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Ostprignitz-Ruppin Trainingsfeld für den Luftkrieg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Trainingsfeld für den Luftkrieg
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16:48 07.08.2017
Die Planungen für die Schießübungen wollte die Bundeswehr 2003 umsetzen. Quelle: Klaus Mehner
Zempow

Über Jahrzehnte war die Wittstocker Heide militärisch genutzt worden. Zuletzt hatte die Rote Armee auf dem Areal ihre Fliegerbomben abgeworfen. „Wenn bei Tiefstüberflügen unsere Kinder schreiend ins Haus liefen und die Schallschmerz- und schreckgrenzen überschritten wurden, dann hörte jede Faszination auf“, erinnerte sich der ehemalige Wittstocker Landrat Christian Gilde im Buch „Freie Heide“ an seine damalige Zeit in Dossow.

Militärische Überreste prägen die Heide bis heute. Hier die Sprengung einer Bombe im Jahr 2013. Quelle: unbekannt

Er und zahlreiche Anwohner der Heide zeigten sich beim Abzug der Russen erleichtert, dass der Gefechtslärm nun ein Ende haben würde. Mit diplomatischem Geschick gelang es Gilde und anderen Akteuren, die Heide nach und nach wieder für die Bevölkerung zu öffnen. 1992 wurde beispielsweise die Straße zwischen Schweinrich und Flecken Zechlin freigegeben. Doch wenig später sollte die Euphorie der Ernüchterung weichen, denn: „Das Schreiben war das Papier nicht wert, auf dem eine Bundeswehrdienststelle versicherte, dass ehemals russische Übungsplätze durch die Bundeswehr nicht weiter genutzt werden sollten“, so Christian Gilde.

Wären zum Einsatz gekommen: Kampfjets des Tys „Tornado“. Quelle: dpa

„Vielen reichte die Erfahrung mit der Roten Armee völlig als Grund, sich gegen die Pläne der Bundeswehr zu richten“, sagt Ulrike Laubenthal, Witwe des 2015 gestorbenen Freie-Heide-Aktivisten Hans-Peter Laubenthal. Ihr Mann habe es genauer wissen wollen, stellte Nachforschungen über die Pläne der Armee an und fand Hinweise in Unterlagen der Bundeswehr. Demnach sollten die Piloten unter anderem mit ihren Kampfjets in der Nähe von Gadow den sogenannten „Schulterwurf“ üben. Dabei handele es sich um ein Verfahren, das zum Abwurf von ungelenkten Atombomben gebraucht wird. „Für viele Mitglieder der Friedensbewegung waren diese geplanten Übungen zum Abwurf von Atombomben ein wichtiger Grund, sich den Plänen der Bundeswehr zu widersetzen“, blickt Ulrike Laubenthal zurück.

Öffnung der Straße zwischen Schweinrich und Flecken Zechlin 1992. Quelle: Christian Bark

Im Gegensatz zu den Tornados seien die ebenfalls im Einsatz geplanten Eurofighter mit elektronisch lenkbaren Waffen ausgerüstet, was Zielübungen erübrige. Aus dem 2008 bekannt gewordenen „Konzept für die Nutzung der Luft/Boden-Schießplätze in der Bundesrepublik Deutschland“ wird Laubenthal zufolge eine Verlagerung des Übungsgeschehens bis 2017 auf dem Wittstocker Platz zu Übungen mit komplexen Einsatzlagen, bei denen das Zusammenwirken von Luft- und Bodenstreitkräften geprobt werden sollte. „Das hätte für Wittstock ab 2017 bedeutet: nur noch 1000 statt 1700 Einsätze pro Jahr und vermehrte Präsenz von Bodentruppen“, erklärt sie. Der erfolgreiche und lautstarke Protest habe dieses Szenario aber verhindert. „Und wenn auch bei Wittstock keine Bodentruppen üben und keine Bomben abgeworfen werden: Laut ist es trotzdem geworden in der Region“, blickt Ulrike Laubenthal auf die Protestbewegung zurück.

Von Christian Bark

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