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Ostprignitz-Ruppin Tiersammlerin hortete 40 Hamster in Wohnung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tiersammlerin hortete 40 Hamster in Wohnung
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17:27 01.08.2016
40 Hamster haben eine Kyritzerin überfordert. Quelle: dpa-tmn
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Dossow

Es ist bereits einen Monat her, als sich eine Kyritzerin bei Ivonne Kempf vom „Hof der kleinen Tiere“ in Dossow meldete. Über Facebook schrieb sie der Leiterin der Kleintierauffangstation, dass sie 40 Hamster vorübergehend bei ihr unterbringen wolle. „Zunächst war die Rede von zwei Monaten“, erinnert sich Kempf. Doch dann sei ziemlich schnell klar geworden, dass sich die Tierhalterin aus Kyritz wohl für immer von den Nagern trennen würde.

„Die Frau lebt in einer Wohnung, die Tiere will sie von überforderten Haltern aufgenommen haben“, sagt Kempf. Womöglich habe die Kyritzerin bei aller Tierliebe wohl nicht gemerkt, dass sie sich mit den Hamstern selbst überforderte. Kempf zufolge sollen die Käfige in einem Zimmer übereinander gestapelt gewesen sein.

Tiersammler sind häufig mit der Pflege überfordert

„Der Fachbegriff dafür ist ’Animal hoarding’“, erklärt die 33-Jährige. Dabei sammelten Menschen die Tiere regelrecht. Die Überforderung der Halter hätten nicht selten schwere Folgen für die Tiere, denn mit zunehmender Verwahrlosung seinen sie leichter Krankheiten und Verletzungsgefahren ausgeliefert. „Das war bei den Hamstern zum Glück nicht der Fall“, bemerkt Kempf. Obwohl einige Nager bereits streng gerochen hätten. „Zum Glück hat die Frau sich rechtzeitig mit uns in Verbindung gesetzt“, sagt Kempf. Andere „Tiersammler“ seien nicht so einsichtig.

Die Hamster kommen zunächst auf Ivonne Kempfs „Hof der kleinen Tiere“ unter. Quelle: Christian Bark

Doch bis alle 40 Hamster in Dossow in Sicherheit waren, brauchte Ivonne Kempf jede Menge Geduld. „Sie brachte jede Woche einige Tiere zu mir“, erinnert sie sich. Die letzten seien am Montag eingetroffen. Dabei schüttelt die Tierretterin den Kopf über die Transportboxen: „Das waren Plastikdosen.“

In Plastikdosen wurden einige Hamster zum „Hof der kleinen Tiere“ gebracht. Quelle: Privat

Sicherheitshalber hatte Kempf auch das Kreisveterinäramt in Neuruppin eingeschaltet. „Bei einem Besuch in der vergangenen Woche trafen die Mitarbeiter die Frau aber nicht an“, informiert Kreissprecherin Britta Avantario. Das Amt wolle sich aber weiter bemühen, mit der Wittstockerin in Kontakt zu treten. „Oftmals reicht auch nur eine Belehrung über artgerechte Haltung“, erklärt Avantario. Fälle, bei denen das Amt ausrücken muss, um verwahrloste und verletzte Tiere zu retten, gibt es der Sprecherin zufolge häufiger, „Animal hoarding“ sei jedoch eine Seltenheit.

Quelle: Christian Bark

Dabei verweist Avantario auf die verwahrlosten Pferde auf einem Hof in Linow. Vor drei Jahren habe das Amt ausrücken müssen, um die 164 Tiere in Sicherheit zu bringen. „Auf einem Großteil der Kosten für die Rettungsaktion blieb der Kreis bis heute sitzen“, berichtet sie. Allgemein zum Thema Tierschutz und der Arbeit des Veterinäramts soll es der Sprecherin zufolge im September eine Pressekonferenz geben.

Hof der kleinen Tiere setzt auf Spenden

Kosten hatte das Amt im Fall der Wittstocker Hamster bislang nicht gehabt – die trägt der „Hof der kleinen Tiere“, der hauptsächlich über Spenden finanziert wird. Auch die Halterin aus Kyritz wolle laut Kempf regelmäßig etwas spenden. „Wir bauen seit dem Wochenende 40 Hamstergehege“, informiert Kempf. Material habe sie bereits von Spendern, darunter dem Krono-Werk Heiligengrabe, erhalten. Darüber hinaus wolle sie die Tiere rasch vermitteln.

Kontakt: 0162/4389535 oder ivonnekempf@googlemail.com

Von Christian Bark

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