald werde jährlich Geld in den Haushalt eingestellt, damit seine Wege zum Beispiel nach solchen Transporten wieder flott gemacht werden können. Aber in dem von Andrea Conrad angesprochenen Bereich gebe es keinen Landeswald. Ohnehin habe die Oberförsterei nur einen geringen Anteil Landeswald in ihrem Bereich. Mehr als 80 Prozent seien im Privatbesitz. „Wir können in diesem Fall also nichts steuern“, so Jork. „Es gibt auch keine gesetzliche Grundlage dafür, den Waldbesitzer in die Pflicht zu nehmen“, fügt er an. Der Eigentümer müsse sich an den Schadensverursacher wenden oder selbst dafür sorgen, dass die Waldwege nutzbar bleiben. Jork kann sich aber durchaus vorstellen, dass das erst passiert, wenn die Arbeiten beendet sind. Vorher mache das keinen Sinn, weil die Wege ja wieder ausgefahren werden.

Das Problem ist dem Leiter der Oberförsterei zum Beispiel aus dem Gestütswald in Neustadt (Landeswald) wohl bekannt. Dort habe es vor Jahren immer wieder Beschwerden über den schlechten Zustand der Wege nach Holzeinschlägen gegeben. Deshalb hatte Jork im Jahr 2008 auch den Wegebau im Gestütswald in Auftrag gegeben und für das Ergebnis, wie er sagt, nicht nur Zuspruch bekommen. Es hätten sich auch Leute darüber beschwert, dass die befestigten Wege nicht in den Wald gehören. „Man kann es eben nicht allen recht machen“, so Peter Jork.

Gesetzlich kann man nicht gegen den Wald-Eigentümer vorgehen

„Viele Wege im Wald sehen durch den anhaltenden Regen derzeit schlimm aus“, sagt der zuständige Revierförster Jens Pfeiffer. Er weiß, dass der betreffende Holzeinschlag relativ früh passiert sei und dass es nun Zeit ist, die zu Poltern aufgeschichteten Stämme abzutransportieren. Allerdings habe laut Pfeiffer der Waldbesitzer keinen Einfluss auf die Abfuhr. „Das Holz ist verkauft und der Käufer übernimmt damit die Steuerung der Fällung und des Transports“, so der Revierförster. Zudem sei zumindest der angesprochene alte Teetzer Weg kein öffentlicher, da er nicht gewidmet ist. Er dürfte also mit Fahrzeugen ohnehin nicht befahren werden, lediglich mit dem Fahrrad oder zu Fuß genutzt werden. „Der aktuelle Zustand ist ärgerlich aber nicht zu ändern“, so Pfeiffer. Er appelliert für Verständnis bei den möglichen Nutzern.

Der Revierförster geht davon aus, dass sich der Zustand verbessert, wenn der Weg abgetrocknet ist. Und er vermutet, dass der Eigentümer, den er kennt, ihn nach Abschluss der Arbeiten wieder herstellt. Das sei zumindest seine Erfahrung aus der Vergangenheit. Gesetzlich sei da gegenwärtig nichts zu machen.

Von Sandra Bels

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