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Tipi-Dorf als Idee für Campingplatz

Schweinrich Tipi-Dorf als Idee für Campingplatz

Der künftige Verein „Naturfreunde Blanschen“ will mit dem Naturcampingplatz bei Schweinrich so sanft und nachhaltig wie möglich umgehen. Daraus ergibt sich Klärungsbedarf mit der Stadt Wittstock.

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Gemütliche Runde auf der Wiese am Naturcampingplatz Blanschen bei Schweinrich. Den Campern ist es wichtig, den ursprünglichen Charakter des Platzes zu erhalten.

Quelle: Björn Wagener

Schweinrich. Der Naturcampingplatz Blanschen bei Schweinrich ist seit dem Rückzug von Pächter Jürgen Erfurth zum Jahresende 2015 noch immer nicht zur Ruhe gekommen. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger blieb erfolglos. Deshalb zogen die Wittstocker Stadtverordneten im Oktober 2016 die Notbremse und fassten einen viel diskutierten Beschluss: Die Suche wird beendet. Die Stadt führt den Campingplatz zunächst zwei Jahre lang, um dann anhand der Wirtschaftlichkeit zu prüfen, wie es weitergehen soll.

Vor diesem Hintergrund habe jüngst ein Schweizer Ehepaar für Verwirrung auf dem Platz gesorgt, als es offensichtlich „Vermessungen“ vornahm, berichtet Ulrich Reppenhagen, der stellvertretende Vorsitzende des künftigen Vereins „Naturfreunde Blanschen“, dessen Eintragung nur wegen Formfehlern noch nicht vollzogen sei. Auf Nachfrage in der Stadtverwaltung habe man die Auskunft erhalten, dass die Betreffenden lediglich einen Dauerstandplatz suchten. Das aber bezweifelt Reppenhagen. Seiner Meinung nach habe es anders ausgesehen. Ist die Stadt womöglich doch noch auf der Suche nach einem Pächter?

Beschluss ist bindend

Dieser Vermutung erteilt Stadt-Sprecher Jean Dibbert eine klare Absage: „Es gibt den Beschluss der Stadtverordneten. Er ist bindend.“, sagt er. Sollte dennoch ein ernsthafter Pacht-Interessent an die Stadt herantreten, müsse dieses Thema ganz neu in die politischen Gremien eingebracht werden. Daran sei nicht gedacht. Dibbert bestätigt allerdings, dass es seit dem Stadtverordnetenbeschluss ab und an „lose Interessensbekundungen“ gegeben habe. Daher sei nicht auszuschließen, dass jemand auf dem Platz erscheine, der den Anschein eines Pachtinteressenten erweckt.

Oberstes Ziel des künftigen Vereines sei es, den Naturcampingplatz als solchen zu erhalten, sagt Reppenhagen. Deshalb könnten sich die Mitglieder auch gut vorstellen, ihn eigenverantwortlich zu führen. Das Problem: Die Stadt will ihren Bebauungsplan auf dem Platz umsetzen; die Camper möchten die Eingriffe so sanft und naturverträglich wie möglich gestalten.

Es besteht noch Klärungsbedarf

Daraus ergibt sich Klärungsbedarf. Beide Seiten sind sich in Detailfragen noch nicht einig. Da gehe es unter anderem um die Parzellierung, um Rettungswege, Investitionen oder Öffnungszeiten. Aus Sicht der Camper sei der B-Plan eine Richtlinie, die durchaus Spielraum zulasse und dennoch die Gesetzmäßigkeiten erfüllen könne. „Dieser Naturcampingplatz ist doch ein Aushängeschild für die Stadt. Er ist nicht wie andere standardmäßig parzelliert, sondern frei gewachsen. Deshalb ist er ja bei vielen Familien so beliebt. Und die kommen auch immer wieder.“, sagt Vereinsvorsitzender Nils Emde. Das mache ihn außergewöhnlich. Dieser Vorteil dürfe nicht verspielt werden, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der Landesgartenschau (Laga) 2019 in Wittstock. Der Naturcampingplatz könne dafür eine gute Werbung sein, glaubt Emde, der ihn wegen seiner Vorzüge ebenfalls im Jahr 2000 für sich und seine Familie entdeckt habe.

Regelmäßige Feuerstelle als Vorschlag

Die Camper könnten sich vorstellen, ein Tipi-Dorf für Kinder und Jugendliche einzurichten – oder auch eine beaufsichtigte Feuerstelle, die zum Beispiel an den Wochenenden zu einer festgelegten Zeit in Gang gesetzt würde. „Da müsste sich niemand selbst um das Feuer kümmern, sondern könnte einfach nur genießen. Dazu vielleicht noch ein schönes Stück Fleisch. Das wäre doch ein tolles Angebot“, sagt Emde und denkt dabei vor allem an Familien, die nur wenig Geld für den Urlaub zur Verfügung haben. „Es ist sehr verwunderlich, dass die Stadt nicht auf uns zukommt.“ Immerhin gibt es am Freitag aber einen Gesprächstermin mit der Stadt, von dem sich die Naturfreunde vom Blanschen eine Annäherung erhoffen.

Von Björn Wagener

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