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Training für die Hengstparaden

Neustadt Training für die Hengstparaden

Die Quadrillen mit bis zu 24 Pferden und Reitern gehören zu den Höhepunkten der Neustädter Hengstparaden. Wie bei einer Ballettnummer steht vor dem großen Auftritt aber ganz viel Übung. Seit Mitte August wird im Gestüt daher täglich trainiert. Am 9. September soll alles laufen wie am Schnürchen.

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Noch wirken die Formationen ab und an etwas ungeordnet. Bis zur ersten Hengstparade am 6. September muss der Ablauf sitzen.

Quelle: Alexander Beckmann

Neustadt. Axel Schicketanz’ Stimme schallt erstaunlich weit über die mehrere Hektar große Wiese am Wasserturm des Neustädter Haupt- und Landgestütes: „Schulterblick!“ „Abstände wieder angleichen!“ „Dann auflösen und – Teee-rab!“ Und kaum leiser: „Entschuldigung. War mein Fehler jetzt.“ Schicketanz’ Trillerpfeife schrillt.

24 Reiter und 24 Pferde versuchen mit Hilfe der Kommandos und des vorher möglichst genau eingeprägten Ablaufplanes eine Art Ballett aufzuführen. Seit Mitte August trainieren die zwei- und vierbeinigen Gestütsmitarbeiter nun schon jeden Tag. Bis zu den Hengstparaden am 9. September und den beiden darauffolgenden Sonnabenden muss das Schaubild stehen. „Chefchoreograph“ Axel Schicketanz ist bei weitem noch nicht zufrieden. Aber zuversichtlich. Schließlich sind da echte Profis am Werk. Die große Dressurquadrille zählt seit Jahrzehnten zu den prächtigsten Schaubildern der Hengstparaden.

„Chefchoreograph“ Axel Schicketanz hat genaue Vorstellungen vom Ablauf und lässt die Reiter das auch wissen

„Chefchoreograph“ Axel Schicketanz hat genaue Vorstellungen vom Ablauf und lässt die Reiter das auch wissen.

Quelle: Alexander Beckmann

Hengstprüfungsmeister Heiko Brehmer reitet auch wieder mit und kennt die Herausforderung. „Die Hengste, die von den Besamungsstationen kommen, müssen sich erst akklimatisieren.“ Wallende Hormone sind zu bremsen. „Und dann sind ja auch immer junge Pferde mit dabei.“ Sein Kollege Axel Schicketanz ergänzt: „Die meisten Reiter haben jedes Jahr ein anderes Pferd.“ Auch das müsse sich erst einspielen.

„Es ist kein ganz hohes Dressurniveau“, stellt Schicketanz klar. „Harmonisch und synchron muss es laufen.“ Dazu braucht es viel Konzentration und viel Disziplin – bei den Tieren wie bei den Menschen.

Ablaufplan auf Papier

„Wir bemühen uns auch, jedes Jahr ein bisschen was zu ändern.“ Erster Schritt hin zur Dressurquadrille sei ein Ablaufplan auf Papier. „Der entsteht eigentlich immer schon im Winter. Da hat man so Ideen.“ Bewährte Elemente und Figuren fänden ebenso Verwendung wie neue. Die Reiter bekommen Gelegenheit, sich mit der Choreographie vertraut zu machen. „Bei mir steckt dass dann natürlich schon drin“, sagt Schicketanz.

Bevor es in den Sattel geht, stehen Trockenübungen an, bei denen die Reiter die Figuren zu Fuß absolvieren. Erst dann wird festgelegt, wer mit wem: Die Reiter werden auf die Pferde verteilt. „Dann gehen wir erstmal im Schritt. Dann kommt der Trab. Den Galopp machen wir zum Schluss.“ Hört sich ganz einfach an.

Die Herausforderung liegt im Zusammenspiel

Doch die Herausforderung liegt im Zusammenspiel, im Timing. Hinzu kommen an den Veranstaltungstagen das Publikum und Musik. „Wir wollen da ja keine Totenstimmung draus machen.“

Also ruft Axel Schicketanz unermüdlich Kommandos über den Platz, bläst in die Trillerpfeife, korrigiert, gibt Hinweise. „Ich hab von Natur aus eine kräftige Stimme.“

Trotzdem: Zum Glück ist die tägliche Übung nach gut 20 Minuten vorbei – zumindest für einen Teil der inzwischen gut erwärmten Pferd-Reiter-Paare. 16 von ihnen ziehen gleich weiter zum Training für die Springquadrille. Noch so ein Punkt im Hengstparadenprogramm und nicht weniger anspruchsvoll.

Weitere Informationen zur Hengstparade unter www.neustaedter-gestuete.de

Die Hengstparaden am 9., 16. und 23. September

Um 13 Uhr eröffnet jeweils der Fanfarenzug der Neustädter Gestüte die Hengstparade.

Auftritt der Hengste des Körjahrganges 2016

Elitestuten des Hauptgestütes stellen sich vor

Schaubild der Zuchtgemeinschaft Löwenberger Land

Dressur- und Championatspferde

Harrier-Meute-Schleppjagdszene am 9. September; Kunstreitergruppe Ompah am 16. und 23. September

Ungarische Post

Springquadrille

Der große Mehrspänner

Mit dem Pferd um die Welt – eine hippologische Rundreise

Präsentation des „Reitens in der Schule“

Elitehengst „Quaterback“ und sein Nachwuchs

Hengste im Springsport

Auftritt des Niedersächsischen Landgestüts Celle (am 9. September), von Isländer Pferden (am 16. September) oder „Tra-Volta“ (am 23. September)

Stutenfamilie mit Nachwuchs

Große Dressurquadrille

Altrömische Quadrigen

Tickets sind für 20 bis 30 Euro (je nach Platz) unter www.reservix.de erhältlich. Stehplatzkarten (8 Euro) gibt es an der Tageskasse.

Von Alexander Beckmann

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