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Waschbärbaby bekommt Fläschchen

Tierfreundin aus Krangen Waschbärbaby bekommt Fläschchen

Viele Jäger verdammen Waschbären, weil die possierlich geltenden Räuber gern auch Gelege von seltenen Vögeln plündern. Ursula Stöter zieht indes Waschbärbabys mit der Flasche groß und vermittelt sie bundesweit an Interessenten. Nun ist die Frau aus Krangen bei Neuruppin in einer neuen Filmreihe des RBB-Fernsehens zu sehen.

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Ursula Stöter mit einem ihrer Waschbären.
 

Quelle: Peter Geisler

Krangen.  Ursula Stöter kann die ständigen Klagen über Waschbären nicht mehr hören. Während Jäger und Naturschützer immer wieder darauf verweisen, dass die possierlich aussehenden Tiere eine Gefahr für brütende Vögel sind und mitunter sogar Jagdhunde anfallen, kümmert sich Ursula Stöter in ihrem Hobbyzoo in Krangen nördlich von Neuruppin auch um Waschbären. „Sie sind besser als ihr Ruf“, sagt sie. Die freischaffende Künstlerin hat seit 1996 „schon mehr als 200 Waschbärbabys großgezogen“.

Die Waschbärbabys werden von Ursula Stöter  mit der Flasche großgezogen

Die Waschbärbabys werden von Ursula Stöter mit der Flasche großgezogen.

Quelle: Peter Geisler

Die Tiere, die eigentlich in Nordamerika zu Hause sind und seit 80 Jahren auch in Deutschland leben, vermittelt Stöter bundesweit an Interessenten. „Es gibt sogar Leute, die Waschbären gern in ihrem privaten Wald haben wollen“, sagt die Frau aus Krangen. Für sie ist das ein weiterer Beleg dafür, dass Waschbären gar nicht so oft wie behauptet Eier und Vögel fressen. Das legt ebenfalls eine Studie von Frank Michler nahe. Der Diplom-Biologe beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit dem größten Vertreter aus der Familie der Kleinbären und hat das Projekt Waschbärenforschung im Müritz-Nationalpark geleitet. Bei diesem hat ein Team von 20 Biologen, Tierärzten und Forstwissenschaftlern die Waschbärenpopulation im Nationalpark untersucht. Laut den Wissenschaftlern wird der Waschbär als Fressfeind für Vögel überschätzt. Vielmehr bedienen sich die Tiere vor allem an Regenwürmern, Insektenlarven, Wasserschnecken, Früchten und kleinen Fischen. Sie räumen aber auch Mülltonnen aus, um Futter zu finden. „Waschbären sind mehr Sammler als Jäger“, sagt Ursula Stöter.

Die Krangenerin, in deren Hobbyzoo rund 250 Tiere, darunter auch Meerschweinchen, Schlangen und Vogelspinnen leben, wird jetzt in zwei Folgen einer vierteiligen Serie des RBB-Fernsehens zu sehen sein. In dieser geht es um „wilde Tiere“. Ein Kamerateam hat Ursula Stöter über mehrere Wochen begleitet, als sie eine kleine Füchsin sowie zwei Waschbärenbabys mit der Flasche großgezogen hat. Sendestart ist am Sonntag, 9. August, um 19 Uhr. Die Beiträge über Stöter sollen am 16. und 30. August gezeigt werden.

Von Andreas Vogel

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