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Tierpark Kunsterspring wird 40 Jahre alt

Wölfe, Wisente, Wollschweine Tierpark Kunsterspring wird 40 Jahre alt

Mitte der 1960-er Jahre hatten Lehrlinge der Forstarbeitsschule in Kunsterspring eine forstbotanische Anlage errichtet. Als ein Lehrling im Wald einen Frischling fand und das junge Wildschwein „Petra“ in einem Gehege aufzog, war das ein erster Anfang für den späteren Tierpark Kunsterspring, der nun seinen 40. Geburtstag feierte.

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Schwarzstörche gibt es in freier Natur nur noch ganz wenige. In Kunsterspring kann man sie bewundern.

Quelle: Peter Geisler

Kunsterspring. Vor kurzem verlor der Tierpark Kunsterspring einen seiner Stars: Wisentbulle Fürst starb mit 19 Jahren. Im Oktober, so hofft Tierparkleiter Peter Mancke, könnte Ersatz für Kunstersprings einst größtes Tier kommen – ein junger Stier aus dem Wisentreservat Damerow. Zuvor allerdings muss Mancke praktische Probleme lösen. Denn Betäubungsmittel, die ein Wisent für den Transport außer Gefecht setzen, sind schwer zu bekommen. „Das gibt es nur in Südafrika.“

Am Dienstag ließ sich Mancke zunächst einmal feiern. Vor genau 40 Jahren hatte die Stadt Neuruppin den Heimattierpark übernommen. Dafür erhielt Mancke von der Waldarbeitsschule nicht nur das Versprechen, zwei Jahre technische Hilfe zu bekommen. Vertreter der Stadt überreichten Mancke auch eine Sahnetorte – mit dem Foto eines Kunsterspringer Wolfes.

Tatsächlich gibt es den Tierpark an der Kunster weitaus länger. Mitte der 1960-er Jahre hatten Lehrlinge der benachbarten Forstarbeiterschule dort eine forstbotanische Anlage errichtet. Als ein Lehrling im Wald einen Frischling fand und das junge Wildschwein „Petra“ in einem Gehege aufzog, war ein erster Anfang für einen Tierpark gemacht. Doch irgendwann reichten Kraft und Geld nicht mehr aus, um den Park als reines Jugendprojekt zu betreiben – und die Stadt Neuruppin übernahm den Garten.

Ein eingespieltes Team

Ein eingespieltes Team: Der Vorsitzende des Tierpark-Fördervereins Matthias Rott (l). und Peter Mancke, der seit 1988 Tierparkleiter ist.

Quelle: Peter Geisler

Der Ehrgeiz der Stadtverordneten war groß: 1977 beschlossen sie sogar, den Tierpark als Musteranlage für alle Heimattiergärten der DDR auszubauen. Doch es blieb bei der bloßen Absicht. „Dafür hätte es doch die technischen und personellen Voraussetzungen gar nicht gegeben“, sagt Peter Mancke.

Heute ist der Tierpark nach Einschätzung von Bürgermeister Jens-Peter Golde „eine Erfolgsstory“. Knapp 60 000 Besucher wollten im vergangenen Jahr Wölfe, Wollschweine oder Damwild sehen. „Bei uns kann man Tiere erleben, die man in der freien Natur nur mit sehr Glück erleben kann“, sagt Mancke. Den scheuen Schwarzstorch etwa. Nur noch etwa 55 Brutpaare dieser seltenen Waldbewohner leben in Brandenburg. Naturschützer und Forstleute halten deren Brutplätze geheim, um die Tiere zu schützen.

In Kunsterspring leben seit wenigen Jahren zwei Schwarzstörche. Mancke hofft, dass das Paar in Kunsterspring Nachwuchs aufziehen wird. In diesem Jahr machten Felicitas und Felix erste Versuche, ein Nest anzulegen. In der Schwarzstorchanlage konnten Besucher sie dabei beobachten. Wer Glück hat, kann die schwarzschillernden Vögel sogar aus wenigen Metern Distanz sehen. „Die Menschen zu den Tieren lassen“, sagt Mancke – das ist das Prinzip von Kunsterspring.

Die Menschen zu den Tieren lassen – das ist das Credo in Kunsterspring

Die Menschen zu den Tieren lassen – das ist das Credo in Kunsterspring.

Quelle: Peter Geisler

Schwarzstorchanlage, Eulenwald, Wolfsgehege, aber auch der Ankauf vieler Tiere – der Förderverein des Tierparks machte in den vergangenen Jahrzehnten viele Investitionen möglich. 1991 war der Verein gegründet worden. 483 000 Euro konnten seine Mitstreiter seitdem sammeln. „Das ist doch eine ganz schöne Summe für so einen kleinen Haufen an Leuten“, sagt der Fördervereinsvorsitzende Matthias Rott. Auch das Land half immer wieder – mit Geld aus den so genannten Lottomitteln.

1988 hatte Peter Mancke die Leitung des Tierparks übernommen. Der heute 52-jährige Frankendorfer war damals einer der jüngsten Tierparkleiter. Mancke ist froh, dass er anders als Direktoren großstädtischer Zoos noch selbst die Mistgabel in die Hand nehmen kann. Einfach mal die Futterrunde machen – „das ist doch ungeheuer beruhigend.“

Von Frauke Herweg

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