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Ostprignitz-Ruppin Tradition mit Tiefgang: Die Herz As ist zurück
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tradition mit Tiefgang: Die Herz As ist zurück
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00:18 07.05.2017
1926 wurde die Herz As in Berlin gebaut und schipperte dann für Wuthenow über den See. Zuletzt lag sie fünf Jahre lang auf dem Trockenen. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Die Herz As ist wieder da. Nach fünf Jahren auf dem Trockenen hat der kleinste und älteste Dampfer der Neuruppiner Fahrgastschiff endlich wieder Wasser unter dem Kiel. Zwischenzeitlich schien es fast schon, als müsste das 91 Jahre alte Schiffchen verschrotetet werden. Doch das haben die Stadtwerke als Eigentümer dann doch nicht übers Herz gebracht. In mühevoller Kleinarbeit ließen sie den Dampfer stattdessen restaurieren. Zwei Jahre hat das gedauert, jetzt kann die Herz As wieder über den Rhin und die Seen schippern.

Der Stadtwerke-Geschäftsführer Joachim Zindler ist selbst ganz begeistert, wenn er das Schiff betrachtet. „Ich hätte nicht gedacht, dass die das so gut hinkriegen“, räumt er ein. Für ihn steht fest: Die Mitarbeiter der Stadtwerke und ganz besonders die Bootswerft von Uwe Kreideweiss haben ganze Arbeit geleistet. Die Alt Ruppiner Bootsbauer haben sich bemüht, den Oldie der Fahrgastschifffahrt so originalgetreu wie möglich wieder aufzubauen. Die hässlichen alten Plastiksitze im Inneren sind verschwundne, stattdessen gibt es dort wieder schmucke Holzbänke wie in den 20er Jahren, als die Herz As in Berlin gebaut wurde. Der neue Boden aus Kiefernholz strahlt förmlich. Die glänzenden Beschläge und die Messinglampen in der Decke der großen Passagierkabine lassen alles edel wirken. „Und das alles war mit einem Betrieb hier vor Ort möglich“, sagt Toralf Uebach, der zweite Geschäftsführer der Stadtwerke.

Sind stolz, dass es gelungen ist, das kleine Schiff zu retten: Toralf Uebach, Eckhard Makuth, Heiko Busold und Joachim Zindler von den Stadtwerken Neuruppin. Quelle: Reyk Grunow

Gebaut wurde die Herz As vor 91 Jahren in Berlin für die Gemeinde Wuthenow. Sie hat das Schiff lange zu Fahrten über den See geschickt – auch als schnelle Verbindung in Richtung Neuruppin. „Ich kann mich noch erinnern, wie wir vor 40 Jahren morgens um 6 Uhr mit der Herz As zur Arbeit gefahren sind“, sagt Eckhard Makuth. Er ist bei den Stadtwerken für die Schiffe zuständig – für die Herz As ebenso wie für die Kronprinz Friedrich und die Gustav Kühn.

Vor fünf Jahren stellte sich bei einer Revision heraus, dass die Schäden am Schiff größer sind als erwartet. Mehrere Jahre lang war die Fähre im Heizhaus an der Gerhart-Hauptmann-Straße eingelagert. In Eigenleistung haben die Mitarbeiter der Stadtwerke einige Dinge umgebaut, bevor die Herz As zur Firma Kreideweiss ging. Eckhard Makuth hat alte Unterlagen und Fotos zusammengesucht, die zeigen, wie das Schiff ursprünglich einmal aussah. Alles sollte werden wie früher.

Das letzte der alten Neuruppiner Fahrgastschiffe

Die Herz As war der erste Dampfe, den die Stadtwerke in den 90er Jahren übernommen haben, als die städtische Fahrgastschifffahrt Insolvenz anmelden musste, erinnert sich Joachim Zindler. Später haben die Stadtwerke auch die anderen Schiffe betrieben: die Fontane, die Schinkel, die Kronprinz Friedrich, die Gustav Kühn, die Alexander Gentz. Im Laufe der Jahre haben sich Stadt und Stadtwerke von einem Schiff nach dem anderen getrennt. Heute gehören ihnen noch die Gustav Kühn und die Kronprinz Friedrich; betrieben werden beide vom Team des Bürgerbahnhofs.

Die Herz As ist das letzte der alten Schiffe, das in Neuruppin noch existiert. Für den regulären Betrieb wird sie aber nicht mehr eingesetzt. Um moderne Auflagen zu erfüllen hätte das Schiff völlig umgebaut werde müssen. „Das hätte keiner bezahlen können“, sagt Eckhard Makuth.

Stattdessen soll die Herz As mit ihren 36 Plätzen als Traditionsschiff für die Stadt und für offizielle Anlässe unterwegs sein. Ihren ersten großen Einsatz hat sie als Juryboot bei der Alt Ruppiner Korsofahrt im August. Ein Verein soll sie betreiben oder helfen, sie zu betrieben, sagt Joachim Zindler. Wie teuer der Umbau war, sagen die Stadtwerke nicht.

Von Reyk Grunow

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