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„Totentanz“ in Wusterhausen aufgeführt

Inszenierung in der Kirche „Totentanz“ in Wusterhausen aufgeführt

Laiendarsteller aus der Region und der Chor der Kantorei führten am Vorabend des Totensonntags in der Wusterhausener Kirche den „Totentanz“ auf. Die in historischen Kostümen gekleideten Schauspieler stellten Menschen aller gesellschaftlicher Schichten dar, die auf Gevatter Tod warteten.

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Ronny Leßmann legt in seiner Rolle als Edelmann dem Tod Rechenschaft über seine Taten ab.

Quelle: André Reichel

Wusterhausen. So mystisch wie am Sonnabend geht es in der Wusterhausener Stadtkirche sonst nicht zu. Flackernde Kerzen bildeten schwache Lichtakzente im hoch aufragenden mittelalterlichen Kreuzrippengewölbe des Gotteshauses. Dunkelheit bestimmte die Szenerie und erzeugte eine unheimliche Atmosphäre, die gewollt war. Rund ein Dutzend Laiendarsteller führten den „Totentanz“ auf und zitierten dazu Sprüche aus „Der cherubinische Wandersmann“ von Angelus Silesius, einem deutschen Lyriker, Arzt und Theologen, der 1624 in Breslau geboren wurde und dort auch 1677 starb.

Die Darsteller in ihren historischen Kostümen, bereitgestellt von den Knattermimen aus Kyritz, nahmen in der ersten Reihe Platz und stellten einen Querschnitt der Gesellschaft jener Zeit dar. Zu sehen waren Vertreter aller Stände, wie zum Beispiel König, Papst, Edelmann, Landsknecht, Bauer Magd und andere.

Der Tod, gespielt von Christian Kirsch, stand hoch oben auf der Kanzel

Der Tod, gespielt von Christian Kirsch, stand hoch oben auf der Kanzel.

Quelle: André Reichel

Der Tod, dargestellt von Christian Kirsch, stand hoch oben auf der Kanzel. Jeder musste vor ihm Rechenschaft über seine Taten ablegen und niemand konnte seinem Schicksal entfliehen. Dass selbst der König zu Gevatter Tod aufschauen musste, war gewollt. „Vor dem Tod sind schließlich alle gleich“, erklärte Kantor Christopher Sosnik, der auch die Idee zur Aufführung hatte. Er berichtete auch, dass der „Totentanz“ ein im Mittelalter aufgekommenes gesamteuropäisches Phänomen, geprägt vom Jenseitsglauben jener Zeit war. Die Pest raffte große Teile der Bevölkerung dahin. Kriege und Hungersnöte taten ihr Übriges. Der Totentanz sollte also ein Erklärungsmodell liefern und liegt in Form von Gemälden, Gedichten und Vertonungen vor.

Bilder von einer Totentanz-Darstellung aus Lübeck wurden während der Aufführung auf eine riesiggroße halbtransparente Leinwand projektziert. Der Chor der Kantorei sang immer im Wechsel mit den Dialogen der Darsteller Lieder passend zum Thema. Das Publikum verfolgte gebannt die Szenerie.

Der langanhaltende Beifall der Gäste machte deutlich, dass ihnen die Aufführung gefiel. Kantor Sosnik hatte den Termin für die Aufführung bewusst ausgewählt im Hinblick auf Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt. Traditionell wird an jenem Tag der Verstorbenen gedacht. Die Befürchtung des Kantors, das Publikum würde angesichts des harten Themas ausbleiben, erfüllte sich zu seiner Erleichterung nicht.

Trotzdem plant Christopher Sosnik keine weitere Aufführung des „Totentanz“. Die Darsteller für die Aufführung folgten einem Aufruf, den der Kirchenmusiker schon vor einiger Zeit startete. Die meisten, die sich meldeten, kamen schließlich aus Wusterhausen. Die erste Probe fand am Tag vor der Aufführung statt. Die Generalprobe gab es unmittelbar vor dem großen Auftritt, Lampenfieber inklusive.

Von André Reichel

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