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Til Schweiger dreht in Wusterhausen

Dossestadt in Ostprignitz-Ruppin Til Schweiger dreht in Wusterhausen

In Wusterhausen sorgte dieser Tage eine ganze Armada von Filmleuten für Aufsehen – und wie sich herausstellte, drehte Til Schweiger dort Szenen für seine Komödie „Klassentreffen“. Auch im unweit davon entfernten Schloss Ganz wurde gedreht, das sich bereits für viele Filmemacher als idealer Ort anbot, wie Nordwestbrandenburg ohnehin.

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Gute zweieinhalb Stunden hatten Cindy Dargel und ihr Sohn Marlon ausgeharrt, bis Til Schweiger kurz Zeit hatte für Fotos.

Quelle: Cindy Dargel

Wusterhausen. Die Wusterhausener Borchertstraße kommt ins Kino. Genauer gesagt, es ist der Parkplatz am ehemaligen Netto-Markt. Aber es dürfte am Ende schwierig sein, das Fleckchen Dossestadt zu erkennen. Viel wichtiger ist ja auch, was sich im wahrsten Sinne des Wortes auf der sonst fast immer verlassen daliegenden Betonfläche abspielte: Am Donnerstagabend wurde dort gedreht. Etliche Schaulustige hatten sich versammelt. Auch Cindy Dargel harrte aus, um nach ganzen zweieinhalb Stunden ein Selfie zu schießen mit dem Schauspieler, der dann Tags darauf in der Stadt in aller Munde war: Til Schweiger. Auch ihr Sohn Marlon dufte sich mit ihm fotografieren lassen.

„Autogramme gab Schweiger aber leider keine. Er sagte uns, dass er nicht viel Zeit hat, weil er weiterarbeiten muss“, berichtet die 34-Jährige. „Ich hatte ja erst gar nicht gewusst, was das mit den ganzen Fahrzeugen auf sich hatte, als ich mit meinem Hund dort spazieren ging“, erzählt die Wusterhausenerin weiter. Vorbeifahrende mussten ansonsten gedacht haben, es handele sich um Vorbereitungen für das am heutigen Sonnabend dort steigende große Erntefest samt Umzug.

Til Schweiger mit Cindy Dargels Sohn Marlon

Til Schweiger mit Cindy Dargels Sohn Marlon

Quelle: Cindy Dargel

Für die Komödie Klassentreffen wird gedreht

Was es tatsächlich damit auf sich hatte, verriet Marie-Claire Kozik von der Agentur „Via Berlin“ der MAZ. Die Agentur ist für Schweigers Produktionsfirma „Barefoots Films“ in Sachen Öffentlichkeitsarbeit aktiv. „Es handelt sich um Szenen für das Projekt ,Klassentreffen’. Es ist eine Komödie, in der drei alte, mittlerweile um die 40 Jahre alte Freunde merken, dass sie doch noch nicht erwachsen sind.“

Leinwandheld Schweiger („Honig im Kopf“, „Tatort“) spielt eine dieser Rollen in der vom ihm inszenierten Komödie selber. Auf der Besetzungsliste stehen weiterhin Katharina Schüttler, Jeanette Hain, Milan Peschel und Samuel Finzi. Auch Angelo Kelly ist dabei. Der Sänger der legendären Kelly-Family freute sich jüngst schon auf seinem Instagram-Internetprofil über das „Klassentreffen“ und seine erste Filmrolle überhaupt.

Dreharbeiten gegenüber dem Seniorenheim in Wusterhausen

Vor dem Dreh gegenüber dem Seniorenheim, von dem aus Bewohner und Personal das Treiben verfolgen konnten, hatte es eine aufsehenerregende Kamerafahrt auf der nahen Landesstraße 142 gegeben. An den Spezialaufnahmen beteiligt war ein Lkw, der auf einem Trailer einen Pkw zog. Gefilmt wurde dabei aus dem Laster. „Das sah ziemlich ulkig aus, wie Til Schweiger da am Lenkrad in einem Auto drehte, das eigentlich gar nicht fuhr“, berichtet Cindy Dargel.

Weitere Aufnahmen entstanden in dem weit nördlich von der Gemeinde Wusterhausen und in Privatbesitz befindlichen Schloss Ganz. Recht abgeschieden gelegen, hat es sich in den vergangenen Jahren für Innen- wie Außendrehs regelrecht zu einem Geheimtipp für Filmleute entwickelt. „Der junge Karl Marx“, „Hotel Adlon“ oder auch „Der Nanny“ beispielsweise entstanden dort. Die Region zwischen Dosse, Rhin und Jäglitz scheint Filmemachern ohnehin mehr und mehr zu gefallen. In den Neustädter Gestüten entstanden voriges Jahr Bilder für „Hanni und Nanni“.

In Netzow bei Glöwen entstand „Das weiße Band“

Vor drei Monaten erst gab es einen Dreh in Schönermark-Charlottenhöhe für den Start einer achteiligen Fernsehserie von Sky und der Münchener Produktionsfirma Neue Super mit dem Titel „8 Tage“. Auch dort sah man etliche Stars am Set. Überhaupt geben sich diverse Produktionsfirmen von der Landschaft und den Möglichkeiten in ganz Nordwestbrandenburg in den zurückliegenden fünf Jahren zunehmend überzeugt. Für „Honig im Kopf“ wurde bei Lenzen in der Prignitz gedreht. Das Ufer des Ruppiner Sees in Neuruppin diente als Kulisse für „Die Abenteuer des Huck Finn“. Und in Netzow bei Glöwen entstand „Das weiße Band“.

Für Schweigers „Klassentreffen“ ist die Arbeit in Brandenburg noch nicht ganz erledigt. Nach Ferch und Petzow am Schwielowsee bei Potsdam und Schloss Neuhardenberg steht am Dienstag, dem Einheitstag, wohl noch eine Szene in einem Potsdamer Autohaus auf dem Plan. Wenige Tage sind dann noch in Berlin vorgesehen, wo schon auf der Pfaueninsel gedreht wurde. Dann wird geschnitten. Und seit kurzem steht mit dem 20. September 2018 für „Klassentreffen“ auch der Kinostarttermin fest. Mehr noch: „Es wird zwei weitere Teile geben“, verriet Marie-Claire Kozik. Dass Schweiger und seine Armada von Filmleuten auch dann wieder im Berliner Umland auftauchen, ist also nicht ausgeschlossen.

Von Matthias Anke und Wolfgang Hörmann

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