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Ostprignitz-Ruppin Topfit für den Ernstfall
Lokales Ostprignitz-Ruppin Topfit für den Ernstfall
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00:18 14.06.2017
Mit Schere und Spreizer befreien Neuruppiner Feuerwehrleute hier eine eingeklemmte „Person“. Quelle: Christina Koormann
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Neuruppin

Wer am Sonnabend aus der Ferne das Sirenengeheul aus dem Neuruppiner Zentrum hörte, mag sich gefragt haben, was passiert sein könnte. Glücklicherweise wurde vor dem Alten Gymnasium lediglich intensiv für den Ernstfall geübt: Aus dem gesamten Landkreis und zwei Partnerstädten Neuruppins traten 32 Mannschaften der Feuerwehren zu dem vom Kreisfeuerwehrverband ausgerichteten Leistungsnachweis in Technischer Hilfe an und überprüften ihren Leistungsstand in drei verschiedenen Leistungsstufen.

An vier Stationen, einer Erste-Hilfe-Station und in einem Theorieteil stellten die Feuerwehrleute bei warmen Temperaturen ihr Können unter Beweis. „Für die Kategorie Bronze, in der die Dienstanfänger antreten, besteht die Praxisaufgabe darin, eine unter einem Auto eingeklemmte Person fachgerecht und mit entsprechender Sicherstellung zu befreien“, erklärte Ralf Leppin, stellvertretender Kreisbrandmeister.

Einsatz mit Schere und Spreizer

Umfangreicher wurde die Aufgabe in der Kategorie Silber: Hier saß die Person nach einem Unfall im Wagen und musste sicherheitsgerecht herausgeholt werden. „Dabei kommen auch Schere und Spreizer zum Einsatz“, sagte Leppin. „Zusätzlich muss daran gedacht werden, eventuelle Löschvorbereitungen zu treffen, denn das Fahrzeug könnte ja Feuer fangen.“ In der Kategorie Gold, der „Königsklasse“, wurde das Auto, in dem die Person saß, komplett zerlegt: Die Türen wurden herausgeschnitten, das Dach abgenommen, der Fahrer gerettet und dem Rettungsdienst übergeben.

Schnelligkeit und Genauigkeit spielten dabei eine große Rolle: Bei den Aufgaben durfte die Fehlerpunktzahl von zehn Fehlern nicht überschritten und die Zeit bestmöglich eingehalten werden, um die Leistungsstufe zu bestehen. „Die Anzahl der Fehler wiegt schwerer als die Zeit, denn es geht darum, die Person zu retten. Wenn das etwas länger dauert, die Person aber dann in Sicherheit ist, ist das natürlich wichtiger“, sagte Leppin. Trotzdem sollte für die Übung ein Zeitraum von fünf Minuten eingehalten werden. Als richtiger Wettkampf sei die Aktion aber nicht angelegt. „In erster Linie geht es darum, zu überprüfen, auf welchem Leistungsstand man ist“, erklärt Reinhard Jachnick, Stadtbrandmeister von Neuruppin. „Durch die Bewertung wird aber der Ehrgeiz, sich zu verbessern und dabei möglichst wenig Zeit zu brauchen, angeheizt.“

Eine unterm Auto eingeklemmte Person – natürlich jeweils eine Puppe – wird befreit. Quelle: Christina Koormann

„Klar wollen wir hier ein gutes Ziel erreichen – wir haben wochenlang dafür trainiert“, sagte ein Kamerad der Hauptwache Neuruppin, der mit seiner Mannschaft in der Kategorie Bronze antrat. „Aber es ist ein schöner Wettkampf, es geht nicht um Konkurrenzdenken, sondern darum, den Stand der eigenen Leistungsfähigkeit zu testen.“ Außerdem sei es schön, andere Kameraden zu treffen und sich auszutauschen.

So sahen es auch die Gastmannschaften aus dem nordrhein-westfälischen Coesfeld und Lüdinghausen. „Der Aufbau des Leistungsnachweises ist hier ein ganz anderer als bei uns“, sagte der Coesfelder Lars Heilenkötter, „wir können daraus viel für uns mitnehmen.“ Sein Kollege Tim Brüggemann sagte: „Die Kameradschaftspflege ist uns wichtig, es haben sich durch die Städte-und Feuerwehrpartnerschaften mit dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin viele gute Freundschaften entwickelt – wir freuen uns darüber, hier viele bekannte Gesichter zu sehen.“ Gruppenführer Derick Klein, heute 43 Jahre alt, ist seit seinem 22. Lebensjahr dabei und kam schon 19 Mal aus seiner Heimat für den Leistungsnachweis angereist.

Die Mannschaft Neuruppin Süd-West trat in der Kategorie Bronze an. Hier warten die Frauen und Männer auf den theoretischen Teil ihrer Prüfung. Quelle: Christina Koormann

Carola Hohenwald, Mitglied der Feuerwehr Neuruppin, koordinierte die Startzeiten der einzelnen Mannschaften und nahm die Bewertungen der Schiedsrichter entgegen. „Ich bin über Funk in Kontakt mit den 23 Schiedsrichtern, die aus dem gesamten Landkreis kommen und ausgebildete Fachleute sind“, erzählte sie.

Am frühen Nachmittag stand fest, wer in den jeweiligen Kategorien die drei besten Mannschaften waren: Die Gästemannschaft Lüdinghausen konnte im Bronzebereich die insgesamt beste Leistung erzielen, dicht gefolgt von der Feuerwehr Karwesee/Linum auf Platz zwei und der Feuerwehr Gnewikow Neuruppin auf Platz drei. In der Kategorie Silber landete die Feuerwehr Manker (Bereich Fehrbellin) auf Platz eins, Platz zwei belegte die Mannschaft Neuruppin 2 und Platz drei die Mannschaft Neuruppin Südost 2. Gold holte die Mannschaft Neuruppin 1, Rheinsberg 1 den zweiten und der Zug Rheinsberg den dritten Platz.

„Alles in allem liegen die Erstplatzierten mit ihren Leistungen dicht beieinander“, sagte Ralf Leppin, „sie haben sich auf der Grundlage derselben Vorgaben vorbereitet – entscheidend waren Kleinigkeiten. Insgesamt haben die Mannschaften sehr gute Leistungen gebracht.“

Von Christina Koormann

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