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Ostprignitz-Ruppin Tierpark nach Sturm Xavier wieder offen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tierpark nach Sturm Xavier wieder offen
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00:19 13.10.2017
Bis zum Übergang zu den Wölfen und Wildschweinen ist der Tierpark Kunsterspring wieder geöffnet. Hier repariert Michael Krüger den Zaun am Wolfsgehege. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin/Fehrbellin/Rheinsberg

Ab sofort erwartet der Tierpark Kunsterspring wieder Besucher. Zwar sind noch längst nicht alle Schäden behoben, die das Sturmtief Xavier am Donnerstag angerichtet hat. Deshalb wird ein Gebiet vorerst für Gäste tabu bleiben, nämlich der Bereich hinter der Fußgängerbrücke, in dem die Wölfe, die Wildschweine sowie das Damwild untergebracht ist. Doch Wisent, Rothirsch, Luchs und Käuze können nun ebenso wieder besucht werden wie die Eichhörnchen, Wollschweine und Ziegen.

Heikle Situation für Wölfe und Wildschweine

„Alle Zäune sind gesichert“, sagte am Dienstag Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin). Demnach sucht die Stadt nun dringend Handwerker, um die Schäden, die durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste entstanden sind, möglichst schnell beheben zu können. Aber das wird wohl nicht ganz so einfach sein. Schon vor Xavier hatten viele Handwerksbetriebe volle Auftragsbücher. Auch deshalb ist Golde froh, dass die Waldarbeitsschule Kunsterspring, die sich direkt neben dem Tierpark befindet, von sich aus Hilfe angeboten hat. Die Stadt hat diese dankend angenommen. Sind doch im Tierpark gut 50 Bäume umgefallen, die mehrere Gehege beschädigt haben und weggeräumt werden müssen.

Heikel war die Situation an den Gehegen für Wölfe und Wildschweine. „Sie hätten verschwinden können“, so stark waren die Umzäunungen beschädigt. Dazu ist es nicht gekommen. „Die Tiere sind aber verängstigt, weil ihr Gehege nach dem Sturm anders aussieht“, hat sich Golde von Tierparkchef Peter Mancke erklären lassen. Um die Tiere nicht noch mehr zu verunsichern, sollen die Äste und Stämme mit Bedacht beräumt werden.

Neuruppin: Sturmschäden von mehr als 100 000 Euro befürchtet

Golde befürchtet, dass sich die Sturmschäden für die Stadt auf mehr als 100  000  Euro summieren werden. Wie teuer der Sturm für die Gemeinde Fehrbellin sein wird, kann Bürgermeisterin Ute Behnicke noch nicht sagen. Ihre Mitarbeiter arbeiten an einer Bilanz aller Schäden. Sicher ist: Xavier hat teilweise „richtig flächendeckend“ Bäume rausgerissen. An der Brücke am Stadtpark fielen die Bäume „wie im Mikado“. Im Rhinluch zerstörte der Orkan Windschutzstreifen – „die Pappeln sehen aus wie abgebissen“.

Auch einige markante Einzelbäume fielen den Böen zum Opfer. Die Weide am Postplatz etwa, eines der Wahrzeichen Fehrbellins, überstand den Sturm nicht. Auch eine alte Eiche am Rhin wurde entwurzelt. „Man kann das nachpflanzen“, sagte Behnicke. „Aber natürlich lassen sich solche Bäume nicht ersetzen.“

Wustrau: Der Sportplatz sah aus wie ein Trümmerfeld

Besonders schlimm hatte der Orkan in Wustrau gewütet. Bäume stürzten in den See, der Steg ist kaputt. Auf dem Vereinsgelände des TSV Wustrau riss Xavier sieben Bäume um oder beschädigte sie stark. „Der Platz sah aus wie ein Trümmerfeld“, sagte Ortsvorsteher und Vereinschef Ingo Lamprecht. Zwar haben die Vereinsmitglieder die Baumteile am Wochenende in einem großen Arbeitseinsatz weggeräumt. Doch noch immer drohen lose Äste von beschädigten Bäume herabzustürzen.

Lamprecht macht sich Sorgen, dass Spaziergänger oder Kinder getroffen werden könnten. „Jetzt ist die Gemeinde in der Pflicht“, sagte er. „Sie muss sich um die Sicherung kümmern.“ Das Spiel am Wochenende hat er vorsorglich abgesagt.

Im Amt Temnitz krachten Baumteile auf die Walslebener Turnhalle und das Wildberger Gemeinschaftshaus. Wie groß die Schäden an den Häusern sind, kann die stellvertretende Amtsdirektorin Kerstin Dames noch nicht beziffern. Auch dort wird es eine erste Bilanz voraussichtlich erst gegen Ende der Woche geben.

Rheinsberg wurde „großflächig“ erwischt

Ähnlich sieht es in Rheinsberg aus: Bürgermeister Jan-Pieter Rau kann noch nicht annähernd angeben, wie groß die Schäden in der Gemeinde sind und wie viel es die Kommune kosten wird, diese zu beseitigen. Im Moment kann Rau nur sagen, dass die Schäden „enorm“ sind und dass es wohl mehrere Wochen dauern wird, bis alle Wege freigeräumt sind. „In den Parks und den Waldgebieten wird es wohl noch länger dauern.“ Deshalb rät der Verwaltungschef derzeit auch dringend von Spaziergängen oder Pilzsuchaktionen im Wald ab. Zu groß ist die Gefahr, dass weitere Bäume umstürzen könnten. „Uns hat es großflächig erwischt“, sagte Rau. Er sei aber froh, dass abgesehen von einem Feuerwehrmann, der beim Wegräumen eines Baums in Warenthin an der Hand verletzt wurde, niemand in der Gemeinde wegen des Sturms ernsthaft zu Schaden kam. Auch an Gebäuden gab es nur punktuell Schäden.

Dass Rheinsberg nach dem Unwetter wieder relativ schnell erreichbar war – die Verbindungswege seien bereits gegen Mitternacht frei von Bäumen und Ästen gewesen – sei einem stundenlangen Einsatz von mehreren Dutzend Feuerwehr- und Bauhofleuten zu verdanken. „Sie haben wirklich geackert“, betonte Rau. Und zwar auch am Wochenende. Im Moment arbeite der Bauhof die nicht so entscheidenden Schäden ab – und verschaffe sich immer noch einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen.

Von Frauke Herweg, Celina Aniol und Andreas Vogel

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