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Ostprignitz-Ruppin Tierpark bietet Themenführungen zum Wolf an
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tierpark bietet Themenführungen zum Wolf an
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00:17 07.08.2016
Wölfe gehören zur Familie der Hunde und leben in der Regel im Rudel zusammen. Quelle: fPeter Geisler
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Kunsterspring

Der Mensch steht nicht auf der Speisekarte des Wolfes. Diese Information gab Falk Knudsen den Teilnehmern seiner Themenführung „Wölfe und ihre Beutetiere“ gleich zu Beginn mit auf den Weg. Wird doch der Canis lupus – so der lateinische Name des Wolfs – in Filmen oder im Märchen immer als Bösewicht geführt.

Falk Knudsen und die Besucher amüsieren sich über das Treiben im Wildschweingehege. Quelle: Josephine Mühln

23 Wolfsinteressierte hatten sich an diesem Mittwochnachmittag im Tierpark Kunsterspring eingefunden. Darunter Familien und Großeltern mit ihren Enkeln. Der Regen konnte ihnen allen nichts anhaben, hielt doch das Blätterdach des Waldes ohnehin die gröbsten Wassermassen zurück. Die Themenführung, an der die Besucher teilgenommen haben, findet in den Ferien an jedem Mittwoch ab 14 Uhr statt – eine Voranmeldung ist erforderlich.

Vor 16 Jahren kam der Wolf zurück nach Deutschland

Der gelernte Zootierpfleger Knudsen wirft zunächst einen Blick in die Vergangenheit: Bis zum Jahr 2000 seien Wölfe in Deutschland kein Thema mehr gewesen, galten als ausgerottet. „Der Wolf wurde hier immer rigoros gejagt“, sagt Knudsen. „Erst 1990 wurde er schließlich unter Schutz gestellt.“

Gierig machte sich die Wildschweinrotte über das trockene Brot her. Quelle: Josephine Mühln

Vor 16 Jahren sei dann ein Wolfspaar aus Polen eingewandert und habe sich in der Bad Muskauer Heide (Sachsen) niedergelassen. Zwei Nachfahren habe das Paar mitgebracht, erzählt Knudsen weiter – seitdem habe sich der Wolf hierzulande wieder stetig vermehrt. In ganz Deutschland sind aktuell 30 Wolfspaare registriert. Die meisten leben in Brandenburg.

Themenführungen und Tierfütterung

DieThemenführung „Wölfe und ihre Beutetiere“ findet jeden Mittwoch ab 14 Uhr im Tierpark Kunsterspring statt.

Die Führungen werden ab einer Mindestanzahl von zehn Personen veranstaltet – eine Voranmeldung ist deshalb erforderlich.

Die Kosten betragen für Erwachsene 7 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre 3 Euro.

Fast jeden Tag können die Besucher des Tierparks außerdem bei der Fütterung einiger Tiere dabei sein. Die genauen Zeiten hängen an der Kasse aus.

Der Tierpark Kunsterspring hat von April bis September täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Weitere Infos zum Park und den Veranstaltungen gibt’s im Internet unter www.tierpark-kunsterspring.com.

Mit der Frage „Was jagt der Wolf?“ wendet sich Knudsen, der die Führungen seit nunmehr 21 Jahren betreut, an die Kinder. Sogleich schnellt die Hand eines Jungen mit leuchtend grüner Jacke in die Höhe: „Hasen!“, ruft er. Schnell sind weitere Beutetiere zusammengetragen: Wildschweine, Mäuse und andere kleine Nager gehören ebenso zur Beute des Wolfs. Seine Hauptbeute aber seien Rehe, erklärt Knudsen. Dem Menschen gehe das Raubtier eher aus dem Weg. Überhaupt, der Wolf sei bei der Jagd generell darauf aus, Gefahren zu meiden. So gehe er bei einer Wildschwein-Rotte beispielsweise eher auf die Frischlinge, also die Jungtiere los und weniger auf die Keiler – die großen, männlichen Wildschweine.

Kein Angriff, sondern Freude: Falk Knudsen kennt den Wolf seit dessen 11. Lebenstag und wird vom Rudel akzeptiert. Quelle: Josephine Mühln

Zum Wildschweingehege führt Knudsen die Besucher dann auch. Er holt einen großen Karton mit altem Brot. Sogleich beginnen die Tiere laut zu quieken und drängen sich an den Zaun. Knudsen lässt sich noch ein bisschen bitten, bevor er die ersten Brotstücke über den Zaun wirft. Gierig macht sich die Rotte über das Futter her. Wildschweine sind Allesfresser, durch den vermehrten Anbau von Mais nimmt ihre Population in Mitteleuropa derzeit stark zu.

Wölfe können bis zu 70 Stundenkilometer schnell werden

Nachdem sie sich das Schauspiel im Wildschweingehege noch etwas angesehen haben, folgen die Besucher Knudsen zum Dammwild. Bei einem rund 20 Kilogramm schweren Reh habe der Wolf mit seinen gut 50 Kilogramm Gewicht ein relativ leichtes Spiel, erklärt Knudsen. Außerdem könne der Wolf hier seine Schnelligkeit ausspielen: Er kann bis zu 70 Stundenkilometer schnell werden. Das Nachsehen habe der Wolf dagegen beim Rothirsch. „Denn das ist der König der Wälder“, erklärt Knudsen. Mit seinen bis zu 170 Kilogramm Gewicht könne er den Wolf mit Leichtigkeit auf sein Geweih laden und ihn rücklings durch die Luft werfen, sagt Knudsen weiter.

Wölfe jagen sowohl im Rudel als auch alleine. Quelle: Peter Geisler

Den letzten Teil der Führung leitet Knudsen ein, indem er versucht, mit dem Wolfsrudel des Tierparks Kontakt aufzunehmen. „Wölfe kommunizieren auch über weite Strecken über das Heulen“, erklärt er den Besuchern und formt sogleich die Hände vorm Mund zu einem Trichter. Knudsen heult ein paar Sekunden und alle lauschen gespannt auf eine Antwort des Rudels. Die lässt nicht lange auf sich warten. Der tiefe Ton komme vom Leitwolf, der höhere Ton vom jüngsten Wolf des Tierpark-Rudels. Dann setzt sich die Gruppe ein letztes Mal in Bewegung. Denn der Höhepunkt einer jeden Führung wartet natürlich am Ende – die Fütterung der Wölfe.

Von Josephine Mühln

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