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Ostprignitz-Ruppin Tresor im Rathaus leergeräumt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tresor im Rathaus leergeräumt
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00:18 28.11.2016
Helmut Klohs kommt mit einem großformatigen Gemälde aus dem Tresorraum. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Wusterhausen

Die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin ist im Sommer 2001 innerhalb von Wusterhausen umzogen. Der Neubau für die Filiale stand am Marktplatz Nr. 44. Bisher waren die Kunden durch die Rathaustür gegangen, wenn sie an ihr Geld wollten. Die Bank hinterließ der Gemeindeverwaltung den einstigen Schalterraum samt Tresor.

Wo einst die Kunden beraten wurden, fanden nun Sitzungen statt. Hinter Schloss und Riegel kam, was über Jahre aufbewahrt werden musste. Dazu gehörten Unterlagen von Kommunalwahlen ebenso, wie Gerahmtes aus früheren Zeiten. Bis vorgestern.

Da zückte Bürgermeister Roman Blank den Spezialschlüssel, drehte wie einst im Film Egon Olsen (aber ohne Stethoskop) an einem mittelgroßen Rad mal hin, mal her – und zog mit beiden Händen die schwere Tür zum Tresorraum auf soweit es ging.

Bürgermeister Roman Blank öffnete am Vormittag die schwere Tür zum Tresorraum. Quelle: Wolfgang Hörmann

Was würde es wohl gleich zu sehen geben? Bei Museumsleiterin Katharina Zimmermann und ihren Helfer Helmut Klohs hielt sich die Neugier in Grenzen. Sie wussten ja, dass hier fast der gesamte Bestand an Bildern lagerte, so sicher, wie nirgendwo, wenngleich vielleicht doch ein bisschen übertrieben. Das große Aufräumen im Museum hat am Donnerstag nun auch erreicht, was verpackt oder nur verstaubt in Regalen darauf wartete, irgendwann beachtet zu werden. Stück für Stück wurden die Bilder herausgetragen, kurz angeschaut und noch am selben Tag ins Depot gebracht.

Der Bestand aus der Tresorzelle zeigte sich äußerst abwechslungsreich. Angefangen von großformatigen Porträts einstiger Oberhäuptern eines ehemaligen Staates - selbst Walter Ulbricht in mehreren Posen – über Zeichnungen und Fotografien aus verschiedenen Epochen und unterschiedlichen Größen, bis hin zu Ölgemälden, die häufig Landschaft und Stadtansichten zeigen.

Viele Bilder von Henry Heßmann

Die Übersicht kann der erste Blick nicht bringen. Was allerdings auffällt: Stark vertreten ist Henry Heßmann. Der mittlerweile verstorbene Lehrer und Autodidakt machte sich zu DDR-Zeiten als Kunstmaler in der Region um Kyritz, Neustadt und Wusterhausen einen Namen.

Aufmerksamkeit erregte ferner eine vergilbte Rolle brüchigen Papiers, die nach dem ersten (und sofort unterbundenen) Versuch sie auszubreiten, doch die Vermutung zulässt, dass es sich um eine handgemalte Werbebotschaft eventuell aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts handeln könnte. „Das bleibt noch als Überraschung so, wie es ist“, befahl Museumsfrau Zimmermann freundlich-bestimmt.

Der Tresor wird nie wieder bestückt werden. Beim Umbau des Rathaus soll an seiner hier der Aufzug einladen.

Von Wolfgang Hörmann

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