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Ostprignitz-Ruppin Tobias Morgenstern spielt brasilianisch auf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tobias Morgenstern spielt brasilianisch auf
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13:29 02.07.2017
Tobias Morgenstern Quelle: Regine Buddeke
Buskow

Stilistische Reinheit? Nichts für Tobias Morgenstern. Der Akkordeonvirtuose setzt viel lieber auf stilistische Freiheit. Am Freitagabend ist das eine geballte Ladung brasilianische Lebensfreude – gemixt mit jazzigen Klängen, argentinischem Tango und ein wenig Alpenglühen. Knapp 100 Gäste drängen sich im „Salon im Kuhstall“ auf dem Bodoni-Vielseithof in Buskow, in den sich Gastgeber Marc Johne stets ausgesuchte Leute, fernab des Mainstream, einlädt. Auch Morgenstern kennt er bereits aus seinen Berliner Jahren und ist nun froh, ihn nach Buskow gelockt zu haben.

„Wir haben uns viel Mühe gegeben, den brasilianischen Regenwald hierher zu holen“, scherzt Johne angesichts des Dauerregens. „Und haben sogar Bootsliegeplätze für Sie errichtet“, ulkt er. Um den Salon trockenen Fußes zu erreichen, müssen die Zuschauer den Hof auf einem improvisierten Steg aus Holzplanken überqueren. Das tut der Freude keinen Abbruch: Bereits im ersten Stück geht die Post richtig ab.

Jeder Titel ging ins Blut und in die Beine. Quelle: Regine Buddeke

Die Brasilianer Guilherme Castro am Bass und Eudinho Soares an der Gitarre sowie der Kolumbianer Javier Reyes an den Drums haben den Sound im Blut – Morgenstern setzt seine eigenen Akzente drauf. Die lockerleichte Mischung lässt den Regen schnell vergessen. „Die Vielfalt der Volksmusik Brasiliens hat mich inspiriert. Die deutsche Volksmusik ist ja eher von Einfalt gezeichnet und bietet ambitionierten Akkordeonisten wenig Möglichkeit, sich virtuos auszutoben“, scherzt er mit freundlichem Dresdner Akzent im Unterton. Insofern habe er damals auch nicht lange gezögert, die drei Jungs zu nehmen, als er Musiker suchte. „Ich bin ja ganz klar kein Brasilianer, war noch nie dort und habe keine Ahnung, was wir hier so machen.“ Er selbst schöpfe ja eher aus der Herbert-Roth-Ecke. Insofern sei der Deal: „Ich spiele meins, ihr euers. Erstaunlicherweise passt das manchmal sehr gut“, erzählt er und zelebriert den brandenburgischen Schuhplattler auf Brasilianisch oder später den Alpen-Bolero. Spannend, witzig, geht ins Blut. Und in die Beine. Er singt zart-lyrisch vom „Alten Boot am Oderstrand, mit schlechtem Wein und echten Sonnenbrand, das in Investors Hand ...“ Er kneift verschmitzt die Augen zusammen und jodelt ein wenig. Ein Jodeln, das sich gerade überlegt, ob es nicht lieber etwas anderes sein will. Angefeuert von Soares’ Cavaquinho, der winzigen viersaitigen Gitarre. Er spielt ein Stück von Sivuca – einem der berühmtesten Akkordeonspieler Brasiliens. „Er hat mich darauf gebracht, dass man auch mit langem weißem Bart Akkordeon spielen kann“, sagt der Wahl-Berliner und lächelt.

Am Ende gabs zm Dank von Gastgeber Marc Johne (r.) ein manufaktur-gedrucktes Blatt mit Heinrich-Heine-Text. Quelle: Regine Buddeke

Morgenstern, der auch komponiert, kommt zum „interaktiven Teil“. Wer das musikalische Zitat erkenne, dem spendiere er ein Essen mit Javier. Immer wieder „verkuppelt“ er seine Musiker im Scherz. Er klagt, dass in der Musik alles schon mal dagewesen sei – er habe daher ein winziges Motiv aus „Sexy eyes“ so verfremdet, dass die Gema nichts machen könne. Ein paar Sambas, Gemüseschnippel-Forrós und Brasil-Jazz-Songs später klatscht das Publikum frenetisch um Zugaben. „Toller Groove, feinfühlige Arrangements“, lobt ein Gast.

Von Regine Buddeke

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