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Ostprignitz-Ruppin Torbogen am Südtor der Stadtmauer wird saniert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Torbogen am Südtor der Stadtmauer wird saniert
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02:15 30.04.2017
Stefan Geyer und Martina Grubetzki verständigen sich über die Vorgehensweise bei den Maurerarbeiten am Torbogen. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Die Baustelle am Südtor der Wittstocker Stadtmauer befindet sich auf der Zielgeraden. Als letzte Bauphase steht nun die Sanierung des maroden Mauerwerksturzes bevor. Dabei wird der alte Torbogen ohne Gleitfugen wiederhergestellt. So sieht es das Landesdenkmalamt vor.

Über die Vorgehensweise verständigten sich am Mittwoch Vertreter der Stadt Wittstock als Bauherr, Architektin Martina Grubetzki und Bauunternehmer Stefan Geyer von der Firma Geyer Bau aus Blumenthal.

„Gut acht Wochen dauern die Maurerarbeiten“, sagte Martina Grubetzki. Und: „Die richtigen Steine müssen in die richtige Position gebracht werden.“ Um dieser einfachen Formel gerecht zu werden, ist einmal mehr Sachverstand gefragt. „Wir brauchen Maurer mit einem guten Auge und Gespür, auf die Geschwindigkeit kommt es nicht an“, so Grubetzki. Denn die bis zu vier Zentimeter breiten Risse am Torbogen müssen „kraftschlüssig geschlossen werden.“ Maurer Oliver Bruns kennt sich mit denkmalsgerechten Arbeiten aus: „Ich mag es, Altes wieder herzustellen, das ist eine schöne Fummelarbeit.“

Das Dach des Südtores leuchtet mit hellen Eichenholzschindeln. Quelle: Christamaria Ruch

Der Torbogen ist 4,48 Meter breit, 2,49 Meter hoch und 1,61 Meter tief. Am Mauersturz sind das 19. und 20. Jahrhundert bautechnisch vereint. Dies geht aus einer Untersuchung hervor. „Wir dürfen die Zeitabschnitte beim Wiederaufbau nicht durcheinander bringen“, so die Architektin. Ähnlich einer Vorlage zum Puzzlespiel dient die bauhistorische Bestandsaufnahme den Maurern als Anleitung.

Die Risse im Torbogen sind handdick. Quelle: Christamaria Ruch

Stein für Stein wird genau eingepasst. Je nach Bauphase werden neben den vorhandenen Steinen auch neue im Kloster- und Reichsformat eingebaut. Das Reichsformat ist jünger als das Klosterformat und zeichnet sich durch eine handlichere Form aus. Mit Blick auf den Mauerwerkssturz am Südtor steht fest: Die neuen Steine müssen vor allem recht dunkel im Brand aussehen, um sich den vorhandenen Steinen optisch anzupassen. „Wir haben eine breite Palette an Steinen, um dann die passenden auszuwählen“, sagte Stefan Geyer.

Zunächst werden die Sturzwangen im Rissbereich abgebrochen. Der Mauerwerksverband wird von der Hofinnenseite aus lagenweise als Bogenmauerwerk wieder hergestellt. „Es wird beidseitig von außen nach innen gearbeitet, dabei werden die gerissenen Ziegel ausgetauscht oder repariert“, sagte Martina Grubetzki. Später werden einzelne Ziegel in den Sturzwangen ausgetauscht.

Neue Backsteine im Klosterformat (l.) und Reichsformat. Quelle: Christamaria Ruch

Beim Aufmauern werden in jeder zweiten Fuge und jeder zweiten Reihe Edelstahlspiralanker eingelegt. Diese sorgen schließlich für eine hohe Festigkeit. Martina Grubetzki schränkt aber ein: „Diese Bauvariante hat den Nachteil, dass im Laufe der Jahre beim Auseinanderbewegen der Türme mit neuen Rissen zu rechnen ist.“

Seit April 2014 ist das Südtor gesperrt. Im Mai vergangenen Jahres begann die Sanierung. Das Dach am Südtor ist gerade neu eingedeckt. Die hellen Eichenschindeln sind Hand gespalten und zeichnen sich daher durch eine grobe Oberfläche aus. „Das ist eine schöne Struktur“, so Grubetzki. An der steilsten Stelle weist das Dach einen Neigungswinkel von 60 Grad aus. Dabei gilt: Je steiler ein Dach, umso länger die Lebensdauer der Schindeln. Liegen die Maurerarbeiten im Zeitplan, kann mit einem Ende Mitte des Jahres gerechnet werden.

Von Christamaria Ruch

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